Sicherheit
Internetkriminalität – was tut die Polizei?

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Die Computerkriminalität bedroht immer mehr Firmen, aber die Täter hinterlassen dennoch Spuren, berichtet Neil Barrett.

Neue Spezies

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Laut neuesten Berichten überspringen die Computerviren die “Artengrenze”, weil sie mit bösartigen Programmen auch Mobiltelefone und andere Systeme infizieren.

Das ist keine Überraschung. Immer mehr Spielarten von Computerviren und ihren Verwandten sind aufgetaucht, seit Rich Skrenta in den frühen 80er Jahren erstmals feindliche, sich selbst replizierende Programme demonstriert hatte. Ich kann mir gut vorstellen, dass die ersten Leute, die mit Viren Experimente durchgeführt haben, heute wohl in aller Stille mit dem Erfolg und der weiten Verbreitung ihrer Ideen zufrieden wären.

Eine größere Überraschung ist, welche Verwendungsmöglichkeiten es für die Viren gibt. Dass Viren, Würmer und Trojaner in gewissem Sinne von Nutzen sein können, ist nie bezweifelt worden; der erste weit verbreitete Replikator war der Brain Virus, der dazu verwendet wurde, Werbung für ein Unternehmen zu machen, das Computerdienstleistungen anbot – und seine Fortsetzung wurde verwendet, um Brain auszurotten, wobei er jedoch durch einen anderen Virus ersetzt
wurde.

In zunehmendem Maße werden Viren und Würmer jedoch genutzt, um an Passwörter heranzukommen, Hintertüren zu öffnen, Zombie-Netzwerke aufzubauen sowie IDs und andere Daten zu stehlen.


Datenverbrecher

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Bösartige Software gibt den Gaunern jedoch noch mehr Werkzeug in die Hand. Und wie ein amerikanischer Polizist anno 1888 feststellte, “bedient sich keine andere Schicht der Bevölkerung bereitwilliger und schneller der neuesten Triumphe der Wissenschaft als die Kriminellen”.

Die Verbrecher werden immer versuchen, neue Technologien auszubeuten, um einen direkten oder indirekten Nutzen zu erzielen – und gewöhnlich wird ihnen dies auch gelingen. Die Cracker wiederum können noch eine Menge neuer Möglichkeiten aufspüren, da sie von den Verbrechern ermutigt und finanziell unterstützt werden und obendrein noch eine Rechtfertigung für ihre Aktivitäten erhalten.

Das ist schon ein furchterregender Gedanke, aber er lässt einen wichtigen Gesichtspunkt in den Vordergrund treten: Dass die Viren und Würmer von Crackern geschaffen werden. Sie entstehen nicht von allein. Die Software selbst ist nicht von irgendeinem zerstörerischen Geist befallen, der mit immer komplizierteren Methoden experimentiert, um Netzwerke zum Erliegen zu bringen. Stattdessen bauen Datenkriminelle auf früheren Entwicklungen auf und reagieren damit auf eine sich verändernde technische Welt.

Das ist wichtig wegen der Auswirkung, die das Ganze auf die kriminalpolizeilichen Ermittlungen hat. Der von einem Computervirus verursachte Schaden ist nicht ein Akt Gottes sondern die Tat des Virusautors, der identifiziert, aufgespürt und festgenommen werden muss.


Die gute alte Polizei

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Und da die Entwickler der Viren menschliche Wesen sind, werden sie verständlichen Motiven folgen – sie schreiben Viren gegen Profit, für Anerkennung und als Herausforderung. Da gibt es eine ganzen Schweif von Geld, der zu dem Autor hinführt oder aber eine Prahlerei oder einen Anspruch auf die Erschaffung eines raffinierten neuen Programms. Das ist es, womit die Ermittler die Verantwortlichen aufspüren können.

Also, wenn die Polizei auch wahrhaftig die Technologie verstehen sollte, so ist es doch noch immer so – und das wird auch so bleiben – dass diejenigen, die im Bereich der Hightech-Verbrechen ermitteln, in Wirklichkeit ganz “gewöhnliche” Verbrecher jagen, die ungewöhnliche Methoden angewendet haben.

Die Jagd beruht deshalb darauf, die Motive zu verstehen, mit Menschen zu reden, Beweise zu sammeln und zu analysieren und sorgfältige Befragungen durchzuführen. Die gute altmodische Polizeiarbeit wird weiterhin von Erfolg gekrönt sein – auch in dieser Schönen Neuen Welt.