Videoformate im Überblick
Video optimal speichern

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Alle gängigen Videoformate setzen auf Kompression definieren Art und Struktur wie der Inhalt aufzubewahren. Anders wären die gigantischen Datenmengen auch nicht zu verarbeiten.

Video verkleinern und verpacken

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Filme mit Toninformationen belegen noch weitaus mehr Speicherkapazität als reine Musikdateien: Ein zweistündiger Kinoabend verschlingt schon etwa 6 GByte ? in komprimierter Form auf DVD, wohlgemerkt. Alle gängigen Videoformate setzen daher auf Kompression und fungieren meist als Container. Der Container definiert aber nur Art und Struktur wie der Inhalt aufzubewahren ist. Anders wären die gigantischen Datenmengen auch nicht zu verarbeiten.

3ivx ist genau genommen gar kein Dateiformat, sondern ein Codec, der MPEG-4- kompatible Datenströme erzeugt. Außerdem ermöglicht er es, Audio im AAC-Format zu speichern. Mit Hilfe von 3ivx finden zwei Stunden Film in annähernd DVD-Qualität auf einer CD Platz. Alternativ dazu lohnt der Einsatz des Codecs zum Videostreaming in Beinahe-DVDQualität via Kabelanschluss oder DSL. Zum Abspielen von Dateien, die mit 3ivx komprimiert sind, ist ein Plug-in oder ein 3ivx-Decoder erforderlich.

ASF (Advanced Streaming Format oder Advanced Systems Format) ist ein Containerformat aus dem Hause Microsoft. Seine Einsatzgebiete sind digitales Audio und Video sowie Streaming. ASF gehört wieWMA und WMV zum Windows-Media- Framework und arbeitet mit vielen Codecs zusammen. Im Normalfall kommen kommen jedoch hauptsächlich die Microsoft-Codecs WMV und WMA zum Einsatz.

Bild: Das Freeware- Tool Gspot eruiert die genaue Beschaffenheit von AVI-Dateien und zeigt die Eigenschaften von Audio- und Video-Stream separat an.


AVI

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AVI Dateien im AVI-Format (Audio Video Interleaved) enthalten ineinander verschachtelte (interleaved) Bild- und Tonströme. Eine AVI-Datei ist nur ein Container, der Audio- und Videodaten verschiedenster Codecs aufnimmt. Die Effizienz und die Filmqualität hängen vom verwendeten Codec ab, meist MPEG, DivX oder WMV. Der Four-CC-Code (Four Character Code) im Header einer AVI-Datei gibt an, in welchem Format und mit welchem Codec die Daten gespeichert sind.

Für die Aufzeichnung in einer AVI-Datei gibt es standardkonform zwei Methoden:

AVI-Typ 1: Die AVI-Datei enthält die Audio- und Videodaten als einen einzigen Strom. Dieses Format kann nur mit Directshow abgespielt werden.

AVI-Typ 2: Die Audio- und Videoströme sind getrennt. Im Unterschied zu Typ 1 wird der Audioteil sowohl als Bestandteil des Videostroms, wie im ursprünglichen Video, als auch aus Kompatibilitätsgründen in einem separaten Audiostrom gespeichert. Dadurch sind Typ-2-Dateien etwas größer, genauer gesagt: Durch die doppelt vorhandenen Audiodaten kommen zu den 3,7 MBit/s des Datenstroms noch zusätzlich 192 KBit/s hinzu. Darüber hinaus erfordert Typ 2 etwas mehr Rechenaufwand als Typ 1.

Dateigröße hängt von der AVI-Version ab
Die maximal zulässige Dateigröße hängt von der AVI-Version (die nicht mit Typ 1 bzw. 2 zu verwechseln ist) ab: AVI 1.0 (das sind Standard-AVI-Dateien) dürfen bis zu 4 GByte groß sein. AVI-2.0-Dateien sind in der Größe lediglich durch die maximale Dateigröße des Dateisystems beschränkt (bis zum derzeit eher theoretischen Limit von 12 Terabyte). AVI 2.0 (oder Open DML AVI, wie es auch genannt wird) kann mehrere AVI-1.0-Dateien in einer Datei speichern.

Bild: Mplayer spielt die meisten der in diesem Artikel besprochenen Video- und Audioformat ab. Die installierten Codecs werden im Optionenmenü angezeigt.


DivX

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DivX ist ebenfalls ein Codec und kein Dateiformat. Bei den ersten Versionen von DivX (bis einschließlich 3.11) handelte es sich um gehackte Versionen des MPEG-4-Codecs. Inzwischen hat jedoch Jerome Rota, der Entwickler von DivX, die Firma DivX Networks gegründet und mit DivX 4 eine legale Fassung des Codecs geschrieben, um Copyright-Probleme mit Microsoft auszuräumen. DivX, derzeit in Version 5.2.1 (Version 6 ist gerade in Beta), ist ein vollständig zu MPEG 4 Layer 2 kompatibler Codec. Er ist für seine hohe Kompresssion bekannt und eignet sich dadurch gut zum Rippen von DVD-Filmen: Ein typischer DVD-Film belegt zwischen 5 und 6 GByte; mit DivX lässt sich der Film bei nur minimalen Qualitätsverlusten auf 700 MByte zusammenstauchen, so dass er auf eine einzelne CD passt.
Daher setzen viele DVD-Ripper auf den DivX-Codec oder dessen Open-Source-Variante Xvid. Zur Wiedergabe ist ein DivX-Plug-in für die Playersoftware oder der DivX-Player erforderlich. Die Pro-Version mit erweiterten Funktionen, höherer Kompression und besserer Qualität kostet 20 US-Dollar.

Anders als bei WMA oder Real Audio gibt es von den Entwicklern von Ogg Vorbis keinen eigenen Player eine gute Alternative ist Winamp.


MJPEG

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MJPEG (Motion JPEG) ist ein Video-Codec, der jeden Frame eines Filmes als eigenes JPEG-Bild speichert. Die Qualität ist unabhängig von der Bewegung im Material bei MPEG-Filmen dagegen sinkt die Qualität, wenn das Geschehen sehr stark bewegt ist. Der Nachteil von MJPEG sind die verhältnismäßig großen Dateien.

Was die Dateikürzel bedeuten
AAC Apple AAC
AIFF, AIFC Apple AIFF bzw. AIFC
ASF Microsoft Windows Media Streaming
AVI Microsoft Audio Video Interleave
MOV, QT Apple Quicktime
MPG, MPEG, M1V, MP2, Moving Pictures Experts Group
MP3, MP4, MPA, MPE, MPV2
Ogg Ogg Vorbis
OGM Ogg Media
RA, RAM, RM Real Audio/Real Video
WAV WAV
WMA, WMV Microsoft Windows Media Audio/Video

Das Freeware-Tool Gspot eruiert die genaue Beschaffenheit von AVI-Dateien und zeigt die Eigenschaften von Audio- und Video-Stream separat an.

Den DivX-Player gibt es kostenlos auf www.divx.com, ebenso wie das entsprechende Plug-in.

Eine umfassende Liste der Four-CC-Codes in AVI-Dateien gibt es auf www.fourcc.org


MPEG1 – MPEG21

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MPEG umfasst eine ganze Familie von Formaten. Die MPEG-Codecs setzen auf die verlustbehaftete Komprimierung von sowohl Audio- als auch Videodaten. Diese Standards sind im Einzelnen:

MPEG 1 war der ursprüngliche Standard für Audio- und Videokomprimierung; er enthält auch das Audioformat MP3. Der Teil des MPEG-1-Standards, der sich auf bewegte Bilder bezieht, stammt aus dem JPEG-Standard, der die Komprimierung von Standbildern erlaubt. MPEG 1 kommt im Video-CD-Format zum Einsatz. Die Ausgabequalität bei gängigen Bitraten liegt unter der von Videofilmen.

MPEG 2 umfasst eine Reihe von Transport-, Video- und Audiostandards für Filme in Fernsehqualität. MPEG 2 arbeitet ähnlich wie MPEG 1, unterstützt aber den Bildaufbau mit Zeilenversatz (Interlaced Video) wie bei normalem Fernsehen. MPEG 2 definiert außerdem Transport-Streams, die auf die Übertragung von digitalem Video und Audio über nicht zuverlässige Kanäle ausgelegt sind und für Fernsehausstrahlung genutzt werden. Mittlerweile hat sich MPEG 2 zum Standard für HDTV entwickelt. Es ist zudem auch das Format für DVD-Filme.

MPEG 3 wurde ursprünglich für HDTV (High Definition Television) entwickelt, später aber dann eingestellt, als sich MPEG 2 als ausreichend erwies.

MPEG 4 ist eine Weiterentwicklung von MPEG 1, bringt aber zusätzliche Eigenschaften wie die VRML-Unterstützung für 3D-Rendering, objektorientierte Composite-Dateien (inklusive Audio-, Video- und Virtual-Reality-Modellierung) sowie die Unterstützung vo
n Digital Rights Management mit. Die wesentlichen Einsatzgebiete für MPEG 4 sind Streaming über das Internet, CD-Produktion und Fernsehübertragung.

MPEG 7 ist ein formales System zur Beschreibung von Multimedia-Inhalten.

MPEG 21 ist ein geplanter Standard für ein Multimedia-Framework.

Quicktime gehört zu den wichtigsten Videoformaten überhaupt. Dank seiner enormen Flexibilität ist es weit verbreitet.


OGM & Quicktime

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OGM (Ogg Media File) ist ein Containerformat für Audio, Video und Untertitel. Wie AVI unterstützt es mehrere Audiotracks, sogar in unterschiedlichen Formaten (etwa MP3 und Ogg Vorbis). Im Unterschied zu AVI nehmen OGM-Container auch Audiodaten im Ogg-Vorbis-Format auf.
Zur Wiedergabe von OGM-Dateien unter Windows ist ein Softwarepaket namens Ogg-Vorbis-Directshow-Filter erforderlich (http: //tobias.everwicked.com). Für Linux eignet sich Mplayer (http://www.mplayerhq.hu).

Quicktime Das von Apple entwickelte Quicktime ist eine Multimediatechnik sowie ein Dateiformat. Eine Quicktime-Datei ist ein Multimedia-Container, der aus einem oder mehreren Tracks besteht: Audio, Video, Text oder digitale Effekte. Jeder Track enthält entweder Zeiger, die auf externe Dateien verweisen oder kodierte Datenströme, bevorzugt in MP3, JPEG, DivX, Cinepak, Sorensen oder auch MPEG 2 und MPEG 4 (ab Quicktime 6).
Durch die Unterstützung verschiedenster Codecs eignet sich Quicktime besser für Internet-Anwendungen als AVI. Darüber hinaus erlaubt Quicktime Streaming man braucht zum Senden lediglich den Quicktime Streaming Server. Quicktime erlaubt interaktive Steuerung und unterstützt dazu Flash, Javascript, Applescript und weitere Techniken, die Interaktion mit dem Anwender zulassen.
Apple stellt kostenlose Player für Quicktime-Dateien für Mac OS und Windows bereit. Wenn Sie mit Quicktime MPEG-2-Dateien ansehen wollen, benötigen Sie ein 20 US-Dollar teures Add-in von Apple (ähnlich wie bei Windows Media Player). Die Quicktime-Unterstützung unter Linux ist leider etwas eingeschränkt: Der kostenlose Quicktime Player 4 kann nur mit Containerdateien umgehen, die Open-Source-Codecs oder unkomprimierte Dateien enthalten. Mehr Funktionalität bietet die Open-Quicktime-Bibliothek, die keine eingebetteten Codecs enthält, aber ein Plug-in-System aufweist, mit dem sich Audio- und Video-Codecs dynamisch nachladen lassen.


Real & Xvid

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Real Video und Real Media Real Video ist ein proprietärer Video-Codec, von Real Networks. Er unterscheidet sich von den meisten anderen durch die Optimierung auf Video-Streaming über IP-Netze. Dazu nutzt er das proprietäre Protokoll PNA oder das vor kurzem standardisierte Real Time Streaming Protocol.
Real Video wird normalerweise in Kombination mit Real Audio eingesetzt und in einem Real-Media-Container gespeichert. Zum Abspielen von Audio- und Videodateien im eigenen Format stellen Real Networks den Real Player zur Verfügung.

WMV (Windows Media Video) gehört wie WMA und ASF zu Microsofts Windows-Media-Framework. Der Codec dient zur Komprimierung von Videos und zur Umwandlung von Diashows (bestehend aus Bitmap-Bildern) in Videosequenzen.
WMV ist die von Microsoft entwickelte, aber proprietäre Variante von MPEG 4 sie ist zu normaler MPEG-4-Software nicht kompatibel. WMV-Videoströme werden oft mit Audioströmen im WMA-Format kombiniert und in einer AVI- oder ASF-Containerdatei gespeichert. Neben Internet-Streaming (in einem ASF-Container) erlaubt WMV auch das Einbetten von Digital-Rights-Management-Informationen als Kopierschutz. Die aktuelle Version WMV9 lässt sich ab Windows Media Player 6.4 unter Windows und auf Pocket-PC-Organizern abspielen. Darüber hinaus gibt es Mediaplayer unter Apple Mac OS und Linux, die den Umgang mit WMV-Dateien beherrschen. Der Microsoft Media Player für den Macintosh läuft allerdings nur mit ASF-Containern.

Xvid DivX Networks veröffentlichte 2001 eine Open-Source-Version seines Codecs, Open DivX genannt. Dieser diente als Grundlage für den Open-Source-Codec Xvid.
Auf der Homepage (www.xvid.org) kann lediglich der Quellcode des Codecs heruntergeladen werden, aber keine binäre Fassung. Auf diese Weise spart sich Xvid.org die Zahlung von MPEG-4-Lizenzgebühren. Zum Auffinden von kompilierten Fassungen des Codecs bemüht man am besten Google mit der Suche nach ?xvid binaries?.