Kreditkartendiebstahl kostet CardSystems die Existenz

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Der Kreditkarten-Abrechner CardSystems, dem 40 Millionen Datensätze durch Hacker gestohlen wurden, muss für die Unachtsamkeit büßen: Visa und Mastercard wollen die Zusammenarbeit einstellen.

Die Folgen des größten Kreditkarten-Datendiebstahls aller Zeiten bei CardSystems (wir berichteten) haben nicht nur bei abgezockten Kunden ihre Spuren hinterlassen: Wie die Washington Post berichtet, wird CardSystems nun offenbar aus dem Geschäft gedrängt. Firmenchef John M. Perry erklärte dies wehleidig auf einer Anhörung vor dem US-Kongress.

Visa und American Express haben der Firma bereits die Ausführung von Transaktionen untersagt; der Handel muss seine Systeme bis zum 31. Oktober auf andere Transaktions-Dienstleister umstellen. Dies sei eine “drakonische Strafe”, klagt Perry, die das Ende der Geschäftstätigkeit und die Kündigung von 115 Beschäftigten zur Folge habe. Weil das Vorgehen den Mitbewerbern quasi aufzwänge, Sicherheitsprobleme geheimzuhalten, sei das Vorgehen der Kreditinstitute nicht gut: es werde nur zu größeren Schäden bei den Kartenbesitzern führen.

Was der Mann von CardSystems nicht erwähnte: Neue Gesetze in einigen US-Bundesstaaten zwingen die Unternehmen ohnehin, größere Sicherheitsprobleme öffentlich zu melden. Dies drängt sie zu regelmäßigen Security-Audits. Das letzte Audit von CardSystems fand offenbar im Jahr 2003 statt. (mk)

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