Markenprobleme um Thunderbird und Firefox

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In einigen Ländern hatte die Mozilla Foundation vergessen, den Markennamen Firefox anzumelden – auch in Deutschland. Weil sie aber von OpenSource-Partnern wie Debian, die den Browser etwa in ihre Linux-Distributionen einbauen, eine strikte Markenrechtseinhaltung fordern, hagelt es nun Kritik.

Der Markenname “Firefox” für den bekannten OpenSource-Browser wurde bislang nur in den USA und in Großbritannien angemeldet – und ist noch nicht einmal offiziell zuerkannt worden, berichten Nutzer auf der alternativen Info-Website Slashdot.. Dennoch verlangt die Mozilla Foundation in ihrer “Trademark Policy” eine strikte Einhaltung der Markenrechte an Mozilla, Firefox und Thunderbird – man darf sie nur unter Einhaltung bestimmter Vorgaben nutzen, obwohl es sich ab sich um freie Software handelt. Für den E-Mail-Client Thunderbird wurden zudem noch in keinem Land Markenrechte angemeldet – und dennoch müssen sich Entwickler und Linux-Distributoren an Vorgaben halten, wenn sie die Namen nutzen wollen.

Schlimmer noch: Firefox existiert bereits in England und Deutschland als Marke und gehört dem internationalen System-Integratoren Charlton Group, unter deren Lizenz die Mozilla Foundation den Namen in den USA immerhin schon nutzt – für die anderen Länder wurden die Nutzungsrechte aber offenbar noch nicht vergeben. Die Firma Firefox Communications Ltd. aus England, die unter diesem Namen Mitte der 90er-Jahre Netzwerkverbindungen im globalen Verbund anbot, hat wenigstens auf die Nutzung des Markenzeichens verzichtet.

Viele Software-Entwickler, etwa die Autoren von Debian Linux, haben Probleme mit der Policy von Mozilla, weil darin nicht steht, ob die Software angepasst werden darf (für Updates und SecurityPatches) und der Markenname dann noch immer bei der Verbreitung genutzt werden kann. Debians Linux-Distribution wird von vielen weiteren Entwicklern genutzt, etwa für die sehr erfolgreiche neue Software Ubuntu. Zudem kritisieren sie, dass die Mozilla Foundation sich offenbar mehr um Marktanteile sorgt als um die ursprünglichen Ziele freier Software.

Mozilla wiederum will die Markennamen nur an Unternehmen freigeben, die sich an die Qualitäts-Richtlinien der Foundation halten. Andere könnten die Nutzung der Markennamen gleich vergessen, so ein Sprecher der Organisation. Die Diskussion in einschlägigen Debian-Foren und bei den Mozilla-Entwicklerforen geht unterdessen weiter. (mk)

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