Scheitern als Chance? Mobilfunk-Bezahlkonsortium bricht auseinander

Elektronisches BezahlenMarketing

Das Simpay-Konsortium stellt ihre europaweite Handy-Bezahllösung ein. Klingt schlecht, aber für die Geschäftsleitung der debitel-Tochter Midray öffnen sich nach Wegfall der Europa-Bremse “neue Chancen für Mobile Payment in Deutschland”.

Sie haben es versucht: Internationale Mobilfunkbetreiber wollten mit “Simpay” ein länderübergreifendes mobiles Bezahlsystem etablieren. Das Ende des internationalen Gezerres könnte jedoch Chancen für mobiles Payment in Deutschland eröffnen, meint Dirk Uhlemann, Geschäftsführer der debitel-Tochter Midray GmbH. Der Mobile Business-Anbieter aus Köln hat unabhängig vom Europa-Konsortium eine eigene Lösung entwickelt – weil bei europäischen Projekten sowieso alles sehr lange dauert, wie schon in der Politik zu sehen ist. Bettina Kopetschke, Sprecherin der Midray GmbH, bezeichnet den mißratenen Versuch, zu europaweiter Einigung zu kommen, als “sportlich heruasfordernde Angelegenheit”.

Das so genannte “M-Payment” wird in Studien optimistisch auf weltweit 30 Milliarden Euro bis 2008 eingeschätzt, für Deutschland sieht Uhlemann eine Milliarde als durchaus machbar an.

Und nach Simpay gibt es ja noch Payray – von Midray. Trotz all der verlorenen Strahlkraft des europäischen Konzepts betreibt die deutsche Firma noch recht erfolgreich Zahlungslösungen für Bild.T-Online, sport1.de und speedgamez.com. Die Bezahlung verschiedener Dienste wird hier einfach durch einen Anruf erledigt und über die Handyrechnung abgebucht.

Unter www.payray.de kann der Verbraucher seine Abonnements und Einmalzahlungen nach Eingabe der Mobilfunknummer jederzeit einsehen und kündigen. Für Unternehmen lässt sich Payray in bestehende Abrechnungsdienste integrieren.

Die Handy-Lösung als Bezahldienst mag ihre Marktchancen haben, denn persönliche Daten müssen nirgendwo preisgegeben werden. Ob der Kunde aber zu zahlen bereit ist, hängt von den Inhalten ab – und ob diese nicht jemand anderes umsonst hergibt. (mk)

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