Wo sich MAC OS X und XP treffen
Der MAC mini

WorkspaceZubehör

Der Mac mini ist genauso gut und einfach zu bedienen wie ein Windows-PC. Die Tücke steckt wie immer im Detail. Unterschiedliche Tastenbelegungen und ein ungewohntes Bedienkonzept erfordern umlernen. Der Umstieg lohnt.

Eine neue Ära

Wo sich MAC OS X und XP treffen

So recht mochte ich es nicht glauben. Nach wochenlanger Wartezeit und einigen Terminverschiebungen des Händlers hat sich der Mac mini endlich bei mir eingefunden. Da war Apple wohl selbst vom Erfolg überrascht und kommt mit dem Produzieren nicht nach. Nun gut, das Computerkleinod mit Kulteffekt war jedenfalls die Wartezeit wert. Schließlich kommt nicht alle Tage der Computer an, der das Ende der Windows-Ära in meinem Hause einleiten soll. Denn der Mac mini soll im Privaten nach und nach den PC ablösen. Warum? Pure Abentuerlust. Und natürlich sieht der kleine Kasten klasse aus. Außerdem heißt es ja immer, dass sich ein Mac einfach einen Tick anders und angenehmer bedienen lassen soll als Windows.

Gute Ausstattung
Von Haus aus ist der bestellte Mac mini bereits maximäßig ausgestattet. Mit DVD-Brenner, 1 GByte Speicher, 80 GByte Festplatte, WLAN und Bluetooth kann man schon was anfangen. Zum Betriebssystem gibt es ein einfaches Works-Paket und eine dicke Softwarepackung namens iLife. Dazu gehören der DVD-Player iDVD, das Videoschnittprogramm iMovie, ein Verwaltungsprogramm für Fotos namens iPhoto und nicht zuletzt iTunes das Abspielprogramm für MP3. Kreativ wird es, sobald Garage Band zum Einsatz kommt. Zusammen mit einem USB-Keyboard verwandelt das den Mac in ein Musikstudio vom Feinsten: Zahlreiche vorgefertigte Tracks, viele Instrumente und mehrspurige Aufnahmen verhelfen selbst wenig begabten Laien zu musikalischen Erfolgserlebnissen.

Info:
Diesmal kein Virus, sondern »Sing Sing« auf EyeTV. Sogar die Warnmeldungen zeigt Windows XP unter der Mac-Oberfläche an, wenn Virtual PC läuft.


Ähnliche Bedienung

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Dank der S-Video-Schnittstelle bringt der Mac Filme auf den TV-Bildschirm, über den Audioausgang profitiert die HiFi-Anlage von den iTunes-Songs. Und das Beste: Der Mac mini ist ein stiller Geselle, der den Musik- und Filmgenuss nicht mit lautem Lüfterröhren stört. Richtig Spaß macht der kleine Rechner als Wohnzimmer-PC aber erst an einem LCD-Fernseher mit der richtigen Auflösung. Für wirklichen Genuss am herkömmlichen Fernseher ist die Qualität des S-Video-Ausgangs nicht gut genug.
Natürlich finden sich auf dem Mac auch alle Programme für das Internet. Als Webbrowser steht das mit Firefox verwandte Safari zur Verfügung. Für E-Mail bringt Apple ebenfalls eigene Software mit. Allerdings ist die in Sachen Komfort und Bedienbarkeit nicht gerade optimal. Wer mehr Bequemlichkeit möchte, holt sich den Open-Source-Client Thunderbird in der Mac-Version.

Gerine Unterschiede
In der Bedienung ist der Mac nur wenig anders als ein Windows-PC. Dieser kleine Unterschied aber hat es in sich. Mit der ersten Überraschung wartet die Mac-Maus auf. Wer die zum Mac mini dazubestellt, bekommt nur eine Taste. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern Purismus pur. Der Mac-Anwender an sich kommt mit einer Taste aus. Trotzdem kennt Mac OS X Kontextmenüs. Die erscheinen, sobald die Maustaste länger gedrückt ist. Ungeduldige Naturen drücken beim Klicken die Taste [ctrl] auf der Tastatur. Schon geht das Menü auf.
Ein Tipp: Wer sich für einen Mac entscheidet und vom PC kommt, der sollte auf jeden Fall eine Zweitastenmaus verwenden. Entweder nimmt er die USB-Maus seines Windows-Rechenknechts oder er besorgt sich eine neue, beispielsweise die Microsoft Wireless Optical Mouse. Die passt ganz gut zum weißen Mac-Gehäuse und hat die gewohnten beiden Tasten. Das Scrollrad in der Mitte funktioniert natürlich auch auf dem Mac und ermöglicht den gewohnten Luxus beim Browsen.

Bild:
Der Tiger auf Platte: Das Betriebssystem Mac OS X für Apple-Rechner macht Spaß.
Und mit den wichtigsten Tastenkürzeln kommen Umsteiger von Windows auch mit der Mac-Tastatur zurecht.


Tastenkombinationen

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Apropos Tasten. Zum Mac mini gehört auf jeden Fall eine Mac-Tastatur. Denn nur dort finden sich die notwendigen Spezialtasten, um den Mac zu bedienen. Die Tastatur zum Mac kostet um die 30 Euro. Wer hier am falschen Ende spart und einfach eine ausgediente PC-Tastatur an den Mac hängt, büßt viel Komfort ein. Mit der Tastatur auch wenn sie Original-Apple ist steht der Mac-Neuling vor der größten Herausforderung. Zwar sind alle Buchstaben an der richtigen Stelle. Aber einige Unterschiede gibt es doch:
[Pos 1] und [End] braucht der Mac-User nicht. An Anfang und Ende eine Zeile springt man mit Tastenkombinationen, nämlich mit [Befehl Pfeil rechts] und [Befehl Pfeil links]. Die Taste [Befehl] mit dem Äpfelchen heißt im Apple-Jargon auch schlicht [Apfel].

Entfernen ist nutzlos
Die [Entf]-Taste ist auf Apple-Keyboards zwar ausgewiesen, aber in vielen Anwendungen nutzlos. Der Mac-Purist nutzt zum Löschen von Texten nur die Backspace-Taste. Bei Word und Programmen aus der Windows- und Linux-Welt, etwa Thunderbird, funktioniert [Entf] einwandfrei.
Die [Befehl]-Taste übernimmt auf dem Mac in vielen Fällen die Rolle von [Strg] auf dem PC. Dient unter Windows ein [Strg x] zum Ausschneiden von Texten, so erledigt dies auf dem Mac die Tastenkombination [Befehl x].
Bei eckigen und geschweiften Klammern gilt ebenfalls ein neues Tastaturlayout. Die geschweiften Klammern gibt es mit [alt 8] und [alt 9], die eckigen mit [alt 5]und [alt 6]. Wer das senkrechte Pipe-Symbol | sucht, wird mit [alt 7] glücklich. Und mit [alt Umschalten 7] gibt es den auf dem Mac selten benötigten Backslash \.

Tastenkürzel-dolmetscher
Windows XPBedeutungMAC OS X
[AltGr q]Erzeugt @[alt l]
[Strg x]Ausschneiden[“Apfel” x]
[Strg c]Kopieren[“Apfel” c]
[Strg v]Einfügen[“Apfel” v]
[Alt F4]Programm verlassen[? q]
[Strg s]Speichern[“Apfel” s]
[Windows m]Alle Fenster verkleinern[F11]
[Umschalten Windows m]Alle Fenster wieder vergrößern[F11]


Sondertasten und Screenshot

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Auf dem Mac fehlen die seltsamen PC-Sondertasten. Die Taste [Rollen] diente einst dazu, in langen Listen zu blättern, heute braucht sie kaum noch jemand; auf dem Mac hat sie niemand je vermisst, genauso wenig wie [Pause]. Etwas mehr Nutzen hat [Druck] auf dem PC: Diese Taste fertigt ein Bildschirmfoto an und legt es in die Zwischenablage. Den Screenshot gibt es auf dem Mac in mehreren Varianten. Mit der Kombination [Umschalten Befehl 3] landet der komplette Bildschirm als Foto in einer PDF-Datei mit [Umschalten Befehl 4] ein frei wählbarer Bildschirmbereich. Wer nach [Umschalten Befehl 4] noch die Leertaste drückt, markiert das Fenster unter dem Mauszeiger für den Screenshot. Um das Bildschirmfoto in ein anderes Format umzuwandeln, ist dieses mit dem Programm Vorschau zu öffnen und mit Ablage/Exportieren im gewünschten Format zu speichern.
Die Rolle von [F1] als Hilfetaste übernimmt auf jedem Apple-Rechner die Taste [Hilfe]. Und wer das für E-Mails unerlässliche At-Zeichen @ sucht, wird mit der Tastenkombination [Befehl l] fündig. Hier müssen Windows-User übrigens besonders aufpassen. Die aus ihrer Welt vertraute Tastenkombination [Alt Gr q] für das @-Zeichen liegt nämlich gefährlich nahe an dem Standard-Apple-Befehl für das Beenden eines Programms [Befehl q]. Apple-Rechner mit Mac OS X erfreuen sich stiegender Beliebtheit. Einfach strukturierte Programme sind leicht zu beherrschen und bieten trotzdem alle notwendigen Funktionen.


Unterschiede

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Office-Nutzer stehen beim Umstieg auf Mac Office noch vor einer weiteren Tastenhürde. Zwar funktionieren die Mac- und Windows-Versionen weitgehend identisch. Gewöhnung
sbedürftig aber bleibt die unterschiedliche Tastenbelegung von Office auf dem PC und Mac Office. Auf dem PC steht ein [Strg Umschalten k] für Kursivschrift. Auf dem Mac ist es ein [Befehl Umschalten i]. Das k steht für das deutschsprachige »kursiv«, das i für »italics«. Genauso sieht es bei Fettschrift aus: f in der Windows-Version für »fett«, b auf dem Mac für »bold«.
Auf der Mac-Oberfläche fehlen auf den ersten Blick viele von Windows vertraute Elemente. Wo zum Beispiel ist die Start-Taste? Die gibt es nicht, sie ist auch nicht nötig. Wer etwas sucht, findet es in der »Dock« genannten Leiste am unteren Bildrand oder im Apfel-Menü oben links. In diesem Menü finden sich die meistbenutzten Programme sowie die zuletzt verwendeten Dokumente. Den Inhalt des Docks darf jeder Mac-Nutzer selbst festlegen. Dazu den Finder das Pendant zum Explorer öffnen, den Ordner Programme wählen und von dort das gewünschte Programmsymbol in das Dock ziehen. Fertig. Soll die Programmverknüpfung wieder aus dem Dock verschwinden, einfach das Symbol aus dem Dock ziehen, wo es dann mit einer kleinen Animation verpufft.

Das Dock zeigt nur eine Instanz
Und noch ein Unterschied zu Windows: Das Dock zeigt immer nur eine Instanz eines Programms an. Selbst wenn also in Word fünf separate Dokumente geöffnet sind, erscheinen nicht wie in der Taskbar von Windows fünf Einträge für Word, sondern immer nur ein einziger für das offene Programm.
Das Umschalten zwischen verschiedenen Dokumenten in einem Programm ist auf dem Mac ganz anders und, wie viele meinen, besser gelöst. Die Taste [F10] bringt nämlich alle gerade offenen Dokumente nebeneinander sichbar auf den Bildschirm. Nun muss man nur noch auf eines klicken und hat dieses sofort im Vordergrund geholt. Entsprechend funktionierts für alle gerade geöffneten Fenster egal aus welchem Programm mit der Taste [F9]. Wer umgekehrt seinen Desktop sehen will, drückt einfach [F11], dann verziehen sich alle geöffneten Fenster und geben den Blick frei.


MAC-Basics

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Aktive Programme zeigt das Dock mit einem kleinen schwarzen Dreieck unter dem Symbol. Ähnlich wie in Windows schaltet die Tastenkombination [Befehl Tab] zwischen diesen Fenstern um. Wer dann jedoch meint, dass er ein Programm beendet, wenn er ein Dokumetfenster schließt (mit einem Klick auf den roten Punkt links oben im Fenster), der täuscht sich. OS X verlangt wirklich immer den expliziten Befehl, bevor es ein Programm beendet. Daher kommt es, dass die meisten Wechsler von Windows zum Mac immer ziemlich viele Anwendungen geöffnet haben was weniger schlimm als am PC ist, denn OS X verwaltet sein Multitasking deutlich besser und stabiler als Windows. Trotzdem geht ihm natürlich auch irgendwann einmal der Speicher aus. Das macht sich besonders schnell in der Grundvariante des Mac mini mit nur 256 MByte Hauptspeicher bemerkbar. 512 MByte sollten es auch beim kleinen Mini-Rechner schon sein.

Systemeinstellungen
Das Apfel-Menü oben links weist auch den Weg zu den Systemeinstellungen dem Pendant zur Windows-Systemsteuerung. Alle wichtigen Einrichtungsarbeiten für den Mac kann man hier erledigen. Einfach auf den gewünschten Button klicken. Dazu ein kleiner Hinweis: Um zurück zur Übersicht in den Systemeigenschaften zu kommen, hilft der Klick auf Alle Einblenden links oben.
Eine Entsprechung zum Ordner Eigene Dateien gibt es auf dem Mac natürlich auch. Das zugrunde liegende Unix-Betriebssystem erzeugt für jeden Nutzer des Computers automatisch einen Ordner mit dessen Benutzerkennung. Sobald eine Anwendung etwas speichern will, wählt sie diesen Ordner und im Normalfall den Unterordner Dokumente als Speicherort.


Verzeichnisse

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Übrigens: Der Mac kennt den Backslash \ nicht. Verzeichnisnamen werden mit einem einfachen Schrägstrich getrennt. Auch Laufwerksbuchstaben sind dem Mac fremd. Hier haben die Laufwerke Namen, unter denen Sie innerhalb der Verzeichnisstruktur ansprechbar sind.
Wird eine neue CD eingelegt oder ein USB-Speichermedium angehängt, erscheint das zugehörige Symbol automatisch auf dem Desktop und steht zum Bearbeiten bereit. Der PC-User sucht am Mac vergeblich nach der Taste die das CD-Laufwerk öffnet. Alle neuen macs auch der Mac mini sind mit einem sogenannten Slot-in-Laufwerk ausgestattet. Die CD wird einfach in den Schlitz geschoben. Bei älteren Modellen öffnet die Pfeiltaste rechts oben am Nummernblock der Tastatur die Schublade. Das Auswerfen geschieht durch ziehen des Symbols auf den Papierkorb.
Tiefer in die Verzeichnisstruktur geht es mit dem Finder. Der entspricht in ungefähr dem Windows Explorer und startet über das dunkel- und hellblau gefärbte Symbol mit dem stilisierten Gesicht. Nach dem Öffnen per Mausklick erscheint der Inhalt des Heimatverzeichnisses. Buttons in der Symbolleiste schalten zwischen unterschiedlichen Ansichten um.


Der Finder

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Ungewohnt in der Listenansicht: Neben den Unterordnern stehen kleine Pfeilchen. Ein Klick darauf klappt im selben Ordner den Inhalt auf. Um einen Unterordner in einem eigenen Fenster zu öffnen, genügt ein Doppelklick. Das Verschieben und Kopieren der Dateien funktioniert ähnlich wie unter Windows: Innerhalb des gleichen Volumes, also der gleichen Festplattenpartition, werden Dateien per Maus verschoben. Zieht die Maus eine Datei auf ein anderes Volume, so wird das File kopiert. Um jeweils das Gegenteil zu erreichen, genügt es, die Taste [alt] gedrückt zu halten.
Übrigens trägt der Finder seinen Namen zu Recht. Rechts oben gibt es ein Suchfeld. Nach der Eingabe des ersten Buchstabens startet der Mac sofort die Suche nach dem Dateinamen und bietet im Handumdrehen passende Ergebnisse. Mehr zum Finder und zur Bedienung des Mac mini lesen Sie in der nächsten Ausgabe von AVDC.

Autor: swasi
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