Dual-Core-Prototyp für Notebooks
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Verdammt flott: Intels Dual-Core-Prototyp für Notebooks beeindruckt bei einem ersten Benchmark. Die CPU, Codename Yonah, soll Anfang 2006 auf den Markt kommen.

Codename Yonah

Dual-Core-Prototyp für Notebooks

Erst Anfang 2006 will Intel seine Dual-Core-CPU für Notebooks, Codename Yonah, anbieten. PCpro konnte bereits jetzt exklusiv einen Benchmarkwert erhaschen. Der belegt eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des Prozessors. Zwar steckt die 2-GHz-CPU noch auf einem Entwicklungs-Board und es ist auch unklar, ob der Prozessor mit dieser Taktfrequenz in den Handel kommt.

Dennoch ist der mit Cinebench 2003 ermittelte Wert von 542 Punkten ein Hinweis darauf, wie schnell der Prozessor sein wird. Zwei Prozessorkerne verhelfen dem Intel-Chip zu einem Leistungsschub. Beim Berechnen des Bildes in Cinebench wird die Rechenlast sogar auf vier CPUs verteilt: Jeder Yonah-Kern wird dank Hyperthreading zu zwei virtuellen Prozessoren.

Zum Vergleich: Ein aktuelles Highend-Notebook wie das Dell Inspiron XPS Gen 2 mit Pentium M (2,13 GHz) liefert 279 Punkte. Die momentan schnellste Desktop-CPU, der AMD Athlon 64 X2 4800+, schafft 633 Punkte. Intels Top-Modell Pentium Extreme Edition 840 kommt mit 3,2 GHz Taktfrequenz auf 613 Punkte. Angesichts der großen Unterschiede in der Taktrate schneidet die Notebook-CPU also sehr gut ab. Zumal die Entwicklung von Yonah noch gar nicht abgeschlossen ist.


Neue Details vom Hoffnungsträger

Dual-Core-Prototyp für Notebooks

Neben diesen inoffiziellen Werten gab Mooly Eden, der technische Vater der Pentium-M-Serie, noch öffentliche Details zur kommenden Notebook-Generation (Napa-Plattform) mit Yonah bekannt. Der Front-Side-Bus läuft mit 667 MHz und die beiden Prozessorkerne teilen sich einen 2-MByte-Level-2-Cache. Welcher Kern wie viel Zwischenspeicher bekommt, bestimmt ein Algorithmus im Cache-Controller, der den Kernen Cache dynamisch zuweist. Insgesamt soll Yona aus über 151 Millionen Transistoren bestehen. Da die CPU im 65-Nanometer-Prozess gefertigt wird, passt diese hohe Transistor-Anzahl auf einen Die, der kaum größer sein wird als der heutiger Mobil-Prozessoren.

Trotz der beeindruckenden Leistung dürften die von Dual-Core-Yonahs angetriebenen Napa-Notebooks eine längere Akkulaufzeit haben als aktuelle Geräte auf Basis der Sonoma-Plattform. Zwar wollte Eden nicht bestätigen, dass Sonoma-Notebooks bei gleicher Leistung eine schlechtere Laufzeit haben als ihre Vorgänger der ersten Centrino-Generation. Er räumte aber ein, dass die PCI-Express-Schnittstelle bei Sonoma »sowohl den Grafikchip-Herstellern als auch Intel Raum für Verbesserungen« lässt. Anders ausgedrückt: Die fehlerhafte PCI-Express-Implementierung macht die Energie-Optimierung bei Sonoma zunichte.


Hohe Grafikleistung Neid auf Apple

Dual-Core-Prototyp für Notebooks

Laut Mooly Eden wird auch die Grafikperformance der Napa-Notebooks mit integriertem Grafikchip deutlich ansteigen. Sie soll auf dem Niveau der aktuellen 945er-Desktop-Chipsätze liegen. Auf die Frage, wann es bei Wintel-Notebooks endlich eine Aufwachzeit aus dem Stand-by von wenigen Sekunden ähnlich den Powerbooks von Apple geben wird, bekannte Eden: »Es gibt nichts Besseres, als Hard- und Software gleichzeitig zu kontrollieren, wie Apple das macht. Da wir das nicht können, müssen wir auf Microsoft warten.« Ob der XP-Nachfolger Longhorn die Instant-on-Technik beherrschen wird, konnte Eden auch nicht sagen.