IBM holt Outsourcing-Auftrag für 1,6 Milliarden Dollar

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Big Blue verlegt sich immer mehr auf Outsourcing und Unternehmens-Consulting. Nach einem 730-Dollar-Deal mit Disney hat das Unternehmen nun auch einen 10jährigen Vertrag mit dem Energieversorger NiSource.

Über einen Zeitraum von 10 Jahren läuft IBMs neuer Vertrag mit NiSource, einem großen Erdgas- und Strom-Unternehmen in den USA. Die an Big Blue ausgelagerten Dienste umfassen IT-Struktur und -Technik, Personalverwaltung, Finanzen, Vertriebsketten-Management, Kundenservice, Abrechnungsdienste und Unternehmens-Consulting; sie ergeben über die Jahre einen Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar, berichtet internetnews.com.

Der Energieversorger NiSource verspricht sich davon Einsparungen von 530 Millionen Dollar – ein Großteil davon durch den Wegfall von Lohnkosten. 572 NiSource-Angestellte werden von IBM übernommen, 445 weitere müssen bis Ende Dezember 2006 ihren Hut nehmen.

Die verbleibenden Angestellten könnten sich dann um Sicherheit und Zuverlässigkeit der Strom – und Gasversorgung kümmern, erklärte NiSource-Chairman Gary L. Nele in einem Statement. Damit trifft er einen Nerv der US-Bürger, die in den vergangenen Jahren des Öfteren mit Stromausfällen zu kämpfen hatten – so lassen sich die paar hundert Kündigungen leichter verschmerzen.

IBM übernimmt ab 1. Juli das Regiment im verwalterischen Tagesgeschäft des Outsourcing-Auftraggebers. Angst vor einem kompletten Wechsel der Arbeitsbedingungen muss dort niemand haben – die bisherige IT-Infrastruktur stammt bereits von IBM.

Der Energiesektor ist dem IT-Riesen nicht ganz fremd: Ölmulti BP verlängerte kürzlich seinen 10-Jahresvertrag mit Big Blue um weitere zwei Jahre. Energie in den Aktienmarkt brachte vergangene Woche auch ein 7-Jahres-Geschäft von Big Blue mit dem Unterhaltungskonzern Disney im Wert von 730 Millionen Euro.

Das große blaue Unternehmen sieht Outsourcing als einen Weg, auch außerhalb der schwächelnden IT-Branche zu expandieren. Die bisherigen “On-Demand”-Angebote fassten noch nicht so recht Fuß auf dem Markt: “Zu viel Wischiwaschi für die Erbsenzähler” kommentiert Branchenbeobachterin Erin Joyce auf internetnews.com. Schon JP Morgan sei an dieser Form des Outsourcings gescheitert – der Deal, alles am Stück zu übernehmen, scheint das technische orientierte On-Demand-Angebot auszustechen. IBM weiß das offenbar. (mk)

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