Grafik-Software: Microsoft Acrylic
Schwache Bildbearbeitung

SoftwareWorkspaceZubehör

Microsoft liefert mit Acrylic eine Bildbearbeitungs- und Vektorgrafik-Software. Dabei lassen sich Pixel- in Vektorebenen konvertieren und umgekehrt. Das Programm bietet auch neue Bildbearbeitungsfunktionen.

Testbericht

Grafik-Software: Microsoft Acrylic

Microsofts jüngster Spross ist eine von Creature House eingekaufte Kombination aus Bildbearbeitungs- und Vektorgrafik-Software. Angesprochen werden sollen Profi-Designer und User, die im Print- und im Webbereich tätig sind. Sie finden alle Funktionen unter einer Oberfläche.
Acrylic arbeitet mit Ebenen, wobei es zwischen Pixel- und Vektor-Layern unterscheidet. Dabei lassen sich Pixel- in Vektor-ebenen und umgekehrt konvertieren. Im Test funktioniert dies in beide Richtungen einwandfrei. Hilfreich bei der Arbeit mit Ebenen ist die Layerliste. Klickt man hier auf die Option Locate Object, so werden alle Objekte der jeweiligen Ebene angezeigt.

Zum Editieren von Bitmaps bietet Acrylic neben 48 Effekten Auswahl-Optionen wie Rechteck, Lasso und Zauberstab und Korrekturwerkzeuge wie Rote-Augen-Entfernen und Klonpinsel. Werkzeuge wie Farbe Ersetzen, Reparaturpinsel oder ein Staub-und-Kratzer-Befehl à la Photoshop fehlen. Auch Photoshop-Retuschewerkzeuge wie Abwedler oder Nachbelichter gibt es nicht in der Toolbox. Nicht einmal eine automatische Bild-
optimierung, die auf die Schnelle etwa Farbstiche entfernt, bietet das Programm.

Teilweise ist die Bedienung umständlich: Um etwa ein neu erstelltes Pixelobjekt rotieren zu können, muss es erst auf einen Vektor-Layer kopiert werden. Weiterhin vermissen die Tester eine Panoramafunktion, um mehrere Fotos aneinander zu stitchen. Dies gilt auch für Protokoll- und Bildverwaltungsfeatures. Webdesigner erhalten nur wenige Gestaltungsmöglichkeiten, lediglich Roll-over-Effekte sind vorhanden.

Eine Besonderheit in Acrylic sind die Strokes, die das Malen mit naturalistischen Strich- und Pinselformen erlauben. Das Programm liefert zahlreiche vordefinierte editierbare Pinselstriche, zusätzlich kann der Anwender aus jedem Pfad oder jeder Form einen eigenen Stroke definieren.

Insgesamt hinterlässt die Vektorgrafik einen guten Eindruck, aber die Bildbearbeitung von Acrylic kann weder bei Retusche- noch bei Montagemöglichkeiten mit Photoshop konkurrieren. Ein brauchbarer Datei-Browser fehlt ebenso. Ein Termin für den Marktstart steht zum Redaktionsschluss nicht fest.


Testergebnis

Grafik-Software: Microsoft Acrylic

Hersteller: Microsoft
Produktname: Acrylic (Beta-Test)

Internet: Microsoft Homepage
Preis: zum Redaktionsschluss nicht bekannt

Das ist neu
– Pixel- in Vektor-Layer umwandeln und umgekehrt
– neue Bildbearbeitungsfunktionen
– Roll-over-Effekte

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme : Windows XP SP 2
Prozessor: Pentium 4/500
Arbeitsspeicher: 512 MByte

Pro & Contra
+ individuell definierbare Strokes
+ Exportformate JPEG, TIF, GIF, PSD, AI, PDF etc.
– umständliche Bedienerführung, versteckte Features
– kein Datei-Browser
– wenig Retusche- und Montagefunktionen

Erster Eindruck : befriedigend