Chaotischer Vielvölkerstaat Internet
Ärger um internationale E-Trade-Vereinbarungen

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Die Länder müssen bereit sein, ein gewisses Maß an Souveränität zu opfern, wenn globales E-Business ordentich geregelt werden soll.

Chaotischer Vielvölkerstaat Internet

In diesem Monat schreibe ich meinen Artikel von Dubrovnik aus, in Kroatien, wo ich an einer Sicherheitskonferenz teilnehme. Aus den Referaten wurde klar ersichtlich, dass zwischen den technischen Experten und denjenigen von uns, die sich mit organisatorischen und rechtlichen Problemen befassen, eine zu große Kluft besteht.

Wir müssen mehr zusammenarbeiten – aber stattdessen neigen wir dazu, die Sicherheit vor allem als eine technische oder rechtliche Angelegenheit zu betrachten – je nach unserem individuellen Background.

Die technischen Hintergründe sind natürlich enorm kompliziert – und ehrlich gesagt, verstehe ich sie selbst nicht immer richtig. Allerdings habe ich den Eindruck, dass auch die Gesetze – jetzt nachdem ich den Vorteil hatte, Rednern aus der ganzen Welt zuzuhören – noch komplexer sind, als ich dachte.

Moralische und soziale Besonderheiten erschweren internationale Kooperation
Jedes Land scheint nach einer anderen Methode vorzugehen, wobei sich an der Spitze völlig unterschiedliche moralische und soziale Standards überlagern. Was im einen Land akzeptabel ist, ist in einem anderen nicht immer angemessen.

Wir haben eine hohe Wertschätzung für die persönliche Freiheit sowie die Redefreiheit, während andere Länder das Empfinden haben, dass es eine Pflicht ist, ihre Bürger zu schützen, indem sie den Zugang zu bestimmten Inhalten beschränken. Es ist eine Frage des Blickwinkels und des Hintergrunds.

Eine Methode, die in Großbritannien funktioniert, könnte woanders zu einem Stirnrunzeln führen – zum Beispiel beim übertriebenen Datenschutz in Deutschland.

Geht man von dem Faktum der globalen Wirtschaft und dem Fehlen von “Grenzen” in unserer E-Welt aus, werden wir aber diese schwer fassbare, universelle Lösung finden müssen. Wir haben ein gemeinsames Problem, und im Moment sind es die divergierenden Standards und rechtlichen Vorgehensweisen, die unsere Anstrengungen behindern und nur den Hackern und Kriminellen Hilfestellung leisten. Die Länder müssen etwas von ihrer Souveränität zugunsten von gemeinsamen Standards und harmonisierten Gesetzen aufgeben.

Dies kann für einige Länder eine fundamentale Veränderung bedeuten – die toll ist, solange man nicht unter den Ländern ist, die diese Veränderungen vornehmen müssen. Die verschiedenen Vollstreckungsbehörden werden ebenfalls enger zusammenarbeiten müssen. Rechtliche Unterschiede, die in einigen Ländern höhere Strafen ansetzen und woanders wiederum geringere, müssen beseitigt werden. Nur so haben wir Sicherheit und Übereinstimmung und vermeiden das “Länder-Hopping” von Kriminellen oder ganz einfach von schlauen Unternehmern. Und nein, diese deutsche Firma in Antigua verlinken wir jetzt besser nicht als Beispiel…

Das EU-Problem auch im Internet: Angst vor Autonomie-Verlust
Leider mögen es die nationalen Regierungen nicht, ihre Autonomie aufzugeben und – zuweilen – auch gehegte und gepflegte Ideale. Und die Regeln, über die man sich schließlich einig geworden ist, müssen immer noch unsere persönliche Freiheit und unsere Persönlichkeitsrechte schützen.

Während ich hier in Dubrovnik sitze, wurde auch absolut deutlich, wie sehr ich doch von der Technik abhängig bin, um zu funktionieren. Die Organisatoren haben freundlicherweise eine gute drahtlose Verbindung zur Verfügung gestellt und ich habe eine Ausweichmöglichkeit auf meiner GPRS Datenkarte, wenn das WLAN nicht funktionieren sollte. Ich hoffe aber auf die UMTS-Generation – wenn das im Rest von Europa nicht so miserabel organisiert ist wie in Großbritannien, könnte es etwas bringen.

Damit sind wir wieder von den Gesetzen zur Technik zurück gekommen: Es ist endlich Zeit, dass ein Anbieter die drei Geräte, die ich mit mir rumschleppe, in ein kleines “Kommunikationszentrum” verwandelt werden, das in der Lage ist, E-Mail, Sprachdienste und auch Daten zu beherrschen.

Zweifellos glauben zwar schon einige, dass sie die Lösung bereits haben, aber ich muss mich noch nach etwas umsehen, was die Funktionalität, die Lebensdauer der Batterie und die einfache Bedienung, die ich haben möchte, miteinander kombiniert. Und es muss in allen Ländern laufen – noch so ein Problem mit Regulierungen, Technik und Ungeduld der Kunden.