Blackberry-Hersteller RIM nimmt Image-Schaden durch Patentstreit

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Der Patentstreit von Blackberry-Hersteller RIM und der Patentverwertungsfirma NTP geht offenbar in die finale Runde. Im schlimmsten Fall droht der Verlust des gesamten Kerngeschäfts.

Research in Motion (RIM) konnte mit seinen Blackberry-Handheld-Geräten in den letzten Jahren große Erfolge verzeichnen. In diesem Jahr hat man sich endgültig zum Branchenprimus bei den PDAs aufgeschwungen (wir berichteten). Doch ein schon seit Jahren andauernder Streit mit dem Patentverwerter NTP könnte ein böses Ende für den Aufsteiger nehmen. Das berichtete die Financial Times Deutschland.

Bereits 2003 strengte NTP ein Verfahren an, dessen Ergebnis es RIM verbat, neue Geräte zu verkaufen und den E-Mail-Dienst auf bereits verkauften Geräten anzubieten. Dieses Urteil wurde jedoch von einem Berufungsgericht ausgesetzt, welches nun kommende Woche über den Fall entscheiden wird.

Im März konnte RIM eine Einigung mit NTP herbeiführen. Indem man sich bereit erklärte 450 Millionen Dollar zu zahlen, sollte NTP im Gegenzug zusichern, die Geschäfte von RIM nicht mehr zu stören und auch keine Lizenzgebühren zu verlangen Von dieser Vereinbarung möchte man jedoch bei NTP nicht mehr viel wissen. Diese Vereinbarung sei von beiden Seiten unterschiedlich interpretiert worden, hieß es in einem Schreiben an das zuständige Gericht.

Für RIM, dessen Aktienkurs bei Bekanntgabe der Vereinbarung mit NTP um 20 Prozent stieg, geht es mit den neuen Vorzeichen nun um alles. Sollte NTP die Klage durchsetzen, droht dem Blackberry-Erfinder der Super-Gau. RIMs Hauptgeschäft setzt sich zusammen aus dem Verkauf der Endgeräte sowie dem Angebot der E-Mail-Software für diese. Beides soll nach dem Willen von NTP verboten werden.

Schon jetzt zeigen sich die Auswirkungen des Schlammmassels. Investoren wie Analysten sind in ihrem Vertrauen in die Blackberry-Firma erschüttert. Die Aktie wird bereits von zahlreichen Experten zum Verkauf empfohlen.

Als möglichen Rettungsanker sieht man bei RIM eine neue Software, die ohne Probleme auf bereits verkaufte Geräte aufgespielt werden kann. Allerdings muss man auch die starke Stellung von NTP berücksichtigen. Die Patente, um die es geht, sind so allgemein gehalten, dass NTP jeden Hersteller von Mobilfunkgeräten mit E-Mail-Funktion verklagen könnte. (ah)

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