Neue Version von Mac OS X
Tiger greift Longhorn an

MacWorkspace

Apple legt eine neue Version seines Betriebssystems Mac OS X nach. Die Version 10.4 mit Codenamen Tiger bringt über 200 neue Funktionen wie eine Desktop-Suche oder so genannte Widgets und soll Longhorn in den Schatten stellen.

Codename Tiger

Neue Version von Mac OS X

Während Microsoft die Weichen für den XP-Nachfolger Longhorn stellt, aber noch nicht einmal eine erste Beta-Version in petto hat, legt Apple eine neue Version von Mac OS X nach. Laut Apple sollen die neuen Funktionen in Tiger, so der Codename des neuen Mac OS X v10.4, besser sein als die Longhorn-Pendants. Und außerdem gibt es Apples Tiger schon seit 29. April zu kaufen bei Longhorn kann das noch bis Mitte 2006 dauern.


Spotlight als WinFS von Apple

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Tiger soll also Longhorn Konkurrenz machen. Tatsächlich gibt es einige Funktionen, die für Longhorn geplant und die mit Tiger auch in Mac OS X neu sind. Stichwort Desktop-Suche: In Tiger ist eine neue Suchfunktion namens Spotlight eingebaut. Die Suche indiziert automatisch alle Dateien auf dem System, egal ob es sich um E-Mail-Nachrichten, Videos, Fotos oder Office-Dateien handelt. Besonders flexibel: Spotlight kann auch Metadaten auswerten. Die Suchergebnisse können in einem Ordner abgespeichert werden. Das Besondere dabei ist, dass der Ordner immer automatisch auf dem aktuellsten Stand gehalten wird.

Über das so genannte Dashboard stehen dem Anwender kleine Hilfsprogramme (Widgets) zur Verfügung. Die Widgets lassen sich einfach über die Funktionstaste [F12] ein- und ausblenden, so dass Taschenrechner, Notizzettel oder Börsenkurse blitzschnell auf dem Desktop landen und wieder verschwinden. Zum Start von Tiger liefert Apple 14 voreingebaute Widgets mit. Programmierer sind jedoch aufgefordert, neue Hilfsprogramme für Tiger zu entwickeln.

Apple spendiert Tiger auch eine neue Quicktime-Version. Das Highlight der Version 7 ist der integrierte MPEG-4-Videocodec H.264, der bessere Videoqualität bei gleichzeitig verringerter Bandbreite bietet. Im Videochat-Programm iChat ist der Codec ebenfalls integriert. So können bis zu vier Teilnehmer in einem virtuellen 3D-Raum per Videokonferenz kommunizieren. Die Kehrseite der neuen Videofreuden: Die alten Versionen von Quicktime Pro können nicht mehr verwendet werden, Mac-Nutzer werden zum Update gezwungen.

Mit Hilfe des Automators, einer Art Makrorekorder, kann der Nutzer per Mausklick Aufgaben automatisieren. So lassen sich in einem Aufwasch etwa Fotos auf eine bestimmte Größe anpassen. Einige hundert vorgefertigte Funktionen bringt Automator bereits mit. Sie können als Bausteine für größere Programme dienen, um zum Beispiel iTunes zu automatisieren.


Web-Browser mit RSS-Funktionen

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Tiger aktualisiert auch einige Standard-Programme von Mac OS X. So hat der WebBrowser Safari jetzt aufgebohrte RSS-Funktionen an Bord, wie zum Beispiel eine Anzeige in der URL-Zeile und eine Schlagwortsuche. Auch das E-Mail-Programm Mail 2, die Kalender-Software iCal 2 und die Programmier-Tools Xcode 2 erhielten eine Frischzellenkur. Eine komplette Liste der insgesamt 200 Änderungen in Tiger stellt Apple unter der Internet-Adressehttp://www.apple.com/ macosx/newfeatures/over200.html bereit. Der Preis für Mac OS X v10.4 Tiger liegt bei 130 Euro. Als Systemvoraussetzungen gibt Apple 256 MByte RAM und mindestens einen G3-Prozessor an. Wichtig: Tiger läuft lediglich auf Mac-Modellen mit einem integrierten Firewire-Anschluss.

Apple legt auch die Server-Version von Mac OS X als Tiger-Release neu auf. Für rund 480 Euro erhält der Kunde eine Server-Lizenz für die Anbindung von bis zu zehn Clients. Unbegrenzt viele Clients kann die Version für 970 Euro anbinden.