AMD bezichtigt Intel des Monopolmissbrauchs

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Nach den Klagen gegen Software-Riese Microsoft muss nun auch Hardwaregigant Intel dran glauben. Konkurrent AMD wirft dem Chip-Krösus vor, PC-Hersteller mit illegalen Anreizen vom Kauf der AMD-CPUs abgehalten zu haben.

Die Kartellklage, die AMD gegen seinen Erzrivalen nun eingereicht hat, wirft Intel vor, Unternehmen weltweit durch fiese Tricks davon abgehalten zu haben, Chips von AMD zu erwerben. Der Hersteller nutze sein Nahezu-Monopol auf x86-Prozessoren aus.

Die 48-seitige Klageschrift beschuldigt Intel der Nötigung von Kunden. PC-Hersteller, Distributoren, Systemhäuser und Einzelhändler seien massiv bedrängt worden, keine Geschäfte mit AMD abzuschließen. “Menschen von Osaka über Frankfurt bis Chicago zahlen täglich den Preis für Intels Monopolmissbrauch”, heißt es in einem Kommentar von AMDs Vorstandsvorsitzendem Hector Ruiz. Intel habe große PC-Anbieter dabei sogar bestochen, um Exklusivabkommen abschließen zu können, manche Hersteller seien auch mit überzogenen Rabatten zum Kauf von Intel-Chips bewegt worden.

HP beispielsweise sei allerdings die Auszahlung von solchen Rabatten verweigert worden, nachdem der Hersteller Notebooks mit AMD-CPUs angeboten habe Acer seien sogar einschneidende Konsequenzen angedroht worden, wenn der Hersteller am Produkt-Launch des Athlon 64 teilnehmen würde. Media Markt verkaufe erst gar keine PCs mit AMD-Prozessoren. Noch schlimmer: Die Intel-Compiler seien so programmiert, dass sie für AMD-Prozessoren automatisch langsameren Code erzeugen würden. Den vollen Text der Klage bietet AMD zum Download an.

Die in den USA im Staat Delaware eingereichte Klage stützt sich auf eine Entscheidung der “Fair Trade Commission of Japan” (JFTC), die Intel als “Ausnutzer seiner Monopolstellung” bezeichnet. Ein fairer und offener Wettbewerb würde so unterbunden. Dies hat auch bereits die europäische Kartellbehörde auf den Plan gerufen. (mk)

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