Internet-Unternehmer: Ausgeburt des Bösen?
Wer zieht IT-Anbieter zur Rechenschaft?

IT-ManagementIT-ProjekteNetzwerk-ManagementNetzwerkeSicherheitSicherheitsmanagement

Bei den immer größeren Internet-Problemen bleibt es noch unklar, ob die IT-Branche selbst die Lösung bringt – oder sogar die Ursache ist. Aber ob Kontrolle durch den Staat funktioniert (oder noch mehr Probleme schafft), ist genauso unsicher.

Internet-Unternehmer: Ausgeburt des Bösen?

Wir brauchen nur oberflächlich ein paar News-Sites mit einschlägigen Technik-Themen durchzublättern, um uns klar darüber zu werden, dass wir alle in großen Schwierigkeiten stecken. Sicherheitslücken, Betrügereien durch Phishing und unkontrollierbare Spam-Mails, Peer-to-Peer-Verstöße gegen das Copyright, Identitätsdiebstahl – eine endlose Liste…

Die Technologie, die uns doch das Leben erleichtern sollte, produziert hauptsächlich Chaos. Wir sehen eine Tsunami-Welle auf uns zu rollen, die keiner stoppen kann.

Das Internet war einmal ein Ort, der für Freiheit stand. Dann wurde plötzlich von einem neuen Internet geredet, einem geschäftsdominierten Internet, doch die Menschen revoltierten, und heute scheint es wie aus unseren Köpfen gelöscht. Vielleicht sollten wir noch einmal darüber nachdenken, was damals passierte.

Ein vom Business beherrschtes Internet sollte uns allemal lieber sein als eines, wo Lug und Trug regiert. Überlegen wir doch einmal, was als Schlimmstes passieren könnte, wenn das Business das Steuer übernimmt: Wir würden nicht mit Pornographie überschwemmt, wir hätten Zugriff auf Dinge, die wir tatsächlich brauchen, und wir bräuchten nicht mehr um unser Leben zu fürchten.

Es wird viel Wind gemacht um das Recht zur freien Meinungsäußerung. In China werden Internetcafés überwacht, um zu verhindern, dass staatsfeindliche Sites besucht werden. Ist das wirklich so viel schlimmer, als jede Art von Obszönität, Betrug und Gemeinheit zuzulassen? Die Frage ist heute vermutlich weit schwerer zu beantworten als noch vor ein paar Jahren.

IT-Anbieter sind in ihrer eigenen Geld-Welt gefangen und verdrängen jedes Verantwortungsgefühl”

IT-Anbieter dehnen ihre Grenzen immer weiter aus. Sie sind leider in ihrer eigenen Geld-Welt gefangen und vergessen allzu leicht die moralische Verantwortung, die das Geschäftemachen eben so mitbringt. Geschäft und Moral haben es ein bisschen schwer miteinander, doch konnten sie früher durchaus nebeneinander existieren (wenn auch manchmal vielleicht unbequem). Doch das ist Schnee von gestern. Milliardäre machen zwar mit hohen Spenden an Hilfsorganisationen von sich reden, doch gleichzeitig verarmen die Leute in ihren Unternehmen.

Jede neue Technologie wird sofort auf den Markt gepuscht, ohne zu überdenken, ob die Menschheit vielleicht daran Schaden nimmt. Wenn dann Verantwortung in die Diskussion kommt, wird jeder Erfinder einer innovativen Technologie sofort mit dem Finger auf alle zeigen, außer auf sich selbst, und die Jagd nach noch mehr Cash geht weiter, angeblich, um die selbst produzierten Schäden wieder gutzumachen.

Vielleicht noch mehr Grund zur Sorge macht aber unsere Abhängigkeit von modernen Technologien. Die Erwartung, dass jeder die neuesten Techno-Spielereien hat – oder sich zumindest wünscht – nimmt ständig zu. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Angehörige der menschlichen Spezies ohne Mobiltelefon von einem Großteil der allgemeinen Dienstleistungen ausgeschlossen sein werden. Größere Elektronikläden verkaufen bereits keine VHS-Rekorder mehr, weil keiner mehr danach fragt.

Ich will nicht glauben, dass jeder Mensch einen DVD-Spieler haben möchte (oder sich leisten kann). Ebenso wenig, dass diese Leute bereit sind, ihr Geld in Videobänder zu investieren.

Wer kann Veränderung herbeiführen? Ganz klar, in der Hand haben es dieselben, die uns dazu zwingen, immer die neueste Technologie zu verwenden, ohne Rücksicht auf die damit verbundenen Risiken.