T-Com testet WiMax bei Privatkunden

Netzwerke

Die Telekom will der Konkurrenz im Kampf um die letzte Meile zuvorkommen: WiMax-Funkverbindungen machen das Löcherbaggern für lokale Kabel unnötig.

Die Technik, die einst erfunden wurde, um die Leitungen der Telekommunikationsmonopole zu umgehen, wird nun eben von diesen ehemaligen Staatsbetrieben eingesetzt: T-Com testet WiMax im Realbetrieb.

Die Festnetzsparte der Deutschen Telekom hat bisher WiMax nur im Labor erfolgreich getestet – und prüft die Technik nun unter realistischeren Bedingungen direkt beim Kunden. Am Pilotprojekt nehmen seit heute 100 Privatkunden im Großraum Bonn teil; sie nutzen per WiMax-Funkverbindung die T-DSL-Angebote des Konzerns.

Bis zum 31. März 2006 dauert der Pilotbetrieb an. Bis dahin will die T-Com feststellen, ob sich die Technik sinnvoll einsetzen lässt. So heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Insgeheim aber will der Betrieb herausfinden, ob sich WiMax auch rechnet.

Die WiMax-Backbones sind mit den T-DSL-Schnittstellen verbunden; die Entfernung zu den Empfängerantennen der Kunden beträgt bis zu sechs Kilometer Luftlinie.

Die Telekom stellt den Testkunden die WiMax-Hardware für die Zeit des Pilotbetriebs zur Verfügung. Anfangs übernimmt die T-Com auch die Einrichtung. Die bei den Probanden verwendeten Geräte entsprechen dem aktuellen WiMax-Standard IEEE802.16d(-2004) und kommen nur im Pilotbetrieb zum Einsatz. Was die Telekom letztendlich einsetzen wird, steht noch nicht fest. Bleibt zu hoffen, dass der rosa Riese nicht wieder einen eigenen, abgewandelten Standard nimmt. (mk)

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