Grafikkarten mit größerer Speichermenge
Sinnlose 512 MByte auf Grafikkarten

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Nach und nach bringen fast alle Grafikkartenhersteller Modelle mit 512 MByte Speicher auf den Markt. Doch bringt die größere Speichermenge mehr Performance?

Größere Speicherausstattung

Grafikkarten mit größerer Speichermenge

Selbst 256 MByte Speicher auf einer Grafikkarte sind bald schon nicht mehr up to date. Ein halbes Gigabyte muss her: ATI stellt beispielsweise die erste Radeon-X800-XL-Grafikkarten mit 512 MByte Video-Speicher vor. Entsprechende Radeon-X850-XT-Spitzenmodelle sollen folgen. Hersteller Nvidia hatte bereits im Frühjahr zur Cebit einen 512-MByte-Prototyp der schnellen Geforce-6800-Ultra-Grafikkarten vorgestellt. Fast alle Grafikkartenhersteller werden in den nächsten Wochen Modelle mit 512 MByte Speicher auf den Markt bringen.

Vorteile bringt die größere Speichermenge allerdings noch nicht. Kein aktuelles 3D-Spiel läuft mit den 512-MByte-Ausführungen der neuen Grafikkarten merklich schneller gegenüber gleich schnell getakteten 256-MByte-Pendants. Zum Test steht bereits eine 512-MByte-Radeon-X800-XL-Grafikkarte von Sapphire zur Verfügung.


Hohe Kosten

Grafikkarten mit größerer Speichermenge

Selbst beim grafisch anspruchsvollen Doom 3 lassen die PCpro-Testergebnisse keinen Geschwindigkeitsgewinn erkennen. Und auch bei 1600 x 1200 Bildpunkten, vierfacher Kantenglättung und höchster Darstellungsqualität kann sich die 512-Megabyte-Karte nicht vom 256-MByte-Pendant absetzen ein schlechtes Zeugnis für die größere Speicherausstattung. Vor allem, da die Texturen bei der Qualitätseinstellung Höchste Qualität laut Angaben von Doom-3-Hersteller ID mehr als 500 Megabyte Grafikspeicher belegen.

Die Timedemo zu Far Cry läuft bei 1600 x 1200 Punkten mit der 512-MByte-Karte zwar schneller aber allenfalls um 3 Prozent. Der Mehrpreis für die 512-MByte-Karten lohnt also nicht: Die 512-MByte-Radeon-XL-Grafikkarten werden für rund 400 Euro verfügbar sein und damit fast 100 Euro teuerer ausfallen als die 256-MByte-Modelle. Hier ist es sinnvoller, in eine Grafikkarte mit schnellerem Grafikchip zu investieren statt in größeren Grafikspeicher.


Blick in die Kristallkugel

Grafikkarten mit größerer Speichermenge

Lohnend könnten die neuen Karten allenfalls für zukünftige Spiele sein, die bereits auf den größeren lokalen Speicher hin optimiert sind. Diese Entwicklung wird aber sicher bis 2006 auf sich warten lassen; dann sind die Karten ohnehin günstiger. Zudem: Die Anforderungen an die Rechenleistung werden dabei entsprechend wachsen, so dass voraussichtlich nur die derzeitigen Spitzenkarten mit Chips à la ATI Radeon X850 XT Platinum Edition oder Geforce 6800 Ultra bei den kommenden Spielen überhaupt mithalten können. Nur die schnellsten Grafikkarten werden ansatzweise von der größeren Speichermenge profitieren.

Paradox erscheint es in diesem Zusammenhang, auf eine Einsteigerkarte 512 MByte Speicher zu packen. Aber wenn es dem Marketing hilft, drücken die Grafikkartenhersteller ein Auge zu. Beispielsweise Gainward: Die AGP-Karte Gainward Powerpack Pro/1490 TV-DVI soll für 150 Euro 512 MByte Grafik-RAM bieten allerdings mit dem Nvidia-Geforce-6200-Grafikchip aus der Budget-Klasse arbeiten. Käufer sollten sich hier nicht von schieren Megabyte-Zahlen blenden lassen. Der Mehrpreis von gut 40 Euro ist in eine Karte aus der nächsthöheren Leistungsklasse besser angelegt.

Dass es anders geht, zeigt Gainward mit der CoolFX PowerPack Ultra/2800PCX Golden Sample: Hier finden sich in einem Paket zwei schnelle Geforce-6800-Ultra-Grafikkarten mit jeweils 512 Megabyte Speicher. Dazu gibt es eine Wasserkühlung sowie den passenden Kühlkopf für die Grafikkarten. Für das Paket veranschlagt Hersteller Gainward einen Preis von 1500 Euro.