Bundesamt für Sicherheit erwartet mehr Angriffe auf VoIP und Mobilfunk

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Erster Bericht des BSI zur Lage der IT-Sicherheit malt dunkle Wolken in den Himmel der neuen Kommunikationsformen.

Bedrohung der Infrastruktur ___

Nachdem gestern schon die Planung eines CERT für Unternehmen bekannt gegeben wurde, haben das BSI und Bundesinnenminister Otto Schily noch einen ersten Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland vorgestellt. Man wolle die Maßnahmen des Staates zum Schutz weiter vorantreiben. Alles nur Worte?

Nach dem Lagebericht werden natürlich die Bedrohungen durch IT-Schädlinge in Form von Viren, Würmern und Spam in Zukunft weiter steigen – nichts neues für die IT-Branche, aber offenbar für manchen Politiker. Das Amt erklärte in Berlin, dass vor allem neue Übertragungstechnologien wie Internet-Telefonie, WLAN oder die Mobiltelefone schon Angriffsziele seien und in Zukunft noch stärker bedroht würden. BSI-Chef Helmbrecht betont: “Wir müssen uns für die Zukunft noch besser wappnen”.

Neu ist jedoch, dass der BSI-Präsident seine Behörde zu einer stärker operativ agierenden Einrichtung ausbauen möchte – darauf hat Deutschland ohnehin gewartet, denn Reden hilft nichts. Damit Deutschland “im Krisenfall schneller und effektiver handeln kann”, müssten auch die Behörden aktiver sein. Das gestern angekündigte CERT soll dazu das Fußvolk ohne behördliche Einschränkungen einbinden.

Bekannte Daten neu aufbereitet ___

Nachdem gestern schon die Planung eines CERT für Unternehmen und Bürger bekannt gegeben wurde, haben das BSI und Bundesinnenminister Otto Schily noch einen ersten Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland vorgestellt. Man wolle die Maßnahmen des Staates zum Schutz weiter vorantreiben. Alles nur Worte?

Im Lagebericht werden Daten der Antivirenfirmen wiederholt: Mehr als 1400 neue IT-Schwachstellen im zweiten Halbjahr 2004 – ein Anstieg um 13 Prozent – und mehr als 7300 neue Wurm- und Virenvarianten in dieser Zeit – einem Anstieg um 66 Prozent pro Halbjahr. Trojanische Pferde machten dabei ein Drittel der 50 häufigsten Schädlinge aus. Genannt wurden noch die allgemein bekannten Steigerungsraten bei Spam und Phishing.

Dinge, die schon seit Jahren von Profis der Security-Branche dutzendfach verbreitet wurden (siehe News in Security-Channel), wurden noch einmal auf nationaler Ebene verbreitet, etwa, dass Exploits sogar am selben Tag der Schwachstellenbekanntgabe verbreitet werden oder dass die organisierte Kriminalität hinter Trojanern und Phishing-Mails steckt.

Die Behörde erwartet, dass künftig neben Computern, Handys und WLAN-Netzen auch zentrale Netzkomponenten, von denen die Funktionsfähigkeit ganzer Informationsinfrastrukturen abhängt, Ziel der Hacker sein könnten.

Da fürchten wir uns aber mächtig… (mk)

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