Deutschlandbesuch: BenQ-Chef will Siemens-Abgründe ermessen

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Der BenQ-Chef reist zu Verhandlungen nach Deutschland: Er will mit Konzern, Kunden und Gewerkschaften reden, um herauszufinden, vor welchen Abgründen er nun steht.

Lee Kun-Yao, Chef des taiwanischen Konzerns BenQ, ist auf Deutschland-Reise. Gegenüber der taiwanischen Economic Daily News teilte er gestern mit, er werde mit Siemens-Management, -Kunden und Gewerkschaften verhandeln. Offenbar will sich der taiwanische Unternehmer selbst ansehen, vor welchen Abgründen er nach dem Kauf der Siemens-Handy-Sparte tatsächlich steht.

In der Tat steht BenQ mit dem Rücken zur Wand: Widerstand der Beschäftigten in der Handy-Produktion, Gewerkschaftsforderungen nach Arbeitsplatz- und Standortgarantien (unter Androhung von Kampfmaßnahmen) sowie der mögliche Wergfall von Auftragsproduktionen der anderen Handy-Anbieter könnten BenQ schwer zu schaffen machen.

Weil der Hersteller jedes Jahr rund eine Million Mobiltelefone für Nokia produziert, jetzt aber Geräte unter eigenen Namen anbietet, könnte dieser lukrative Auftrag bald wegfallen – Siemens ist also lebenswichtig für den taiwanischen Konzern. Vor kurzem schon hatte Motorola seinen Vertrag mit BenQ deswegen gekündigt. (mk)

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