Winzige Chips, großer Radau
Mobil-Prozessoren – was ist der letzte Schrei?

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VIA und AMD versuchen Intel’s Dominanz bei den mobilen Systemen herauszufordern. Es fehlt aber vor allem das nötige Quentchen Marketing, um gegen den Goliath Intel anzustinken.

Winzige Chips, großer Radau

Es geschieht CJ Holthaus ganz recht. Er hat es sich selbst zuzuschreiben, dass er mich gebeten hat, seinen neuen Prozessor für Mobiltelefone in Taipei während der Computex zu demonstrieren. Ich sollte meinen Finger auf die Siliziumoberfläche des VIA C7-M legen – einem Konkurrenten von Intels Pentium M Prozessor – als er bei 600 MHz lief und eine DVD abspielte.

Der Chip ist winzig. Centaur (wo CJ arbeitet) ist die Tochtergesellschaft von VIA Technology, die für die Konstruktion zuständig ist; und VIA ist bestens bekannt für Motherboards, sowohl für ihre eigenen Prozessoren als auch für die von Intel und AMD – was erklärt, warum AMD ein Ehrengast auf dem VIA Technology Forum war.

Was es aber nicht erklärt ist, weshalb die Direktoren von AMD die x86 Prozessor Architektur als “den einzigen Befehlssatz beschreiben, den die Welt jemals braucht”. Nur um das ganz Ofensichtliche auszusprechen: Es existiert kein Mobiltelefon und es wird auch niemals eines geben, das mit einem eingebetteten x86-Prozessor läuft, und sogar Intel muss den ARM-Befehlssatz in seiner XScale Technologie einsetzen.

Wo AMD allerdings richtig liegt, das ist die Notwendigkeit von 64-Bit Prozessoren, die x86 kompatibel sind. So zeigte die Firma Notebooks, die einen 64-Bit Prozessor verwenden, der aber nicht mehr Athlon oder Opteron heißt, sondern Turion. Und sowohl der VIA C7-M und der Turion sind dazu bestimmt, dem Centrino gleichzukommen – aber ganz offensichtlich schaffen sie es nicht.

Intel ist nicht immun gegen bessere Konkurrenz – kann sich aber die teure Medizin “Marketing” leisten.
Ich glaube nicht, dass Intel gegen Wettbewerber auf dem Centrino-Niveau immun ist. Ich denke nämlich, sie haben einen Fehler gemacht, als sie den Leuten erlaubt haben, das Sonoma Centrino Update mit dem alten Namen von Centrino zu bezeichnen, weil es in gewisser Weise andeutet, dass Sonoma das Gleiche ist wie der erste Centrino. Und der Centrino war besser als die vorangegangene Generation von Mobil-Prozessoren – wobei es allerdings noch immer notwendig war, ein Ladegerät zu verwenden, wenn man plante, länger als ein paar Stunden zu arbeiten.

Aber die Intel-Leute kommen darüber hinweg, indem sie einfach einen gehörigen Batzen Geld für Werbung springen lassen. Die Tatsache, mit der die Konkurrenten des Chipgiganten konfrontiert werden, ist, dass Notebook-Hersteller ein Gerät nicht mehr als Centrino bezeichnen dürfen, wenn nur irgendeine kleine Komponente – sagen wir den Grafiktreiber – aus einem Centrino-System herausgenommen wird. Dann wird Intel nicht bei den Werbekosten behilflich sein.Baut man also einen Turion oder VIA C7-M in ein System ein, mag dies zwar zu einer Verbesserung führen, die Attraktivität für den typischen Einkäufer bei Aldi und Co wird aber gemindert.

Großes Trommeln und coole Sachen
Also wird AMD die Werbetrommel rund um die ihre großartige Prozessor-Performance rühren, und VIA wird herumposaunen, wie “cool” sein Prozessor ist. CJ wiederum wird Kunststückchen auf der Bühne vorführen…

Der Witz an der ganzen Sache ist natürlich, dass der Prozessor wirklich “cool” war: Er erzeugt nicht genügend Hitze, um Lachtränen zu trocknen, wenn man einen Film abspielt. Ich gab also vor, vor Schmerz aufzuschreien, als ich den Chip berührte. Sorry, VIA, aber Lachtränen funktionierten nicht. Aber enigstens zeigt jemand, dass dieser Chip “der letzte Schrei” ist.