Musiklabels beschweren sich über die BBC

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Der britische Sender BBC Radio stellte seinen Hörern alle neun Beethoven-Symphonien zum Download zur Verfügung. Klassikmusik-Labels finden das nicht komisch und nennen es Wettbewerbsverzerrung.

Der britische Chef des Billig-Klassiklabels Naxos beschwerte sich gegenüber der Zeitung “The Independent” über das Geschenk der BBC an seine Hörer. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte die mit eigenem Orchester eingespielten Beethoven-Symphonien kostenfrei als MP3 online gestellt. Mittlerweile kursieren die Aufnahmen im Netz und sind für jedermann frei verfügbar.

Naxos-Chef Anthony Anderson findet das nicht fair. Der gebührenfinanzierte Sender BBC (in England eigentlich steuerfinanziert) würde “den wahrgenommenen Wert von Musik entwerten “. Man erzeuge den Eindruck, solche Dateien herunterzuladen sei immer rechtlich einwandfrei.

In diesem Falle ist es tatsächlich in Ordnung: Beethoven kann nicht klagen und ist lange tot, die Rechte an den (seinerzeit kostenfreien) Konzertaufnahmen der BBC Philharmonic besitzt der Sender selbst.

Dass der steuerfinanzierte Sender die Musik kostenfrei abgibt, verstärkt jedoch das Dilemma der Klassik-Produzenten; man selber müsse, ohne Steuergelder, Orchester und Aufnahmen bezahlen und könne so nicht mehr in ordentlichen Wettbewerb treten. Komisch, denn viele der Naxos-Werke sind bereits von günstigen osteuropäischen Orchestern eingespielt. (mk)

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