Pimp my Comp
Weiss wie Schnee

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Aus alt mach neu. AVDC stattet alte Kisten mit modernstem Equipment aus, damit Filme, Fotos, MP3, Web und E-Mail wieder Spass machen.

Die Herausforderung

Pimp my Comp

AVDC recherchiert, fotografiert und schreibt nicht nur für seine Leser, sondern schuftet auch für sie. Pimp My Comp heißt die Aktion, bei der die Redaktion im Idealfall jeden Monat einen ausgedienten PC in einen flüsterleisen, bärenstarken und fernbedienbaren Mediacomputer umbaut. Voraussetzung ist eine Bewerbung mit Beweisfoto und das gewisse Etwas, das bei einem Telefongespräch herauskommen muss, damit ein Kandidat wie der Stino-PC unsere Werkstatt erreicht.
Nach einer ersten Überprüfung des PCs, den es in der Erstausgabe von AVDC umzubauen galt, war schnell klar: Hier bleibt nicht viel übrig. Das Innenleben ist den Anforderungen eines Mediacenters nicht gewachsen. Ein altes Asus-Board, eine AMD-Duron-800-CPU, eine PCI-Grafikkarte mit 8 MByte Speicher, 128 MByte 133er-RAM, eine 10-MBit-Netzwerkkarte, eine 8-GByte-Festplatte und ein alter CD-Brenner fliegen auf jeden Fall raus.
Das klassische Mini-Towergehäuse bietet ausreichend Platz für passiv gekühlte Komponenten und ließe sich ansprechend lackieren. Also wurden erst einmal alle Kabelverbindungen getrennt, Laufwerke und Steckkarten entfernt sowie das Netzteil ausgebaut. Zum Schluss waren noch die Schraubverbindungen des Mainboards zu lösen, damit sich auch dieses herausnehmen ließ. Als Nächstes trennten wir die Frontblende vom Chassis, entfernten Schalter, Taster und LEDs vorsichtig aus ihren Steckplätzen, damit diese beim Lackieren der Frontblende keinen Farbüberzug bekommen.


Gehäuse lakieren

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Zur weiteren Vorbereitung der Lackierarbeiten lösten wir noch die Blenden vom neu einzubauenden Kartenleser und vom DVD-Brenner. Dabei musste vorsichtig hantiert werden, damit die empfindlichen Laschen, die sie am jeweiligen Gehäuse halten, nicht abbrechen. Blenden und Gehäuseoberteil kamen gereinigt zur KFZ-Lackierwerkstatt, wo sie nach gründlichem Anschleifen auf Wunsch ihres Besitzers einen weißen Lackauftrag bekamen.
In der Zwischenzeit liefen an den weiteren Komponenten entsprechende Vorbereitungen. Der neue Prozessor wanderte in den Sockel des ebenfalls neuen Mainboards.

Grafikkarte tunen
Die frisch gekaufte Grafikkarte verlor geradewegs aus der Packung bereits ihren Lüfter und bekam stattdessen einen wuchtigen Kupferkühler. Die Festplatte nahm in einem Kühlrahmen Platz, der mit seiner Gummilagerung gleichzeitig geräuschdämmend wirkt. Das Mainboard fand anschließend auf dem Chassis Platz; der Speicherriegel sowie die Grafikkarte und die beiden neuen TV-Karten eine für analogen Empfang und eine für DVB-T wurden eingesteckt. Da mittlerweile die fertig lackierten Frontblenden glücklich wieder in der Redaktion eingetroffen waren, bekamen DVD-Brenner und Kartenleser (statt des ursprünglichen 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerks) ihre weißen Blenden. Nachdem die ebenfalls lackierte Gehäusefront wieder am Chassis montiert war, wanderten Brenner, Kartenleser und Festplatte an ihren Platz. Vor der endgültigen Verkabelung der Innereien bekam der Prozessor noch schnell seinen Kühler.


Kühler und Lüfter

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Ein kurzer Probelauf überzeugte uns, auch das Netzteil auszutauschen. Der Lüfter röhrte bedenklich laut vor sich hin. Also spendierten wir dem Rechner ein passiv gekühltes Netzteil. Dieses kommt ohne Lüfter aus, da es die entstehende Wärme über das Aluminiumgehäuse an das PC-Chassis abgibt.

Nun musste aber auf jeden Fall ein Gehäuselüfter eingebaut werden, der die Wärme von Prozessor, Grafikkarte, Netzteil und anderen Komponenten effizient abführt. Auch hier entschieden wir uns für ein extrem leises Modell. Der Lüfter des Prozessorkühlers bekam zusätzlich eine Reglereinheit verpasst, die außen an der Rückseite des Gehäuses befestigt ist. Mit ihrer Hilfe ist bei Bedarf beispielsweise bei intensiver Beanspruchung der Hardware durch ein anspruchsvolles Spiel die Lüfterdrehzahl per Hand einfach zu verstellen.

Nach der kompletten Verkabelung inklusive 7.1-Soundsystem und Antennenverbindung musste das Betriebssystem, die Windows XP Media Center Edition 2005, auf die Festplatte. Die Konfiguration erfolgte mit Funktastatur, -Maus und Fernbedienung, um diese auf Tauglichkeit zu testen. Der 24-Stunden-Burn-in-Test, mit anschließenden Benchmarks und Geräuschmessungen bewies es: Aus der alten Kiste ist ein leiser und leistungsfähiger Entertainer geworden.


Hardware & Sponsoren

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Mainboard + Prozessor: Intel D25XCV/ Pentium 4 550
Den 3,4 GHz schnellen Pentium-4-Prozessor sowie das dazu passende Mainboard im Gesamtwert von 450 Euro stellt Intel (www.intel.de) zur Verfügung. Die Kombination bietet hohe Performance, Zuverlässigkeit und erstklassigen 7.1-Sound onboard.

Soundsystem: Teufel Concept G THX 7.1
THX-zertifizierten Surroundsound aus acht Lautsprechern bietet das 400 Euro teure System vom Lautsprecherspezialisten Teufel (www.teufel.de).

Festplatte: WD2500JD
Die 250 GByte fassende S-ATA Festplatte im Wert von 150 Euro kommt von Western Digital (www.westerndigital.de). Sie bietet schnellen Zugriff auf über 60 Stunden Video in DVD-Qualität oder 50 000 MP3-Songs oder 90 000 Fotos.

Grafikkarte, Hauptspeicher, Festplattenentkopplung, Grafikkühler, Prozessorkühler:
Sparkle SP-PX43GDH, G.E.I.L. DIMM 512 MB DDR2-533, Zalman ZM-2HC2, Zalman ZM80D-HP, Zalman CNPS 7700-Cu
Die PCI-Express-Grafikkarte unterstützt DirectX 9, hat 128 MByte Speicher sowie VGA-, DVI- und TV-out- Anschlüsse. Das 512-MByte-DDR2-Speichermodul bietet mit 533 MHz die richtige Performance für Board und Prozessor. Festplattenkühler mit gleichzeitiger Entkoppelung, passiver Grafikkartenkühler und Prozessorkühler sorgen für niedriges Betriebsgeräusch. Die Produkte im Gesamtwert von circa 350 Euro stiftet der E-Commerce-Spzialist Alternate (www.alternate.net) aus seinem reichhaltigen Sortiment.

TV-Karte: Hauppauge WinTV-PVR-500MCE + Wintv-nova-t-mce
Die für die MCE 2005 zertifizierten Fernsehkarten im Wert von 230 Euro stellt die Firma Hauppauge (www.hauppauge.de) zur Verfügung. Die WinTV-PVR-500-MCE ist mit zwei analogen TV-Tunern für gleichzeitiges Aufnehmen und Fernsehen geeignet. DVB-T-Fernsehsender empfängt die WinTV-Nova-T-MCE.

DVD-Brenner: Pioneer DVR-109XL
Der 80 Euro teure Double-Layer-Brenner wird von Pioneer (www.pioneer.de) bereitgestellt. Als eines der ersten Geräte verarbeitet er neben Plus-DL auch die neuen Minus-DL-Medien bei geringem Laufgeräusch.

Netzteil: SilverStone ST30NF
Das ohne Lüfter arbeitende Netzteil liefert mit maximal 400 Watt genügend Energie. SilverStone (www.silverstonetech.de) stellt das Gerät im Alugehäuse im Wert von 150 Euro bereit.

Tastatur + Maus: Logitech dinovo media desktop 2.0
Passend zum Media-PC liefert Logitech (www.logitech.de) die edle Bluetooth-Tastatur-und-Maus-Kombination im Wert von200 Euro.

Fernbedienung + MediaCenter-Software:IR-Fernbedienung MCE 2005 + Windows XP Media Center Edition 2005
Fernbedienung und Betriebssystem im Wert von circa 150 Euro kommen direkt von Microsoft (www.microsoft.de).


Gemeinnützige Spende

Pimp my Comp

AVDC: Welcher Mensch arbeitet heutzutage mit solchen alten Kisten?
Glogge: Meinen Stino hatte ich ganz ehrlich vergessen. Neuerdings stehe ich mehr auf Mac. Erst nach tagelangen Diskussionen in der Redaktion roch ich meine Chance.

AVDC: Was hast du mit dem Teil gemacht?
Glogge: Mein 800er-Duron mit 128 MByte RAM, 8-GByte-Festplatte und Sound onboard war mal eine richtig geile Kiste. Bis ich ihn einfach nicht mehr einschaltete.

AVDC: Warum willst du ihn unbedingt weiß lackiert?
Glogge: Ich wollte wissen, wie weit die Redaktion im Ernstfall geht. Im Ernst: Mein Wohnzimmer ist tatsächlich weiß. Dort soll er schließlich hineinpassen.

AVDC: Mit dem Ergebnis hast du nicht gerechnet?
Glogge: Ich war zugegebenermaßen überrascht, dass es für die Autowerkstatt offensichtlich nicht der erste Lackierauftrag dieser Art war.

AVDC: Was wirst mit du mit deinem Neuen jetzt tun?
Glogge: Ich werde ihn zuerst ein paar Tage daheim in aller Ruhe prüfen, ob er hält, was Ihr versprecht. Dann werde ich ihn einem wohltätigen Zweck spenden.

Redakteur Reinhard Gloggengießer alias »Glogge« war die letzte Rettung. Keiner hatte einen so alten PC, dass sich der Umbau lohnte. Deshalb musste sein antiker Stino herhalten.