Kostenloser Tausch: Illegale Windows-Kopien gegen Originale

BetriebssystemWorkspace

Wenn Anwender die Herkunft ihrer gefälschten Raubkopien nennen, werden sie für das “Petzen” mit Originalen belohnt.

Zu viele gewerblich verbreitete Windows-XP-Kopien – das will Microsoft eindämmen. In seinem neuen Anti-Raubkopier-Programm gibt sich der Hersteller konziliant: Wer die Herkunft von gefälschten Windows-CDs meldet, bekommt sogar ein kostenloses Original; je nach Version kann es aber auch etwas kosten – doch der Preis ist geringer.

Dadurch, so Microsoft gestern auf einer Ankündigung in Washington, wolle man den Kopierern eher auf die Schliche kommen. Die Update-Routine des Betriebssystems prüft zunächst auf die Echtheit – wer eine illegale Kopie hat, erhält statt des gewünschten Patches eine Aufforderung, Angaben zur Herkunft ihrer der Software einzugeben und die Fälschungen einzuschicken.

Zumindest das “Anrecht auf den Kauf des Originals zum halben Preis” erwerben damit alle, die ihre Kopie einschicken. Wer sogar einen Kaufbeleg für die Fälschung vorweisen kann, bekommt Windows sogar kostenlos.

Damit erfolgt seit gestern die Überprüfung der Echtheit zwangsweise – bisher handelte es sich nur um eine “optionale Funktion”, Angeblich haben gestern bereits 40 Millionen Anwender ihr Windows überprüfen lassen – kein Wunder, wenn Microsoft Updates vortäuscht und damit ohnehin jede Windows-Version automatisch überprüft. Wie viele Fälschungen nun dabei waren, wollte oder konnte Microsoft aber noch nicht mitteilen.

Patches gibt es künftig übrigens nur noch, wenn es sich um ein Windows-Original handelt. Die Funktion wurde bereits in Brasilien, einer Hochburg der Raubkopierer, ausgetestet. Seinerzeit hatte MS allerdings noch Patches für die Raubkopien angeboten. (mk)

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