Internet-Telefonie in Unternehmen
Skype und seine Business-Grenzen

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Kostenloses Telefonieren mit IP mag für die Verbraucher ein Hit sein – nicht aber für die Unternehmen, die doch meist höhere Anforderungen stellen. Manche VoIP-Angebote werden so schnell zum Kostengrab.

Internet-Telefonie in Unternehmen

Skype und andere Angebote kostenloser Telefondienste von PC zu PC werden von den “ernsthaften” Voice-over IP (VoIP) Anbietern extrem schlecht gemacht, denn dieses Anbieter leben davon, dass sie IP-Telefonsysteme in großem Stil an Unternehmen verkaufen. Sie behaupten, dass, wenn die Firmen erst einmal bei solchen Produkten wie Skype schlechte Tonqualität und mangelhafte Leistung festgestellt haben, sie sich vollständig von der IP-Telefonie abschrecken lassen werden.

LAN-Telefonie – VoIP reloaded
Hierbei darf man nicht vergessen, dass LAN Telefonsysteme eine Infrastruktur verwenden, die dafür ausgelegt ist, IP Telefondaten zu bearbeiten wie z.B. Router und Switches mit Quality of Service (QoS) Support aber auch Multi Protocol Label Switching (MPLS), um Latenz und Zittern der Töne zu minimieren. Skype hingegen bietet solche Sicherheiten nicht. Dazu muss aber im selben Atemzuge gesagt werden, dass LAN Telefonie eine ganze Stange Geld kostet und eine wesentliche Aufrüstung Ihres Netzwerks erfordert, während Skype-zu-Skype Anrufe kostenlos sind und die entsprechende Software downgeloaded werden und innerhalb von fünf Minuten konfiguriert werden kann.

Trotz der negativen Einschätzung funktionierten die Skype-zu-Skype Anrufe überraschend gut, als wir diesen Dienst getestet haben – obwohl es Probleme mit der Mikrofonlautstärke gab, die je nach verwendetem Headset unterschiedlich war. Das bedeutete häufig, dass der andere Partner sich anstrengen musste, um mich zu hören, während deren Lautstärke mir fast das Trommelfell zerriss.

Aber es gab keine wesentlichen Verzögerungen und Sprachverluste und keine Seite musste sich wiederholen.

Sporadische Aussetzer? Nur unter Feunden!
Allerdings mögen sporadische Aussetzer unter Freunden durchaus noch im Bereich des Akzeptablen liegen, jedoch sind sie unter Geschäftspartnern unverzeihlich – genauso wenig, wie wenn man mit potentiellen Kunden spricht, die ihrem Ärger Luft machen, indem sie ihr Geschäft mit jemandem anderem abschließen.

Auffällig war die sehr schlechte Tonqualität, wobei beträchtliche Verzerrungen ständig drohten, die Gespräche bei Anrufen von Skype ins Festnetz zum Scheitern zu bringen. Auch eine erfolgreiche Durchführung der Kommunikation von Skype zu Mobiltelefonen erwies sich als völlig zwecklos.

Die Verwendung von Skype über eine DSL-Verbindung, die von drei Computern geteilt wird, ist wahrscheinlich nicht die beste Methode dafür zu sorgen, dass ein IP Gespräch die Bandbreite bekommt, die es benötigt. Allerdings behaupten viele Anbieter, dass kein Voice over IP (VoIP) Dienst jemals mehr als 90 kbit/s an Kapazität benötigen sollte, um ausreichende Tonqualität und Leistung zu erbringen. Demzufolge hätte dies kein Problem sein dürfen.

Scharfer Wettbewerb senkt die Preise – und die Qualität
Trotzdem – der Wettbewerb in dem Marktsegment Peer-to-Peer IP Telefonie scheint sich zu verschärfen. Vorige Woche konnte man in England beobachten, dass British Telecom (BT) für die Dauer von drei Monaten kostenlose Orts- und Ferngespräche innerhalb von Großbrittanien für alle Neukunden angeboten hat, die sich für den BT Communicator mit dem Yahoo Messenger angemeldet haben. In Deutschland wird die IP-Telefonie sogar manchmal als billiger Zusatz zur DSL-Flatrate angeboten – schade nur, dass die Billigtelefongebühren der Drittanbieter manchmal schon abgebucht werden, wenn die Telekom die DSL-Leitung noch gar nicht gelegt hat.

BT verteilt derweil auch kostenlose Headsets für die ersten 10 000 Kunden, die sich für diesen Dienst bis Ende Juni anmelden. In Deutschland verteilen verschiedene Anbieter wiederum sogar kostenlose IP-Telefone, wenn man sich nur lange genug für die DSL-Leitung verpflichtet.

Hoffen wir nur, dass die Anbieter ihre Headsets und IP-Telefone vorher getestet haben, damit sie den Anforderungen an die notwendige Tonqualität entsprechen. Worauf die Geschäftskunden bei allen Angeboten noch warten, ist vor allem eine Probezeit für die Technik. Wer sich für zwei Jahre verpflichtet und dann nur eine Qualität bekommt, die für den Geschäftsbetrieb nicht ausreicht, vernichtet Geld – bei größeren Unternehmen summiert sich das schnell.

Geld sparen mit Billig-Anbietern? Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren lokalen Internet-Provider…