SCO-Linux-Kampf auf Sand gebaut?

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Anwälte gegen den Pinguin, nächste Runde: Eine interne SCO-Untersuchung fand eigentlich keine Beweise für Urheberrechtsverletzungen. Die Code-Fragmente wurden bereits vor 2003 geprüft. Die Klage gegen IBM wurde dennoch erhoben.

Von Anfang an schien die Klage der SCO-Manager gegen IBM keine Grundlage gehabt zu haben. Denn mehr als ein halbes Jahr vor der Klage hat eine interne Untersuchung von SCO wohl ergeben, dass sich im Linux-Quellcode keinerlei Beweise für den Vorwurf finden lassen, IBM hätte unberechtigt geschützten Unix-Quellcode verwendet. In einer internen Mail von Sommer 2003 schreibt SCO-Entwickler Michael Davidson an den zuständigen Senior Vice President Reg Broughton: “Letztendlich haben wir absolut nichts gefunden, keinen Beweis für eine Urheberrechtsverletzung und auch sonst nichts”.

Der Brief wurde nun von der juristischen Website “Groklaw” veröffentlicht. SCO-Sprecher Blake Stowell bestätigte gegenüber dem US-Branchendienst ‘CNet’ die Echtheit der E-Mail; man solle aber nicht voreilig Rückschlüsse auf den Prozess ziehen – schließlich würden die Untersuchungsmethoden und der Zeitpunkt nicht genannt.

Den Brief hatte IBM schon einmal vor Gericht vorgewiesen, um die SCO-Klage abzuweisen – erfolglos. Der Entwickler Davidson wurde von SCO von der Untersuchung abgezogen, nachdem er sie als “Zeitverschwendung” bezeichnet hatte. Das SCO-Management setzte daraufhin einen weiteren Gutachter ein – dessen Briefe sprechen von Fragmenten des Kernels, mehreren Bibliotheken und einigen Tools, die sehr an AT&T Unix erinnern würden. Der Richter wies daher die Klage nicht ab, der Prozess zieht sich weiter hin. SCO verlangt von IBM 3 Milliarden Dollar Schadensersatz. (mk)

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