Praxis: VHS-Bänder auf DVD überspielen
Filme für die Ewigkeit

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Aufgrund der begrenzten Lebensdauer sollten Sie analoge VHS-Bänder digital auf DVD-Medien archivieren. Das rettet wertvolle Filme für die nächste Generation. Möglich wird das mit VHS/DVD-Kombigeräten oder mit dem PC und entsprechender Software.

Verfall von VHS-Bändern

Praxis: VHS-Bänder auf DVD überspielen

Die Lebensdauer eines VHS-Tapes ist nach etwa 10 bis 15 Jahren aufgebraucht. Die Folge: Aussetzer, Streifen und Blitze trüben die einst so glanzvolle und farbenprächtige Aufnahme. Starke Umwelteinflüsse wie Staub, Hitze und Magnetfelder tun ein Übriges, um die Qualität der VHS-Bänder zu vermindern.

Eine pflegliche Behandlung kann die Lebensdauer zwar verlängern, gänzlich aufhalten lässt sich der Verfall aber nicht. Daher sind alternative Speichermedien gefragt, die hohe Lebenserwartungen besitzen und unempfindlicher sind. An erster Stelle steht die DVD. Mehrere Lösungen eignen sich für das digitale Remastering mit und ohne PC.


1:1-Kopie auf Knopfdruck

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Für das Archivieren größerer Filmsammlungen von VHS auf DVD sind Stand-alone-Kombigeräte empfehlenswert, die VHS- und DVD-Rekorder kombinieren. Das Vorgehen beim Überspielen ist denkbar einfach: Sie legen Videokassette und DVD-Rohling ein und wählen den direkten Aufnahmemodus. Dank verschiedener Qualitätsstufen der beim Digitalisieren verwendeten Video-Codecs wird die maximale Aufnahmezeit je nach DVD-Rohling auf bis zu 16 Stunden ausgedehnt.

Empfehlenswerte Geräte wie der LG RC-7700 (www.lge.de, 599 Euro) brennen auf DVD+R, -R, +RW und -RW sowie DVD+R Dual Layer und DVD-RAM. Wunderdinge darf man beim digitalen Remastering nicht erwarten. Aus einem schlechten Original wird keine hochwertige Kopie. Vorgegebene Filter zur Rauschunterdrückung und Farboptimierung lassen eine Kopie nach dem Überspielen subjektiv qualitativ besser erscheinen als das Original.
Auch von Panasonic, Grundig, JVC, Samsung, Orion, Sharp und Toshiba sind entsprechende VHS-DVD-Kombis im Angebot. Die Preise bewegen sich zwischen 300 und 500 Euro. Auch Aufnahmen vom Camcorder lassen sich ohne Umweg auf DVD brennen. Dazu besitzen einige Geräte eine Firewire-Schnittstelle (IEEE 1394), an die Sie den Camcorder anschließen.


Umweg über den PC

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Damit Sie Ihren Film auf dem PC bearbeiten und dann brennen können, müssen Sie ihn erst einmal in digitaler Form auf Ihre Festplatte bringen dieser Vorgang wird als Capturing bezeichnet. Falls das Video in analoger Form vorliegt etwa auf einer VHS-Kassette , müssen Sie es beim Capturing außerdem in ein digitales Format umwandeln. Wenn Sie einen digitalen Camcorder besitzen, können Sie Videos direkt auf Festplatte kopieren. Allerdings kann es notwendig sein, das Filmmaterial in ein anderes als das von der Kamera gelieferte Format umzuwandeln vor allem wenn Sie eine Film-DVD erzeugen wollen.

Mit der richtigen Ausrüstung können Sie Video von jeder beliebigen Quelle einlesen ob es nun ein Camcorder, ein VHS-Videorekorder, ein DVD-Player, eine Spielekonsole oder aber eine Settop-Box ist. In einer Reihe von Fällen verfügt Ihr PC bereits über die notwendigen Anschlüsse, in anderen müssen Sie noch eine Steckkarte oder eine externe Box mit den entsprechenden Schnittstellen anstöpseln.


Analog wird digital

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Analoge Daten bekommen Sie über zwei Schnittstellen beispielsweise von einem Videorekorder in den PC: Composite-Video und S-Video. Eine Composite-Video-Buchse ist zylindrisch, steht etwa 8 mm aus dem Gehäuse heraus und hat in der Mitte eine runde Öffnung, die gelb gefärbt ist. S-Video-Buchsen sind ebenso groß, allerdings in der Regel schwarz, und sind etwas versenkt bzw. schließen plan mit dem Gehäuse ab; sie weisen vier runde Öffnungen sowie eine rechteckige Öffnung als Führung für den Stecker auf. In der Regel hat jedes Gerät, das analoge Videosignale liefert, einen Composite-Video-Ausgang, zumeist an der Rückseite.

Falls Ihr Videogerät nur einen Scart-Ausgang hat, können Sie einen Adapter für die Scart-Buchse kaufen, der am anderen Ende einen Video-Composite-Ausgang aufweist.
S-Video bietet höhere Qualität als Composite-Video, ist aber oft nur an teureren Geräten zu finden. Analoge Audiosignale werden über Cinch-Stecker ausgegeben.
Zum Überspielen der analogen Signale auf die Festplatte benötigen Sie neben dem Analogeingang noch ein Gerät mit Capturing-Fähigkeit. Grafikkarten mit Video-in-Eingang sind prinzipiell gerüstet, um Aufnahmen vom Videorekorder auf DVD zu digitalisieren.

Die Hersteller preisen ihre Grafikkarten zwar gerne als ideale Lösung zur Digitalisierung von analogen Medien an, verschweigen gleichzeitig aber die möglichen Probleme: Ein PC der Pentium-III-Klasse oder darunter ist nicht leistungsstark genug, um Video- und Tonspur bei der Übertragung und Umwandlung synchron zu halten. Das lässt sich manuell mit einer Videobearbeitungs-Software korrigieren, ist aber umständlich. Für diese Lösung spricht nur der günstige Preis: Unter 60 Euro kosten die Club3D Radeon 9250 und Karten mit Nvidia-Chipsätzen von Leadtek, Gainward und Sparkle.


Externe Vermittlungsstelle

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Am einfachsten zu handhaben sind kleine externe Boxen, die an die USB-2.0-Schnittstelle des PCs angeschlossen werden. USB 1.1 ist für das Datenvolumen nicht geeignet. Auf einer solchen Box finden Sie einen Composite-Video- und einen S-Video-Eingang sowie Stereo-Eingänge.
Die Capture-Boxen, etwa Pinnacle Studio Movie Box Deluxe (299 Euro) oder Cameo Convert 800 (249 Euro), dienen als Bindeglied zwischen externen digitalen oder analogen Videoquellen wie Camcorder, Videorekorder oder Fernseher und dem PC.

Für die Terratec-Lösung ist zusätzlich eine Firewire-Karte im PC erforderlich, die für rund 20 Euro zu haben ist. Die mitgelieferte Software Pinnacle Studio Plus 9 beziehungsweise Ulead Video Studio übernimmt das Einlesen der Videodaten, die Bearbeitung der Filme und das Brennen auf DVD. Als Alternative zu den Capture-Boxen können Sie auch spezielle Video-Capture-Karten verwenden, etwa von Adaptec, Pinnacle und Hauppauge.


Vom Camcorder auf den DVD

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Das Überspielen von digitalen Videoclips ist deutlich einfacher und unaufwändiger als bei analogem Video: Sie brauchen dazu nur eine Schnittstelle, über die Sie sowohl die Video- als auch die Audiosignale übertragen. Vor allem funktioniert die Übertragung je nach Kamera auch in beide Richtungen, so dass Sie fertig bearbeitete Filme wieder zurück auf die Kamera (und die Kassette) überspielen können.

Die technische Bezeichnung der Schnittstelle für digitales Video lautet IEEE1394 auch Firewire, i-Link oder DV (Digital Video) genannt. Der Vorteil von Firewire liegt darin, dass Sie digitale Video- und Audiodaten vom Band im Camcorder ohne Qualitätsverlust und mit hohen Übertragungsgeschwindigkeiten überspielen.


Sportliche Herausforderung: Super-8-Filme auf DVD kopieren

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Als das Super-8-Format im Jahre 1965 eingeführt wurde, war die digitale Welt noch knapp zwei Jahrzehnte entfernt; dementsprechend schlecht sieht es mit den Ausgabeoptionen herkömmlicher Schmalfilmprojektoren aus. Denn wo heutige Geräte mit allen nur erdenklichen analogen und digitalen Ein- und Ausgängen ausgestattet sind, verfügen Projektoren in den meisten Fällen nur über einen Audio-Ausgang. Dies führt dazu, dass sich das Überspielen von Super-8-Filmen eine wenig komplexer und auch zeitaufwä
ndiger gestaltet. Die einfachste Variante besteht darin, den Film wie gewohnt auf eine große Leinwand zu projizieren, die digitale Videokamera mittels eines Stativs zu fixieren und das Ganze dann einfach abzufilmen. Der Nachteil dieser Methode: Die Bildgüte hängt primär von den Lichtverhältnissen und der Qualität der Videokamera ab.

Eine weitaus höhere Qualität erreichen Sie, indem Sie den Film nicht auf eine Leinwand ausgeben, sondern mithilfe eines 90°-Umlenkprismas, wie zum Beispiel dem Hama Telescreen Video (knapp 70 Euro), direkt auf die Linse der Videokamera projizieren. Dabei steht die Kamera im rechten Winkel und bei Einsatz des Prismas kopfüber zum Projektor. Das Grundprinzip: Die vom Projektor ausgesandten Bilder werden im Prisma gebündelt, umgelenkt und direkt in das Objektiv der Videokamera geleitet störende Streulichtverluste sind somit nahezu ausgeschlossen. Dies sorgt für ein wesentlich schärferes Bild und einen besseren Kontrast.

Auf einem ähnlichen Grundgedanken baut auch das als Ideallösung bekannte Glasscheiben-Verfahren auf. Hierbei wird das vom Projektor ausgegebene Bild von einem 90°-Umlenkprisma auf eine Glasscheibe umgeleitet, auf die wiederum die Videokamera gerichtet ist. Je nach eingesetzter Scheibe (zum Beispiel Hama Telescreen Videotransfer oder Brähler Glasscreen) lassen sich Störungen durch ungleichmäßige Ausleuchtung oder eine Bildkörnung vermeiden.


Überspielen und Brennen

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Zum Überspielen der Filme von VHS-Rekorder oder Camcorder sind Magix Filme auf CD & DVD (40 Euro) oder Ulead Filmbrennerei 4 (70 Euro) gut geeignet. Damit können Sie die Signale am Video-in-Eingang erfassen. Bei Magix klicken Sie dazu unter der Camcorder-Abbildung mit der linken Maustaste auf die Schaltfläche Record und wählen als Aufnahmequelle Analoges Video. Starten Sie die Wiedergabe am Videorekorder.

Stellen Sie sicher, dass der richtige Eingang eingestellt ist, beispielsweise Comp (Cinch-Kabel) oder S-VHS (S-Video-Kabel). Bei der Ausgabe stellen Sie DVD ein und starten das Capturing. Auf Wunsch brennen die Programme auch gleich die fertige DVD.


Formatfrage: MPEG oder DivX?

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Bei Video-DVDs kommt der MPEG-2-Codec mit einer Auflösung von 720 x 576 Pixel bei einer Bitrate von 6 MBit pro Sekunde zum Einsatz. Verwenden Sie den PC zum Digitalisieren der VHS-Aufnahmen und haben Sie in der Videobearbeitungs-Software als Zielmedium DVD gewählt, brauchen Sie sich um keine weiteren Einstellungen zu kümmern. Auf eine DVD-5 (4,7 GByte) passen rund 120 Minuten Film. Eine Reduzierung der Bitrate kann die Spieldauer auf Kosten einer verringerten Qualität jedoch verlängern. Bei den externen Kombigeräten bewirkt ein Umschalten des Aufnahme-Modus eine Veränderung der Bitraten.

Als Alternative zum MPEG-Format bieten sich auch die Codecs DivX (20 Euro) und der kostenlose XviD an. Damit schrumpfen 90-Minuten-Filme auf rund 700 MByte. Auf eine DVD passen folglich knapp neun Stunden Film. Mit einem DivX-fähigen Player, beispielsweise dem Kiss DP-1000, lassen sich die DivX-DVDs dann am Fernseher wiedergeben.

Auch mit einem CD-Brenner ist eine Archivierung der VHS-Bänder möglich. Die Lösung sind Super-Video-CDs. Auf einen 700-MByte-Rohling passen 60 Minuten Film. Die Auflösung von 480 x 576 Pixel reicht für gute Qualität aus. Programme wie Magix Filme auf CD & DVD oder Ulead Filmbrennerei 4 eignen sich auch zum Brennen von SVCDs und integrieren den notwendigen MPEG-2-Encoder.