EU-Kommission denkt über weitere Ermittlungen gegen Microsoft nach

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Die Kartellverantwortlichen in der EU-Kommission wollen eventuell weitere Ermittlungen gegen Microsoft initiieren. Der EU-Wettbewerbskommission lägen neue, informelle Beschwerden gegen den Softwarekonzern vor.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes liegen neue Beschwerden über den Missbrauch von Microsofts Marktdominanz vor, berichtet die New York Times. In einem Interview mit der US-Zeitung sagte die Kommissarin, sie untersuche die Beschwerden und werde nicht auf den Ausgang des laufenden Kartellstreits warten.

Worüber genau sich die Unternehmen beschweren würden, wollte Kroes der New York Times nicht mitteilen. Offenbar, so vermuten die Redakteure des Blattes, geht es um OEM-Deals, bei denen Office- und E-Mail-Software von Microsoft vorinstalliert werde – dadurch würde Konkurrenten erschwert, ihre Programme zu verkaufen.

Die New York Times zitiert Microsoft mit den Worten, das Unternehmen informiere die EU-Kommission regelmäßig über alle Pläne für neue Technologien und werde schnell auf jede weitere offizielle Anfrage reagieren – die bislang aber offenbar noch nicht vorliegt.

Microsoft, schon einmal zur Zahlung von 480 Millionen Dollar verklagt, zahlte die Strafe und legte gleich danach Widerspruch ein. Weil es um die Erfüllung der EU-Auflagen unterschiedliche Meinungen gibt, will die Kommission seit Juni die Zugeständnisse des Unternehmens weiter überprüfen. Microsoft klagte daraufhin ein zweites Mal gegen die EU-Kommission. Nun scheint die EU-Kommission zurückschlagen zu wollen. (mk)

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