Telearbeit spart Zeit, Nerven und Energie
Die Oberhäupter unserer Welt brauchen mehr Heimarbeit

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Fortschritte bei der Softwareentwicklung bedeuten, dass Telearbeit immer attraktiver wird, insbesondere nach den letzten Ereignissen.

Telearbeit spart Zeit, Nerven und Energie

In den letzten Wochen habe ich eine ganze Reihe von Artikeln über Telearbeitsplätze und das Arbeiten von zuhause aus geschrieben und während dieser Zeit haben einige Ereignisse gezeigt, warum die Telearbeit häufig eine gute Idee ist.

Ich denke dabei ganz speziell an das G8 Kommunique über die globale Erwärmung – oder genauer gesagt das “Nicht-Kommunique” über die globale Erwärmung, da im Grunde jegliche Gespräche bis November vertagt worden sind. Vielleicht sollten die Berater von George Bush ihm die Vorzüge der Telearbeit predigen, damit er die Herkules-Aufgabe in Angriff nehmen kann, die amerikanischen Treibhausgas- emissionen durch Einschränken der Reisetätigkeit zu reduzieren.

Leider ist das andere Ereignis, das die Unternehmen ihre Strategien hinsichtlich der Telearbeit überdenken lassen könnte, der Anschlag auf die Londoner U-Bahn. Auch vor den Bomben war die Tatsache, dass man wie eine Sardine für 30 oder mehr Minuten in einen heißen, verschwitzten U-Bahnwagen reingequetscht wird, um schließlich in etwas ausgespieen zu werden, was dem Amazonas gleicht – nur eben mit einer Luftverschmutzung, die dem Rauchen von 40 Zigaretten gleichkommt – , schon immer etwas, was kaum dazu angetan war, sich seelisch und moralisch auf einen Arbeitstag einzustellen.

Weshalb also nicht von zu Hause aus arbeiten? Den größten Nutzen, den man daraus ziehen kann, ist – abgesehen von der Reduzierung der Reisekosten – dass man ein paar Stunden Fahrzeit einspart und dabei noch immer fit wie ein Turnschuh ist und sich nicht wie jemand fühlt, der gerade eine Trekkingtour durch die etwas dichteren Teile des Dschungels von Borneo gemacht hat.

Meine eigene Erfahrung mit Heimarbeit beruht auf einem Lotus Notes Client, der auf einem Laptop installiert ist, zusammen mit einer NetOp Firewall und einem Anti-Spyware Paket von Webroot. All dies läuft auf einer 512kbit/s ADSL Breitbandverbindung. Natürlich gibt es einige Leute, die sagen werden, dass 512kbit/s kein Breitband sind und da stimme ich zu, aber wie es eben vielen Menschen geht, brauche ich nur den Zugang zu Internet und Email, um arbeiten zu können.

Wenn man natürlich sehr intensiv das Telefon nutzt, könnte man sich Sorgen wegen der Rechnungen machen. Es gibt aber Pakete, die helfen können, die Kosten unter Kontrolle zu halten, wie zum Beispiel das Angebot von Cable & Wireless, das über einen gehosteten SIP Server läuft und den Nutzern so genannte “Anwesenheits”-Informationen gibt. Es gestattet ihnen, die Art und Weise, wie sie kontaktiert werden möchten, zu wählen – entweder per Messaging, Handy, oder einen Softphone Client auf ihrem PC.

Leider unterliegen die Standardpakete für das Breitband einem Konkurrenzsystem, was bedeutet, dass die Bandbreite unter den Kunden aufgeteilt wird. Damit können Service Provider keine Service Level Agreements (SLAs) anbieten, die von vielen Business Usern benötigt werden, insbesondere, wenn zu ihrer Arbeit die Kommunikation mit Geschäftskunden gehört. Somit können die Standardpakete für das Breitband also Probleme mit sich bringen. Nachdem ich mir einige Voice over IP (VoIP) Angebote etwas genauer angeschaut habe, darunter auch das Paket des Yahoo Communicators von British Telecom, habe ich festgestellt, dass sie für einige Arten der Kommunikation eventuell ungeeignet sein könnten.

Sogar ganz geringfügige Text-Verstümmelungen, wie ich sie bei diesen beiden Paketen festgestellt habe, könnten ausreichend dafür sein, dass der Kunde sagt: “Könnten Sie mich auf Ihrem normalen Telefon zurückrufen?” – oder er macht sein Geschäft gleich woanders.

Eines der größten Probleme bei der Heimarbeit ist allerdings,
nicht zu wenig zu arbeiten sondern zu viel. Ist man im Büro, so kann man zwar bis zum Abkippen schuften aber man unterliegt einem ständigen Strom von Unterbrechungen, was wiederum heißt, dass man in vollem Galopp zwischendurch aufhören muss. Zu Hause passiert das nicht und ehe man sich’s versieht, sind drei Stunden um. Vielleicht sollte das mal jemand George Bush sagen.