Bella IT-Italia
Italiens Renaissance im Technologiesektor

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Niedrige Arbeitskosten, gutes fachliches Können und eine IT-freundliche Kultur machen Italien zu einem fruchtbaren Nährboden für Innovationen.

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Oh, Italien. Wer würde dort schon seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung stationieren wollen? Es sind weltweit agierende IT-Unternehmen und vielleicht auch etablierte britische Outsourcer.

Italien kann den Mund nicht zu voll nehmen; damit ist ihr eigenes Siemens gemeint. Siemens Communications hat in Italien nicht weniger als 1.500 bezahlte Mitarbeiter und bietet auf der Outsourcing Ebene noch Arbeit für weitere 500. Es ist das Zentrum der globalen Aktivitäten von Siemens im WiMax-Bereich.

Bei einem Invest-in-Italy Seminar, das Anfang des Monats in London stattfand, hat Michele Morganti, der Senior Vizepräsident für Technologieinnovation bei Siemens Mobile von der fachlichen Kompetenz der Hochschulen im IT-Bereich sowie der hervorragenden IT-Infrastruktur seines Landes geschwärmt.

Er hat Recht. In Italien kommt auf eine Person mehr als ein Mobiltelefon. Italien steht beim digitalen terrestrischen Fernsehen sehr gut da und ist äußerst schnell bei der Erweiterung seiner Basis von ADSL Leitungen (vier Millionen) sowie dem Zuwachs von allgemeinen Internetnutzern (28 Millionen).

Die Verbraucher sind scharf auf IT: Nachdem Bill Gates nach Italien gegangen ist, um dort die weltweiten Aktivitäten seiner Firma im Bereich PC/TV Mediencenter einzuführen, begann Microsoft Italien die Kisten in wahren Mengen in die Haushalte zu liefern und das innerhalb von sechs Monaten. Aber auch die Regierung ist sehr engagiert. In Italien fordert das Gesetz, dass die Steuererklärungen von Firmen per Internet ausgefüllt werden müssen. Digitale Unterschriften sind ebenfalls vorherrschend.

Wenn britische Unternehmen daran denken, die Anwendungs-Entwicklung outzusourcen, so kann der italienische Sektor für Forschung und Entwicklung, der zugegebenermaßen in seiner Größe bescheiden ist, sich doch überraschend geringer Arbeitskosten und einer hohen Produktivität rühmen. Im Norden sind die Gewerkschaften nachgiebig; in Bari, im Süden, erhalten Ingenieure, die z.B. vom Polytechnikum in Bari abgehen, gerade mal ? 20 000 Gehalt. Nicht umsonst hat Cisco im Jahre 2001 für zwei Milliarden Euro ein Weltklasse-Labor für das Studium der Photonik in Monza, in der Nähe von Mailand aufgebaut. Tatsächlich hat der US-Riese in wenig mehr als einem Jahrzehnt seine italienische Belegschaft von 12 auf 700 erhöht.

Die gleiche Geschichte findet sich bei Marconi Italy, wo das Unternehmen heute 181 Millionen Pfund für die Forschung und Entwicklung im Bereich optischer Netzwerke und Access Networks ausgibt. Die Firma hat 2000 Ingenieure auf ihrer Gehaltsliste und hält 30 Prozent des Weltmarkts für ADSL Ausrüstung.

Auf dem Invest-In-Italy Seminar beschrieb Riccardo Mastronardi, Marketingchef für die Zweiräder von Piaggio, wie seine Firma versucht, all die Sicherheitseinrichtungen, Schnittstellen, und Kundendienstleistungen auf IT-Ebene, die man heutzutage im Auto findet, auf die Welt der Scooter zu übertragen. Auf ähnliche Weise betreibt Silvio Corrias, Direktor für Innovation und Technologie bei dem drei Milliarden Euro schweren Kühlschrankspezialisten Indesit, Forschungen, wie die IT genutzt werden kann, um die Frische von Nahrungsmitteln und den Energieverbrauch nachzuverfolgen.

Das ist die attraktivste Seite auf dem italienischen Technologiesektor: Wie er darum bestrebt ist, die IT in die Welt außerhalb der Elektronik, in den Bereich der ganz normalen Gebrauchsgüter – und Menschen – zu integrieren.