Apple bricht mit IBM
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Apple setzt in Zukunft auf Intel-Prozessoren. Die Abkehr von IBMs PowerPC hat auch mit Sonys Playstation 3 und Microsofts Xbox zu tun.

Apple wechselt zu Intel

Apple bricht mit IBM

San Francisco, 6. Juni 2005, Worldwide Developers Conference (WWDC): Steve Jobs verkündet auf der Apple-Entwicklerkonferenz, von IBMs PowerPC-CPUs zu Intel-Prozessoren zu wechseln. Realisiert werden soll dies ab 2006. Zwar hatte es schon vorher Gerüchte gegeben, aber so wirklich wollte niemand glauben, dass ausgerechnet der Hersteller, der das »Think Different« zum Credo erhoben hat, nun dieselbe Prozessorarchitektur einsetzt wie das gemeine PC-Volk.


Der Bruch mit IBM

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Vor zwei Jahren bei der WWDC 2003 stand Steve Jobs auf der Bühne und verkündete, dass es binnen eines Jahres Macs mit 3-GHz-G5-Prozessoren zu kaufen gebe. Heute führt Jobs den Umstand, dass IBM diese Prozessoren nicht liefern kann, als Grund für den Umstieg an. Tatsächlich scheint IBM beim G5 ein thermisches Problem zu haben. Denn sonst würden die beiden 2,7-GHz-Prozessoren im Apple-Spitzenmodell keine Wasserkühlung benötigen.

Schwerwiegender dürfte allerdings der Umstand gewesen sein, dass Apple-Notebooks bis heute mit den von IBM entwickelten und bei Freescale gebauten G4-CPUs auskommen müssen. Die benötigen zwar wenig Strom, können aber in ihrer Leistung mit dem Pentium M von Intel nicht mehr mithalten.


G5 auf dem Abstellgleis

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IBM hätte zwar sehr wohl das Potenzial, einen schnellen und genügsamen G5 zu entwickeln. Doch Insider schätzen, dass es am nötigen Willen gefehlt hat. Offenbar konnten sich IBM und Apple nicht über den Preis für die neuen Prozessoren einigen. Nach Informationen der New York Times betrachteten die IBM-Verantwortlichen das Apple-Geschäft jedenfalls als nicht profitabel, daher stand eine Fortführung der Prozessor-Roadmap auch zur Disposition.

IBM ist auf das Apple-Geschäft auch nicht mehr angewiesen, da Microsoft, Nintendo und Sony in ihren Spielekonsolen CPUs von IBM verwenden werden.


OS X für Intel in der Hinterhand

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Apple wiederum braucht IBM nicht. Beim Betriebssystem OS X hatte Apple von vornherein zwei Entwicklungszweige gepflegt: einen für die PowerPC-Architektur und im Geheimem einen weiteren für x86-CPUs.

Wie leicht oder schwierig die Portierung von Software auf OS X für Intel-CPUs sein wird, hängt davon ab, mit welchen Tools sie entwickelt wurde. Auf jeden Fall bietet Apple schon jetzt für Software-Entwickler eine Entwicklungsplattform auf Pentium-4-Basis an. Für PPC-Software wird Apple in OS X mit »Rosetta« einen Emulator integrieren, der auf der Technologie des britischen Herstellers Transitive basiert.

Sinnkrise bei Apple-Fans

Bei besonders eingefleischten Fans der Firma mit dem Apfel-Logo hat der angekündigte Schwenk zu Intel zu heftigen Reaktionen gesorgt: Schließlich galt Intel bislang als »Feind« und Apple hatte sich auch bemüht, in immer neuen Benchmarks die Überlegenheit der eigenen G5-Rechner über PCs mit Intel-Pentium-4 zu demonstrieren. In den Intel-Macs werden aller Voraussicht nach Dual-Core-Pentium-D-CPUs oder die nächste Generation der Pentium-M-Prozessoren verwendet werden, die dann auch 64-Bit-fähig sind.