Infineon-Werk München soll verkauft werden, Belegschaft will streiken

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Gestern morgen berichtete die Financial Times auf ihrer Website über Verkaufsverhandlungen der Chipproduktion in München-Perlach, heute kündigt die Belegschaft Streikbereitschaft an.

“Die Veräußerung der Chip-Produktion an die Erfurter X-Fab könnte bis zu 650 Arbeitsplätze retten”, hieß es gestern von Infineon, doch so richtig glauben mag das keiner in der Belegschaft. Schließlich hatte der Infineon-Vorstand vor zwei Wochen gegnüber der Financial Times bekräftigt, den Standort München trotz heftigen Widerstandes der Angestellten zu schließen. Deren Produktion von Spezialchips für die Telekommunikations- und Automobilindustrie sei veraltet.

Egal, wie die Verkaufsgespräche mit den Erfurtern ausgehen: Die Belegschaft will sich auf einen Streik vorbereiten. Zumindest Michael Leppek von der Münchener IG Metall glaubt, dass er mit Druck auf das Unternehmen Arbeitsplätze retten kann, wie er gegenüber dem heutigen Handelsblatt ausführte.

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart will die Fabrik so oder so schließen, weil sich die Produktion nicht mehr lohne. Um ein wenig aus den blutroten Zahlen zu kommen, wird immer noch erwogen, auch die Speichersparte abzustoßen – wenn denn ein Käufer gefunden wird. (mk)

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