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Aktuelle Router bringen Anschlüsse für analoge Telefone mit und verheißen so preiswerte Telefonate über das Internet per Voice over IP (VoIP). Internet Professionell testet zehn Geräte.

Festnetz & VoIP

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In den vergangenen Monaten ist ein regelrechter Hype um Voice over IP (VoIP) entstanden. Das liegt nicht nur an der Verheißung, kostenlos oder wenigstens preiswerter als bisher telefonieren zu können, sondern insbesondere auch an der Tatsache, dass VoIP sich von Computer losgelöst hat. Anstatt sich umständlich mit Headset und einer Software am PC abzumühen, der noch dazu ständig laufen muss, kann der Anwender einfach sein vorhandenes Telefon mit dem Router verbinden. Nach der erstmaligen Einrichtung gibt es kaum noch Unterschiede zur gewohnten Festnetztelefonie.

Im Fall der Geräte von Allnet, AVM, Detewe, Draytek, Grandstream, Siemens und Zyxel kann sogar für Internet- und Festnetzgespräche dasselbe Telefon genutzt werden, da eine Verbindung zwischen Router und Festnetzanschluss hergestellt werden kann. Allerdings kommen die Geräte bis auf AVM und Detewe nur mit einem analogen Anschluss zurecht und sind daher vor allem für Nutzer von DSL über den Analoganschluss (Annex A) interessant. Der AVM-Router kann dagegen auch mit ISDN genutzt werden, der Detewe-Router ausschließlich mit ISDN.

Bei den Geräten der Hersteller, die keine Verbindung mit der Amtsleitung aufnehmen können, kommt man um den Erwerb eines neuen Telefons nicht herum, wenn man nicht komplett auf Festnetzgespräche verzichten mag. Wer bereits ein ISDN-Telefon besitzt, kann dieses an AVMs Fritzbox anschließen. Alle anderen Testteilnehmer kommen nur mit analogen Apparaten zurecht.


Wähllisten

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Über Wähllisten kann der Anwender zumeist geschickt steuern, welche Gespräche über das Festnetz und welche über das Internet laufen sollen. Er braucht beim Anruf nur die gewünschte Telefonnummer wählen, der Router entscheidet dann anhand der Wählliste. In einigen Fällen lässt sich auch eine separate Vorwahl festlegen, um dem Router einen Festnetzgespräch-Wunsch zu signalisieren.

So lassen sich etwa Anrufe auf Mobiltelefone oder Gespräche mit Mehrwertdiensterufnummern weiterhin über das Festnetz führen. Soll Call by Call zum Einsatz kommen, können die Vorwahlen in die Wählliste aufgenommen werden und nehmen dann ebenfalls automatisch den Weg über den Festnetzanschluss.


Mehrere VoIP-Accounts

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Zwar haben zahlreiche VoIP-Anbieter ihre Netze in den vergangenen Monaten zusammengeschlossen, so dass der Anwender Internet-Telefonate in den meisten Fällen zum Nulltarif führen kann. Wo dies jedoch nicht der Fall ist, kann man sich mit mehreren Accounts bei unterschiedlichen Anbietern behelfen.

Auf die gleiche Weise kann der Anwender die jeweils günstigsten Tarife für Gespräche ins Festnetz, Mobilfunknetz und Ausland nutzen. Denn vor allem bei den beiden Letzteren herrschen zum Teil größere Preisunterschiede.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Router mitspielt. Die Geräte von Draytek und Grandstream verwalten nur einen SIP-Account, die von Siemens und SMC zwar deren zwei beide müssen allerdings vom selben Anbieter stammen.


Voraussetzungen

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Ein DSL-Anschluss mit 1024/128 kBit/s sollte für die Internet-Telefonie mindestens vorhanden sein, schließlich liefert der Codec G.711 eine Brutto-Datenrate von 87,2 kBit. Bei Anschlüssen mit geringerer Bandbreite kann zwar ein komprimierender Codec verwendet werden. Der hat jedoch eine schlechtere Sprachqualität zur Folge und lastet die Leitung immer noch recht stark aus. Parallele Datentransfers sind dann kaum noch möglich.

Dass diese auch bei breitbandigem Anschluss nicht zum Problem werden, gewährleisten Quality-of-Service-Funktionen (QoS). Sie sind bei allen Geräten an Bord und sorgen dafür, dass VoIP-Datenverkehr eine höhere Priorität als anderer Traffic bekommt oder eine bestimmte Mindestbandbreite stets für Internet-Telefonate zur Verfügung steht.

Generell scheiden Internet-Zugänge, die nach Zeit abgerechnet werden, für VoIP aus. Da die Geräte stets online sein müssen, um eingehende Anrufe entgegenzunehmen, wären die Kosten immens. Wer keine Flatrate nutzt, sondern einen Volumentarif, sollte auf ausreichendes Freivolumen achten. Pro Minute VoIP-Gespräch fallen bis zu 1,4 MByte Traffic an, so dass bei Vieltelefonierern schnell einige GByte im Monat zusammenkommen. Hilfreich ist hier eine Volumenkontrolle, wie sie die Router von AVM und Detewe mitbringen.


Fritzbox Fon WLAN 7050

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Das Modell 7050 der Fritzbox-Reihe hat AVM mit einem S0-Anschluss für ein ISDN-Telefon oder eine Telefonanlage versehen. Darüber hinaus lassen sich drei analoge Geräte wie Telefon, Fax oder Anrufbeantworter daran betreiben. Es spielt keine Rolle, ob die Fritzbox an einem DSL/ISDN- oder DSL/Analog-Anschluss genutzt wird sie kommt mit beidem zurecht.

Bein Verbinden des Geräts mit PC, Splitter und eventuell NTBA hilft ein einsteigertaugliches Setup-Programm von CD, das den Anwender Schritt für Schritt führt. Die eigentliche Konfiguration erfolgt dann per Web-Frontend. Dort kann jedem angeschlossenem Gerät eine Festnetz- oder VoIP-Rufnummer zugewiesen werden, so dass es nicht bei allen eingehenden Anrufen klingelt. Gleichzeitig wird so festgelegt, auf welchem Weg Anrufe standardmäßig abgesetzt werden. Über Tastencodes kann jedoch auch eine beliebige Verbindung gewählt werden; zudem lässt sich über Wählregeln für eine Reihe von Nummern der gewünschte Weg über Festnetz oder Internet vorgeben.

Wie von AVM bekannt wird auch die Fritzbox Fon WLAN 7050 mit aktivierten Sicherheitsmechanismen für das Funknetzwerk ausgeliefert. Die Stick-and-Surf-Technik, die die Sicherheitseinstellungen auf einen AVM WLAN-Stick überträgt, ist allerdings noch nicht an Bord.

Fazit. Die Fritzbox Fon WLAN 7050 ist in ihrer Handhabung nicht nur erfreulich einfach, sie kommt auch als einziges Gerät im Test mit analogen und ISDN-Geräten zurecht und kommuniziert sowohl über analoge als auch ISDN-Amtsleitung.

Ranking: 93%
Hersteller: AVM
Preis: 249 Euro


Prestige 2602HWL

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Der DSL-Port des Zyxel Prestige 2602HWL ist sowohl für den Internet-Zugang als auch die Verbindung mit dem Festnetzanschluss verantwortlich. Ein Y-Kabel wird mitgeliefert, so dass sich das Gerät sowohl mit Modem- als auch Telefonbuchse des Splitters verbinden lässt.

Gleich bei der ersten Anmeldung am Router wird der Anwender gezwungen, die Zugangsdaten für die Konfiguration zu ändern. Ein Wizard richtet dann den DSL-Zugang über AOL ein kein Wunder, wird das Gerät doch hierzulande derzeit nur über AOL vertrieben. Für andere Provider muss man ein paar Einstellungen von Hand tätigen, was aber ebenfalls nicht allzu schwierig ist und das Gerät erfolgreich ins Internet bringt.

Der Router verwaltet für jeden der beiden Telefon-Ports einen SIP-Account. Einer ist auf AOL vorkonfiguriert; dort lässt sich kein anderer Anbieter einrichten, da das Gerät die Einstellungen immer wieder zurücksetzt. Der zweite SIP-Account kann aber beliebig verwendet werden.

Aufzupassen gilt es beim Funknetzwerk. Dieses ist ab Werk aktiviert und sollte, um Missbrauch zu verhindern, schleunigst gesichert werden. Hierfür steht neben der obligatorischen MAC-Adressliste und WEP auch WPA zur Verfügung, sowohl mit Authentifizierung über einen Pre-Shared-Key (WPA-PSK) als auch über 802.1x und einen Radius-Server.

Fazit. Der Zyxel Prestige 2602 überzeugt mit praktischen VoIP-Features und umfangreichen Netzwerkfunktionen. Allerdings ist das Gerät derzeit nicht im Fachhandel erhältlich, sondern nur über AOL.

Ranking: 92%
Hersteller: Zyxel
Preis: 329 Euro


Gigaset SX541 WLAN dsl

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Der Siemens Gigaset SX541 WLAN dsl bringt alles mit, was für ein kleines Heim- oder Büronetzwerk benötigt wird. Dazu gehören DSL-Modem, Router mit 4-Port-Switch und WLAN-Basisstation nach 802.11b/g sowie ein USB-Port, der einen Drucker oder eine externe Festplatte allen Anwendern im Netzwerk zugänglich macht.

Bei der Einrichtung unterstützt Siemens den Anwender mit zwei Assistenten, von denen einer die Sicherheitseinstellungen für das WLAN einrichtet. So steht das ab Werk aktivierte Funknetzwerk glücklicherweise nicht allzu lange ungeschützt offen.

Die Einstellungen für die VoIP-Dienste von 1&1, Freenet, Sipgate, Strato und Web.de sind vordefiniert, was dem Anwender die Suche nach den korrekten Servernamen erspart. Er muss nur noch seinen Benutzernamen und das Passwort eintragen.

Der Router verwaltet zwei SIP-Accounts einen für jeden analogen Anschluss. Diese müssen sich allerdings beim selben Anbieter befinden, da die Adressen für Proxy- und Registrar-Server nur einmal definiert werden können. Tarifunterschiede bei verschiedenen VoIP-Providern lassen sich so nicht ausnutzen.

Für ausgehende Anrufe kann der Anwender mittels Wählregeln festlegen, welche Nummern generell über VoIP oder über das Festnetz gewählt werden sollen. Eine separate Vorwahl, um von Fall zu Fall entscheiden zu können, gibt es aber leider nicht.

Fazit. Das Siemens Gigaset SX541 WLAN dsl kann im Test überzeugen. Es fehlt lediglich die Möglichkeit, VoIP-Accounts unterschiedlicher Anbieter zu verwalten.

Ranking: 90%
Hersteller: Siemens
Preis: 200 Euro


Opencom 31lan

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Das Detewe Opencom 31lan ist Router und ISDN-Anlage in einem. Die Internet-Verbindung kann sowohl per DSL als auch ISDN hergestellt werden, wobei sich die ISDN-Leitung als Backup-Verbindung für den Fall einer Störung des DSL-Zugangs einrichten lässt.

In seiner Eigenschaft als ISDN-Anlage bringt das Gerät vier analoge Telefone per ISDN ins Telefonnetz und verfügt über typische Features wie interne Gespräche, Anruf-Sperrliste, Gesprächszeitkonto und Tag-/Nacht-Schaltung. Alle Telefone können auch preiswerte Gespräche über das Internet führen; ihnen wird wahlweise eine MSN oder eine VoIP-Rufnummer zugewiesen. Soll ein Gespräch über eine davon abweichende Verbindung geführt werden, lässt sich dies mit verschiedenen Tastencodes am Telefon bewerkstelligen.

Wem die kurzen Erläuterungen im Web-Frontend nicht weit genug gehen, dem hilft ein umfangreiches deutschsprachiges Handbuch, das Detewe dem Gerät in gedruckter Form beilegt. Viele Telefonfunktionen, aber auch einige Netzwerkeinstellungen wie die IP-Adresse des Geräts können zudem über eines der angeschlossenen Telefone verwaltet werden.

Sehr hilfreich für Anwender ohne Flatrate ist die Volumen- und Zeitkontrolle, die ausufernde Kosten verhindert. Allerdings wäre ein Warnung, etwa mittels einer blinkenden LED, praktischer als ein Kappen der Internet-Verbindung bei Überschreiten des eingestellten Limits.

Fazit. Gerade für den Büroeinsatz ist das Detewe Opencom 31lan auf Grund der integrierten Telefonanlage ein sehr gute Wahl.

Ranking: 88%
Hersteller: Detewe
Preis: 140 Euro


Vigor 2200VG

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Zwar bringt der Draytek Vigor 2200VG nur ein analoges Telefon ins Internet, für die meisten Anwender dürfte dies jedoch ausreichend sein. Schwerwiegender ist da schon, dass das Gerät nur einen SIP-Account verwaltet.

Ein Anschluss am Gerät stellt eine Verbindung ins Festnetz her, der über das interne Telefonbuch des Vigor als Backup für VoIP-Verbindungen eingerichtet werden kann, falls der Internet-Zugang ausfällt oder der SIP-Account des Gesprächspartners nicht erreichbar ist. Soll ein Gespräch von vornherein über das Festnetz laufen, muss der Rufnummer #0 vorangestellt werden. Eine Wählliste, in der man diese für bestimmte Nummern automatisieren kann, gibt es nicht.

Als Router beherrscht der Vigor 2200VG einige Dinge, die ihn von der Konkurrenz abheben. So kann er die einzelnen Ethernet-Ports unterschiedlichen VLANs zuordnen, um Netzwerksegmente voneinander zu trennen. Gelungen ist auch der Content-Filter, der nicht nur URLs blockt, sondern auch verschiedene Inhalte wie ActiveX oder EXE-Dateien. Dazu kommt der VPN-Server, der bis zu acht parallele Tunnel über die Protokolle IPSec, PPTP und L2TP aufbaut.

Fazit. Wer bereit ist, sich mit einem VoIP-Account zu begnügen, erhält mit dem Vigor 2000VG einen leistungsfähigen WLAN-Router. Leider steht zur Absicherung des Funknetzwerks WPA nur mit Pre-Shared-Keys zur Auswahl. Dafür lässt sich jedoch das WLAN über einen Timer steuern und so beispielsweise in den Nachtstunden automatisch deaktivieren.

Ranking: 83%
Hersteller: Draytek
Preis: 170 Euro


SMC 7908VoWBRB

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Zwar verfügt der SMC 7908VoWBRB über zwei Anschlüsse für Analogtelefone, aber ein TAE/RJ11-Adapter, der Telefon und Router verbindet, findet sich nicht im Lieferumfang. Dafür legt SMC einen Gutschein für 111 Gesprächsminuten über Sipgate bei, so dass einem flotten Start in die Internet-Telefonie nichts im Wege steht. Vorkonfiguriert auf Sipgate oder einen anderen Anbieter ist der Router indes nicht.

Da die SIP-Einstellungen für beide Telefon-Ports gelten, können nicht zwei Accounts unterschiedlicher Anbieter eingerichtet werden. Wer Qualitätseinbußen bei Internet-Telefonaten und zeitgleichen Datentransfers vermeiden will, sollte zudem die QoS-Funktionen aktivieren.

Sehr umfangreich sind die Netzwerkfunktionen des SMC-Geräts, das sich mit seiner SNMP-Unterstützung auch im professionellen Umfeld gut macht. Der unbedarfte Anwender dagegen sollte sich nicht vollständig auf den Setup-Wizard verlassen. Dieser erledigt zwar grundlegende Einstellungen, lässt aber beispielsweise das Wireless LAN ungeschützt zurück.

Das Gerät beherrscht nicht nur den SIP-Standard, sondern unterstützt auch VoIP nach H.323 wofür allerdings eine neue Firmware benötigt wird. Für die meisten Anwender dürfte das jedoch unerheblich sein, da eigentlich alle VoIP-Anbieter auf das einfachere SIP setzen.

Fazit. Der SMC 7908VoWBRB ist ein solider Router mit sehr leistungsfähigem Funknetzwerk. Größtes Handicap ist aber die fehlende Verbindung zwischen Festnetzanschluss und Router.

Ranking: 81%
Hersteller: SMC
Preis: 199 Euro


ALL7902 SIP

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Der ALL7902 SIP kann direkt am Modem angeschlossen, aber auch hinter einem bereits vorhandenen Router eingesetzt werden. Letzteres beschreibt der Schnelleinstieg; das Vorgehen ist allerdings nicht unbedingt empfehlenswert, wenn der Router keine Quality-of-Service-Funktionen besitzt, um den VoIP-Datenverkehr zu priorisieren.

Der Adapter beherrscht die wichtigsten Netzwerk-Funktionen. So können etwa Port-Weiterleitungen eingerichtet und die aktuelle IP per Dynamic DNS mit einer Internet-Adresse verknüpft werden. Darüber hinausgehende Funktionen wie e
ine Firewall fehlen jedoch.

Der ALL7902 nimmt Verbindung mit dem Festnetz auf und erlaubt das Anschließen eines analogen Telefons. Die entsprechenden Adapter TAE/RJ11 für die Verbindung des Telefons mit dem Gerät und RJ45/TAE für den Anschluss an den Splitter spart sich Allnet.

Die Server-Daten für die drei VoIP-Anbieter Freenet, Nikotel und Sipgate sind bereits angelegt, so dass die Einrichtung flott erledigt ist. Maximal kommt das Gerät mit vier Anbietern zurecht. Für jeden lassen sich bis zu vier Benutzeraccounts einrichten.

Der Passwortschutz der Gerätekonfiguration ist ab Werk deaktiviert; das Einschalten recht gut versteckt unter Advanced Setup und Misc Config scheitert allerdings am Default-Passwort: Dieses wird zum Setzen eines eigenen Passworts benötigt, ist jedoch blank.

Fazit. Zwar bringt der Allnet ALL7902 SIP das angeschlossene Telefon sowohl ins Internet als auch ins Festnetz. Recht gering ist allerdings der Funktionsumfang.

Ranking: 80%
Hersteller: Allnet
Preis: 70 Euro


TA612V

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Sipgate verkauft den Netgear TA612V in Deutschland exklusiv und im Paket mit 333 Freiminuten. Denkbar einfach ist die Einrichtung: Der Anwender muss lediglich die Internet-Verbindung herstellen und auf den Sipgate-Webseiten die MAC-Adresse seines Geräts, die auf der Unterseite aufgedruckt ist, eingeben. Die Konfiguration der VoIP-Einstellungen erfolgt dann vollkommen automatisch.

Netgear liefert gleich für beide Telefon-Ports einen TAE/RJ11-Adapter mit. Die angeschlossenen Geräte können allerdings nur für VoIP genutzt werden, da keine Verbindung ins Festnetz möglich ist.

Der TA612V läuft unter der Bezeichnung Telefonadapter mit Router. Er wird ans DSL-Modem angeschlossen und kann über seinen LAN-Port einen einzelnen PC oder per zusätzlichem Switch/Hub ein Netzwerk ins Internet bringen. Dieses wird von einer SPI-Firewall geschützt; einige von anderen Netgear-Geräten bekannte Features wie Dynamic DNS oder der Zeitplan für den URL-Filter fehlen jedoch.

Wichtig für die Internet-Telefonie sind die QoS-Funktionen, die das Gerät mitbringt. Allerdings sind diese standardmäßig ausgeschaltet und müssen erst über die Webkonfiguration aktiviert werden.

Fazit. Wer kein Problem damit hat, sich auf Sipgate als VoIP-Anbieter festzulegen, erhält mit dem Netgear TA612V einen günstigen VoIP-Adapter mit ordentlichem Startguthaben. Für Festnetzgespräche wird allerdings weiterhin ein separates Telefon benötigt, da keine Verbindung zum Festnetz hergestellt werden kann.

Ranking: 75%
Hersteller: Netgear
Preis: 99 Euro


Handy Tone 486

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Mit dem Handy Tone 486 liefert Grandstream ein ausgesprochen kompaktes Gerät, das etwa die Abmessungen einer Zigarettenschachtel hat. Es besitzt einen LAN-Port für den Anschluss eines PCs oder Netzwerks, bringt allerdings nur rudimentäre Router-Funktionen mit. So muss man zum Beispiel auf eine Firewall verzichten und bei der Fehlersuche auf nützliche Logfiles beziehungsweise Statusmeldungen. Immerhin lassen sich aber IP-Adressen für die Client-PCs per DHCP vergeben und Port-Weiterleitungen einrichten, um Serverdienste im LAN anzubieten.

Eingerichtet werden können einige Funktionen über ein Sprachmenü vom Telefon aus. Die vollständige Palette aller Einstellungen ist jedoch nur über das Web-Frontend zu erreichen. Dieses kommt völlig ohne Strukturierung aus; alle Einstellmöglichkeiten sind sequenziell aneinandergereiht, wodurch bisweilen die Übersichtlichkeit leidet. Speziell die Fülle von Optionen für die VoIP-Einrichtung dürfte manch unbedarften Nutzer überfordern, zumal nur ein Schnelleinstieg beiliegt und ein umfangreiches Handbuch fehlt.

Wer das Gerät über Sipgate bezieht, dürfte damit allerdings keinerlei Probleme haben, denn das Unternehmen liefert den Adapter fertig konfiguriert aus.

Angeschlossen werden kann lediglich ein Telefon, für das sich auch nur ein SIP-Account anlegen lässt. Immerhin kann der Anwender als Alternative Gespräche über das Festnetz führen. Komfortfunktionen wie Kurzwahl oder Wahlregeln gibt es aber nicht.

Fazit. Grandstream beschränkt sich beim Handy Tone 486 sowohl in Sachen VoIP als auch Router-Funktionen auf das Nötigste.

Ranking: 72%
Hersteller: Grandstream
Preis: 84 Euro


Bipac 7100SV

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Mit dem Bipac 7402VGP führt Billion auf seinen Webseiten zwar einen Router mit zwei Telefonanschlüssen, PSTN-Port für eine Verbindung ins Festnetz und Wireless LAN. Doch dieser befindet sich in der Testphase und ist noch nicht verfügbar.

So ist bisher als einziges Billion-Gerät der Bipac 7100SV fit für die Internet-Telefonie; dessen Ausstattung fällt aber magerer aus. Er ist zwar ein vollwertiger Modem-Router mit allen zugehörigen Funktionen, kommt aber ohne den obligatorischen 4-Port-Switch. Zudem erlaubt er nur den Anschluss eines analogen Telefons. Der dafür erforderliche TAE/RJ11-Adapter fehlt im Lieferumfang, und es kann auch keine Verbindung mit der Amtsleitung hergestellt werden. Dafür kann der Anwender aber vier VoIP-Provider konfigurieren und für jeden vier Accounts anlegen. So ist man sehr flexibel und kann ohne viel Umkonfigurieren kostenlose Gespräche in anderen VoIP-Netzen führen und sich jeweils den Anbieter mit den günstigsten Tarifen für Festnetz und Mobilfunknetz herauspicken.

Im Webmenü hilft ein Assistent bei den wichtigsten Einstellungen wie der Internet-Verbindung und dem Anlegen des ersten VoIP-Accounts. Die weitergehende Konfiguration bremst dann bisweilen mit sich nicht sofort selbst erschließenden Menüs.

Fazit. Dem Billion Bipac 7100SV mangelt es vor allem an einer Möglichkeit, das angeschlossene Telefon auch für Festnetzgespräche zu nutzen. Davon abgesehen handelt es sich um einen zuverlässigen VoIP-Router.

Ranking: 72%
Hersteller: Billion
Preis: 129 Euro


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