Gates über Microsofts dritte Dekade
Microsofts 30. Frühling

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Auf der Windows Hardware Engineering Conference 2005 (WinHEC) spricht Bill Gates über Microsofts dritte Dekade, in der 64 Bit und Longhorn unser Leben bestimmen sollen.

PC Professionell: Wie lang wird der 64-Bit-Adressraum genügen? 640-K-Speicher haben ja auch nicht lange gereicht.

Gates über Microsofts dritte Dekade

Bill Gates: Ich habe nie gesagt, dass 640 KByte Speicher für jeden ausreichen. Und ich werde das auch nicht über 2 hoch 64 behaupten. (Anm. d. Red.: Die 64-Bit-Architektur adressiert bis zu 16 Terabyte virtuellen Speicher, erlaubt Pagefiles bis zu 512 Terabyte und Systemcaches bis zu 1 Terabyte.) Denn eines Tages schreibt jemand Code, der diese Grenzen hinter sich lässt


Welche Chancen geben Sie der 64-Bit-Architektur?

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Der Übergang von 32 Bit zu 64 Bit wird viel schneller erfolgen als von 16 zu 32 Bit. Zunächst werden Software-Entwickler gleichzeitig 32- und 64-Bit-Versionen ihrer Applikationen anbieten. Microsoft wird das mit Longhorn 2006 auch so halten. Im Server-Bereich wird der Wechsel zu 64 Bit sehr schnell erfolgen. Auf Desktops werden 32-Bit-Systeme etwas länger überleben. Aber in den kommenden Jahren wird alles 64 Bit sein.


Setzen Sie Windows XP 64 Bit ein?

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Wir stellen sicher, dass wir die von uns zubereiteten Gerichte auch selber essen. Wir setzen Windows XP 64 Bit bereits auf 5000 Desktops ein. Das beschleunigt zum Beispiel die zahlreichen Suchanfragen. Wir müssen zum Teil bis zu 10 Millionen Dokumente durchforsten. Microsoft.com läuft vollständig auf 64-Bit-Maschinen, obgleich auch 32-Bit-Tools genutzt werden. Jeder unserer Instant-Messaging-Server managt bis zu 62 000 Connections. 64 Bit verdoppeln die Workload, senken aber die CPU-Last


Ist Windows XP 64 Bit nicht bereits überflüssig? Wir denken an Longhorn…

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Die 64-Bit-Architektur bringt uns enorme
Performance-Gewinne und verbessert auch die Sicherheit der Systeme. Das NX-Bit (no execute) taucht in allen 64-Bit-Chips auf. Bösartiger Code kann damit nicht so leicht ausgeführt werden. Das verhindert sehr viele Exploits. Die x64-Plattformen sind die Basis, auf der wir auch Longhorn entwickeln.


Wie weit ist der Longhorn-Entwicklungsstand?

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Was wir heute zeigen, ist nur ein kleiner Blick auf die Möglichkeiten mit den neuen Hardware-Plattformen und einiges weiteres. Das Treiber-Modell für Longhorn ist jetzt »locked down« und »ready to go«. Hinzu kommen die Systemfundamente für mehr Sicherheit, besseres Deployment und Stabilität. Dank der WinFX-APIs werden Applikationen besser. Für zukünftige Windows-Konfigurationen müssen Anwender keine Administratoren mehr sein. Hot-Patching wird keine Reboots mehr erfordern. Die Windows-Migration von einem alten auf einen neuen PC wird einfacher.


Wie sehen Sie die Zukunft des Windows-PCs?

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Dieses Jahr werden wir ein Wachstum von 10 Prozent haben und 20 Millionen mehr PCs verkaufen als 2004. 2002 wurde der milliardste PC verkauft (seit 1981). Aber schon 2008 wird der zweimilliardste PC verkauft werden. Erinnern Sie sich an unsere Vision, dass auf jedem Schreibtisch und in jedem Heim ein PC steht. Zukünftige Windows-Versionen werden genau auf die Anwenderbedürfnisse zugeschnitten. So wird es die Media Center Edition und Tablet PC Edition auch in Longhorn-Versionen geben.

Aber wir werden auch Ultra-mobile Mini-PCs wie den Ultra Mobile 2007 sehen, die keine 500 Gramm wiegen, unter 1000 Dollar kosten und mit Touchscreen, Digital Ink, Kamera, Handy-Funktion sowie leistungsstarkem Akku ausgestattet sind. Tragbare Geräte kommen mit Auxiliar-Displays, die Uhr, Kalender, Mail und Musiktitel bei geschlossenem Deckel anzeigen