MP3-Player der Mittelklasse
iPod, Iriver & Creative

Mobile

Welcher bringt den besten Klang auf die Ohren, welcher hat den höchsten Image-Faktor und welcher leistet am meisten?

Die Unterschiede

MP3-Player der Mittelklasse

Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars. Der Buchtitel deutet an: Damen und Herren ticken unterschiedlich. Doch bei einem sind sich alle einig. MP3-Player sind klasse. Egal ob röhrende Rocksongs, fetter Hiphop oder feiner Jazz die digitalen Winzlinge geben Musik immer und überall in faszinierender Klangqualität wieder. Doch welcher Player ist der richtige?

Der Vergleich
Die kompakte Mittelklasse tritt zum Vergleich an: MP3-Player mit 5 bis 6 GByte Speicher. Kompakt nicht nur wegen der geringeren Speicherausstattung, sondern vor allem wegen der Platz sparenden Ausmaße. Denn so schick ein dicker iPod auch sein mag, er beult die Hemdtasche doch allzu deutlich aus. Auch am Gürtel getragen, trägt ein 40-GByte-Riese zu dick auf.
Wer mit weniger Speicher auskommt, greift deshalb zum iPod mini oder einem seiner starken Konkurrenten. Der iPod steckt im elegant abgerundeten Gehäuse aus einer Alulegierung. Obwohl mit 113 Gramm ein Leichtgewicht, wirkt der iPod mit diesem Gehäuse vergleichsweise wuchtig und liegt prima in der Hand.
Knubbelig ist der Creative Zen. Mit knapp achteinhalb Zentimetern Länge ist er der Zwerg und wirkt mit 1,8 Zentimetern Dicke bei 120 Gramm eher untersetzt.
Der Iriver kommt wie der Zen im Plastikgehäuse, ist aber flacher. Er wirkt zwar nicht so edel wie der iPod, hinterlässt aber einen soliden Eindruck und ist mit 110 Gramm der leichteste Player im Test.


Fotoalbum inklusive

MP3-Player der Mittelklasse

Die Displays aller Testkandidaten sind groß genug, um die Menüs und die jeweils gespielten Titel anzuzeigen. Bei Zen und iPod schaltet sich auf Wunsch eine Hintergrundbeleuchtung zu. Das Farbdisplay des Iriver ist immer beleuchtet dafür in Farbe. Um Strom zu sparen, schaltet der Iriver das Display ab, wenn ein paar Sekunden lang keine Kommandos kommen.
Mit einer Speicherkapazität von 5 GByte bei Iriver und Creative Zen und 6 GByte beim iPod mini sind die Musikgeräte ordentlich ausgestattet. Rund 1500 Lieder passen je nach Qualität auf die Speichermedien. Das ist genug für eine Urlaubsreise. Und es ist vor allem genug, um immer eine gute Auswahl unterschiedlicher Musik dabei zu haben schließlich gehört zu jeder Stimmung der passende Soundtrack.
Sollte der sich partout nicht finden, schalten Iriver und Creative Zen wahlweise auf UKW-Radio um. Und wer selbst singen oder etwas diktieren möchte, spricht in das Mikrofon eines der beiden Geräte. Mikro und Radio fehlen dem iPod mini.
Die Westentaschenmusikboxen können aber nicht nur Musik spielen. An weiteren Ausstattungsmerkmalen glänzt der Iriver mit Farbbildschirm und eingebautem Fotoalbum, allerdings strahlen die Bildchen nur im Briefmarkenformat. Mit Adressen aus Outlook und einem Kalender gibt sich Creatives Zen ein wenig sachlicher.


Adressdaten und ID3-Tags

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Der iPod speichert ebenfalls Adressdaten, zeigt einen Kalender sowie Notizen. Außerdem lädt der Apple-Apparat zu kleinen Spielchen ein. Wie wäre es mit einer stillen Patience? Oder mit einer Partie Bricks? Das ist ein Nachbau des Spielhallenklassikers Arkanoid. Musikkenner versuchen sich am Quiz: Der iPod spielt einen Song an und stellt vier Titel auf dem Display dar. Je schneller der Kandidat den richtigen Titel errät, desto mehr Punkte gibt es. Da zeigt sich, wer seine Musiksammlung wirklich kennt.

Bei der Musikauswahl richten sich alle drei Geräte nach den ID3-Tags. Das sind Einträge innerhalb der MP3-Datei, die über Interpreten, Album, Songtitel oder Musikrichtung informieren. Sind diese Daten vorhanden, liefern die Player auf Anfrage entsprechend sortierte Listen. Natürlich haben alle Geräte auch eine Shuffle-Funktion, die Songs in zufälliger Reihenfolge abspielt.


Die Testkandidaten

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iPod
Die Auswahl geschieht beim iPod über das Clickwheel, bei den beiden anderen Geräten über ein senkrecht angeordnetes Touchpad. In allen Fällen ist die Bedienung gewöhnungsbedürftig. Das Clickwheel erfordert eine halbkreisförmige Bewegung, die geübt sein will. Der Iriver eignet sich ganz und gar nicht für grobmotorisch veranlagte Menschen: Die Einstellung von Werten in der Audiofeineinstellung forderte dem Tester einige Geduld ab. Angenehmer der Zen: Hier darf der Besitzer sogar die Empfindlichkeit des Touchpads einstellen.

Iriver
Der Iriver zeigt auf den zweiten Blick Schwächen bei der Musikauswahl: Er sortiert in der ausgelieferten Version die Musikstücke eines Albums nicht nach der in den ID3-Tags festgelegten Reihenfolge. Ein Firmware-Update sollte dieses Problem beheben. Allerdings ließ sich die notwendige Datei im Test trotz mehrmaliger Versuche nicht herunterladen. Berichte in einschlägigen Foren wie www.misticriver.net bestätigen, dass es sich dabei nicht um ein vereinzeltes Problem handelt.

Zen micro
Auch der Zen micro vermochte nicht hundertprozentig zu überzeugen. Bei einigen Musikstücken erkannte er die vorhandenen ID-3-Tags nicht. Bei anderen Songs, die mit derselben Software von CD gerippt waren, klappte es hingegen einwandfrei.


Datenübertragung

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Der Anschluss an den PC geht bei Iriver und iPod am einfachsten: Kurz nach dem Anstöpseln an den USB-Port melden sich die Player als Wechselmedien. Kopierte Bilder und Textdateien zeigt der Iriver auf Wunsch an. Auch direkt auf das Gerät kopierte MP3-Dateien spielt er ab, wenn man sie im Dateibrowser anklickt. Der iPod nimmt im Direktanschluss ebenfalls beliebige Dateien entgegen. Zusätzlich darf der Apple-Freund Kontakte und Notizen auf den Musikwinzling übertragen. Etwas mehr Aufwand ist notwendig, soll der Creative Zen als Wechselmedium zum Einsatz kommen. Diese Funktion muss auf dem Gerät explizit eingeschaltet werden.

Softwareausstattung
Zum Überspielen von Musik und für Playlisten bringen alle drei Kandidaten eigene Software mit. Allen ist gemeinsam, dass sie CDs rippen, Playlisten erzeugen und das fertige Ergebnis auf den Player übertragen können. iTunes 3.7 ist die Standardsoftware für Besitzer eines Apple-Players. Getreu der gängigen Apple-Inselstrategie lassen sich iPods nur mit dieser Software synchronisieren. Immerhin läuft sie auf Macs und unter Windows XP. Die Stärken: zahlreiche Dateiformate (zum Beispiel auch Rippen ins MP3-Format), simple Bedienung, starke Fähigkeiten fürs Ordnen des Musikarchivs. Die Schwächen: Spielt nur Musik ab; für Videos oder DVDs muss man auf andere Programme zurückgreifen.


Fazit

MP3-Player der Mittelklasse

Der Media Player 10 ist Microsofts Antwort darauf. Die meisten der Neuheiten sind direkt von iTunes kopiert, zum Beispiel das Rippen ins MP3-Format, das Editieren der MP3-Tags oder Crossfading zwischen zwei Titeln. Das Resultat ist eine Media-Player-Version, die im Gegensatz zu ihren Vorgängern echt brauchbar ist und gegenüber iTunes den Vorteil hat, dass sie auch Videos und DVDs abspielt.
Die Akkus laden alle Geräte im Test auf, sobald sie an USB angeschlossen sind. Der Zen und Iriver haben ein zusätzliches Netzteil. Beim iPod fehlt das. Das ist schon ärgerlich, wenn man längere Reisen ohne Computer, aber mit iPod plant.
Noch ein weiteres Manko hat der viel gerühmte iPod: Der Akku ist nicht austauschbar. Sollte er kaputtgehen, hilft nur der Gang zum Fachhändler. Bei den beiden Konkurrenten holt sich der Musikfreund einfach einen neuen Akku. Auch ein Wechsel auf ganz langen Reisen ohne Steckdose ist mit Iriver und Zen kein Problem.