Bildbearbeitung Adobe Photoshop CS2
Photoshop in Hochform

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Innovative neue Montagewerkzeuge, ein rundum renovierter Datei-Browser und Zugriff auf Online-Fotoarchive machen CS2 zum besten Photoshop seit langem. Ein Muss für Profi-Grafiker.

Testbericht

Bildbearbeitung Adobe Photoshop CS2

Adobes Profi-Bildbearbeitung hat in der Version 2 nicht nur zahlreiche neue Funktionen erhalten, hinzugekommen ist auch ein neues Modul: Die Stand-alone-Applikation Adobe Bridge ersetzt den alten Datei-Browser. Vorteilhaft ist, dass der Anwender in Photoshop weiterarbeiten kann, während Bridge beispielsweise Thumbnails aufbaut. Das Modul startet sekundenschnell, ebenso wie Photoshop selbst.

Mit Adobe Bridge kann der User Dateien suchen, umbenennen, sortieren und zu Kollektionen zusammenfügen. Zudem werden hier benutzte Ordner, Schriften und Bilder inklusive aller Metadaten und Stichwörter verwaltet und angezeigt. Bridge stellt die Fotos in verschiedenen Ansichten wie Miniaturen oder Filmstreifen dar, wobei die Größe der Thumbnails komfortabel per Schieberegler änderbar ist. Ein Ordner mit 100 JPEGs (28 MByte) ist in nur 17 Sekunden geladen. Mächtig sind die Suchfunktionen, unter anderem ist die Suche nach allen Metadaten möglich. Vom neuen Datei-Browser aus startet der Anwender auf Wunsch auch gleich Photoshop-Werkzeuge wie Photomerge, PDF-Präsentation, Stapelverarbeitung oder die Web-Fotogalerie. Das ist bedienerfreundlich und ermöglicht zügiges Arbeiten.

Überhaupt haben die Adobe-Entwickler viel getan, um Anwendern die Bildbearbeitung zu erleichtern. Beispielsweise ist der Umgang mit Rohdateien von Digicams einfacher geworden. Im Gegensatz zur Vorgängerversion kann Photoshop jetzt mehrere RAW-Bilder gleichzeitig bearbeiten. Das Camera-RAW-Fenster wird in Adobe Bridge per [Strg] + [R] geöffnet. Hier wendet der Nutzer Einstellungen wie etwa Weißbalance, Anpassen der Tonkurve, Beschneiden und Ausrichten mehrerer Fotos gleichzeitig an. Anschließend werden die Dateien in den Formaten DNG, TIF, JPG oder PSD ausgegeben.

Ein weiteres Komfortfeature ist die neue Mehrfachauswahl der Ebenen per Shift-Taste in der Ebenenpalette. Damit verschiebt und löscht der Nutzer die Layer oder weist sie einer Gruppe zu.


Adobe Stock Photos

Bildbearbeitung Adobe Photoshop CS2

Ebenfalls für effektives Arbeiten sorgt der neue Photoshop-Service für Grafiker Adobe Stock Photos. Auch dieser Dienst wird aus Bridge heraus aufgerufen. Der Designer hat jetzt die Möglichkeit, mehrere Fotoarchiv-Datenbanken mit 230 000 Bildern zeitgleich nach qualitativ hochwertigen, lizenzfreien Fotos zu durchsuchen. Gesucht wird per Stichwort oder Bild-ID-Eingabe in 24 Kategorien, eine erweiterte Suche mit Detailangaben ist möglich. Nach Auswahl des Motivs wird eine kostenlose Version in niedriger Auflösung (Komposition) heruntergeladen, die der Anwender ausprobieren kann. Daneben kann er sich den Preis für unterschiedliche Auflösungen anzeigen lassen. Bei Gefallen wandert eine hochaufgelöste Version des Fotos in den Warenkorb.

Praktisch ist auch die neue Smart-Objekte-Technologie. Dank derer können Nutzer aus Adobe Illustrator CS2 importierte Vektorgrafiken ohne Qualitätsverlust skalieren und beispielsweise mit Effekten editieren. In Illustrator vorgenommene Änderungen übernimmt Photoshop dabei automatisch. Dies ist beispielsweise praktisch, wenn nur die verschnörkelten Ränder eines Logos geändert werden sollen, das Bestandteil eines Layouts ist. Hierfür wählt der Nutzer Ebene/Smarte Objekte/Inhalt bearbeiten. Photoshop legt dann eine temporäre Kopie des Objekts an und öffnet diese in Illustrator. Nachdem das Bildmaterial bearbeitet wurde, speichert Photoshop die Änderungen am Smart Objekt und übernimmt sie.

Neue Perspektiven
Dank des neuen Fluchtpunkt-Werkzeugs gehören nun auch aufwändige Design- und Retuscheaufgaben der Vergangenheit an. Damit lassen sich Bildelemente kopieren, entfernen, zeichnen und transformieren. Der Clou dabei: Die Elemente werden automatisch an die Perspektive des Bildes angepasst.

Das Tool fügt sogar Schriftzüge perspektivisch einwandfrei in ein Bild ein. Hierfür kopiert der User zunächst die komplette Textebene (siehe Schriftzug »King Me«, Screen unten) ins Clipboard. Dann legt er im zweiten Bild, das die Bank enthält, über Filter/Fluchtpunkt die Perspektive anhand eines Gitternetzes fest. Abschließend wird die Schrift einfach an der gewünschten Position eingepasst und auf Wunsch dupliziert.


Blendenprobleme beseitigt

Bildbearbeitung Adobe Photoshop CS2

Hinzugekommen sind einige wichtige Korrekturfunktionen, die man, einmal benützt, nicht mehr missen möchte. Ein Klick auf Filter/Verzerrungsfilter/Blendenkorrektur ruft die gleichnamige Funktion auf. Damit werden Probleme wie tonnen- und kissenförmige Verzerrungen, Bilder mit zu dunklen Rändern und Farbsäume (chromatische Aberrationen) korrigiert.

Die Bedienung ist selbsterklärend, die Fehler werden durch Ziehen der jeweiligen Schieberegler behoben. Farbstörungen mindert der Filter Störungen reduzieren. Er lässt sich global oder nach Bildkanal einsetzen. Außerdem berichtigt er blockartige Artefakte, die durch Speichern des Bildes mit niedriger JPEG-Qualität entstehen, was im Test einwandfrei funktioniert. Die Performance ist gut, die Filter werden schnell angewandt.

Photoshop CS2 wurde um unzählige innovative Funktionen erweitert. Allein Features wie Blendenkorrektur und Fluchtpunkt-Werkzeug lohnen die Anschaffung. Der Anwender kann die Oberfläche jetzt komplett an die eigenen Bedürfnisse anpassen, Menüsätze werden benutzerdefiniert zusammengestellt. Funktionen wie das Bearbeiten mehrerer RAW-Bilder erleichtern die Arbeit merklich. Kurzum: Ein Muss für alle Profi-Grafiker.


Testergebnis

Bildbearbeitung Adobe Photoshop CS2

Hersteller: Adobe
Produktname: Photoshop CS2

Internet: Adobe Homepage
Preis: 1050 Euro, Upgrade 290 Euro (Aktuelle Software im testticker.de-Softwareshop)

Das ist neu
– Adobe Bridge mit Camera-RAW-Plug-in
– Adobe Stock Photos
– Fluchtpunkt- und Verkrümmungswerkzeug
– Menüsätze benutzerdefiniert zusammenstellbar
– Blendenkorrektur, neuer Störungsfilter
– verbessertes Arbeiten mit Ebenen

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme : Windows 2000, SP 3/XP SP 1
Prozessor: Pentium 4/1,8 GHz
Arbeitsspeicher: 512 MByte

Pro & Contra
+ gleichzeitiges Bearbeiten mehrerer RAW-Bilder
+ gelungener neuer Datei-Browser
+ Bildelemente perspektivisch korrekt kopieren

Gesamtwertung: sehr gut
Leistung (40%): sehr gut
Ausstattung (40%): sehr gut
Bedienung (20%): gut