Ultrakompakte Digicams im Test
Kameras mit 5 Megapixeln

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Die Crème de la Creme der Mini-Digitalkameras hat 5 Megapixel. Design, Material und Verarbeitungsqualität sind bei dieser Klasse wichtiger als die nackten Leistungsdaten.

Canon Ixus

Ultrakompakte Digicams im Test

Was ist schön? Was ist geschmackvoll? Was ist in? Was ist out? Auf all diese Fragen, die uns immer wieder gern von so genannten Fachleuten in den Medien beantwortet werden, gibt es nur eine ehrliche Antwort: »Das liegt im Auge des Betrachters.«
Bei den ultrakompakten und edlen Digitalkameras will sich offensichtlich kaum einer der Hersteller der Geschmacksdiskussion stellen vier der sechs Geräte sind offenbar Geschwister. Die Ähnlichkeit ist ganz unverkennbar. Doch welches kann das Recht der Erstgeburt für sich in Anspruch nehmen? Das ist die Ixus von Canon, die in der neuen Variante, der 50er, im Test vertreten ist.
Die Erfolgsgeschichte dieses Modells, das es übrigens schon zu Zeiten des APS-Films gab, sucht seinesgleichen. Immerhin wurde ein Gerät aus dieser Reihe weltweit schon über 10 Millionen Mal verkauft und trug damit entscheidend zum großen Erfolg von Canon in den letzten Jahren bei. Deshalb ist es Casio, Pentax und Fuji wohl nicht übel zu nehmen, wenn sie sich an dessen Erscheinungsbild orientiert haben.

Bild: Canon Ixus 50


Casio Exilim

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Alle vier haben Metallgehäuse und sind sehr gut verarbeitet. Die Vorderseiten weichen optisch kaum voneinander ab. Von hinten betrachtet sticht die Casio Exilim mit dem deutlich größeren Display hervor. Über einen optischen Sucher verfügen nur noch die Canon Ixus und die Fuji FinePix. Auf das praktische Rundelement zur Bedienung verzichtet nur Fuji bei der F455. Dadurch ist die Navigation über das Menü zwar etwas gewöhnungsbedürftig, dafür bietet das aber den Vorteil, dass es möglich wird, die Kamera fest mit dem Daumen zu fixieren, ohne versehentlich auf die Knöpfe zu kommen.
Speicherkartenslot und Akkufach befinden sich bei allen gleich an der Unterseite. Hier zeigt sich auch die einzige Schwäche in der Verarbeitung der Canon: Die Verschlussklappe ist aus Kunststoff selbst das Scharnier und macht keinen stabilen Eindruck.
Sonys Designvariante unterscheidet sich vor allem auf der Vorderseite, denn bis auf den Kreis, der sich bei Bedarf automatisch öffnet, könnte es sich auf den ersten Blick auch um ein schickes Zigarettenetui handeln. Hier wurde sauber gearbeitet, und das Edelfeeling kommt sehr gut rüber.

Bild: Casio Exilim


Olympus µ-mini

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So richtig in Experimentierlaune war die Kreativabteilung von Olympus, als sie die
µ-mini entwarf. Das baugleiche Vorgängermodell mit 4 Megapixeln bekam prompt den »DIWA Silver Award« fürs Design, den ein Konsortium bildspezialisierter Webpublikationen vergibt. Doch diese Kamera polarisiert: Entweder man liebt sie oder man hasst sie. Selbst im überschaubaren Umfeld der Redaktion gibt es absolute Fans, die es nicht erwarten konnten, die µ-mini so bald wie möglich in die Finger zu kriegen. Die Gegenfraktion konnte sich so gar nicht mit dem Aussehen der Olympus anfreunden. So entbrannte obwohl man ja über Geschmack nicht streitet! das ein oder andere bewegte Gespräch über eine kleine, unschuldige Digitalkamera.

Stabile Kamera
Auf den ersten Blick wirkt die µ-mini digital S etwas fragil. Doch der Eindruck täuscht, denn sie ist eine Outdoorkamera im wetterfesten Korpus. Das Objektiv zieht sich beim Ausschalten ins Gehäuse zurück und wird selbstständig von einer großen Schutzklappe verdeckt, so dass sich eine ebene Frontfläche bildet. (Das Geräusch, das dabei entsteht, erinnert übrigens entfernt an das Durchladen einer Automatikpistole.) Die Passmaße an den Verbindungskanten zwischen den Gehäusekomponenten variieren sichtbar, aber nicht unbedingt störend ein Tribut an die ungewöhnliche Bauform.
Der Test auf den folgenden Seiten nimmt unter die Lupe, was die sechs Konkurrenten technisch draufhaben. Obwohl erfahrungsgemäß hat das Auge bereits entschieden. Es ist eben Liebe auf den ersten Blick.

Bild: Olympus µ-mini Digital S


Testverfahren

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Die edlen und ultrakompakten 5-Megapixler mussten sich den Messungen des renommierten DCTau-Prüfverfahren von Testspezialist Anders Uschold stellen.
allen voran setzt den Maßstab die Ixus 50. Die neue ist noch kompakter geworden, obwohl das LCD um 1,2 Zentimeter gewachsen ist. Deswegen kommen jetzt auch statt der großen CompactFlash-Karten die kleinen SD-Cards als Speichermedium zum Einsatz. Die Dynamik der Kamera kommt mit kontrastreichen Motiven ausgezeichnet zurecht.

Dockingstation läd Kamera
Schon die Dockingstation mit integrierter Ladefunktion ist bei der Casio Exilim EX-Z57 ein gutes Argument für den Kauf. Mit 2,7 Zoll verfügt sie über das größte Display. Beim Rauschen bricht sie gegenüber den Mitbewerbern aus hier würde sie nur ein »ausreichend« erzielen. Das hat zur Folge, dass die Aufnahmen nur bedingt für eine eingehende Nachbearbeitung tauglich sind; außerdem sollte die Ausgabe der Bilder nur in kleinen und mittleren Formaten erfolgen.

Bild: Pentax Optio S5n


Übersicht

Ultrakompakte Digicams im Test

Gleichgewichtsmeister Fuji schafft es, bei der Finepix F455 trotz der hohen Auflösung, die Artefaktrate erstaunlich gering zu halten. Diese Harmonie zu erreichen, ist nicht einfach, denn normalerweise steigt mit der Auflösung auch die Anzahl der Artefaktrate. Diesen Effekt bekämpft Fuji offensichtlich durch intelligente Kamerasoftware.
Bei dem ungewöhnlichen Design der µ-mini Digital S sind auch die Bedienelemente eigenwillig angeordnet. Doch hat auch dieses Modell ein gutes Gleichgewicht von Auflösung und Artefakten gefunden. Das kleine Objektiv zeigt Schwächen bei Randabdunklung und Verzeichnung.Nicht nur das Gehäuse glänzt bei der Pentax Optio S5n. Sie tut sich auch mit sehr gutem Wirkungsgrad hervor, einer zurückhaltenden Scharfzeichnung, geringem Rauschen und einer sehr präzisen Tonwertwiedergabe.

Sony mit Lupenfunktion
Ganz nah ran geht die Sony. Mit der Lupenfunktion der DSC-T33 sind Aufnahmen bis zu einem Abstand von nur einem Zentimeter möglich. Wegen der Kompaktheit des Objektivs sind Randabdunkelung und Verzeichnung allerdings deutlich. Scharfzeichung und Dynamik sind gut abgestimmt. Selbst der harte Test mit seinen zahllosen Schikanen konnte die edlen Kompakten nicht klein kriegen. Unterschiede bei den Leistungswerten bewegen sich innerhalb der Zehn-Prozent-Grenze, so dass kein Modell einen entscheidenden Vorteil herausschlagen kann. Der beste Tipp: Die nehmen, die gefällt.

Testergebnisse im Detail

Bild: Fuji Finepix F455