eBay und Konkurrenten
Alternativen zu Online-Auktionen

E-CommerceMarketing

3-2-1-Meins – nach wie vor dominiert eBay den Markt der Online-Auktionen. Doch im Schatten des Marktplatz-Giganten tummeln sich alternative Plattformen. Hier eine Auswahl.

3-2-1-Meins

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Längst sind insbesondere bei eBay viele der Angebote gar keine richtigen Auktionen mehr. Vor allem professionell agierende Händler verkaufen lieber zum Festpreis. So verliert der Handel bei eBay ein wenig das »3-2-1-Meins«-Feeling. Grund genug, Alternativen für den Kauf und Verkauf neuer und gebrauchter Waren zu nutzen oder den Tauschhandel wieder aufblühen zu lassen.


Der Amazon-Marktplatz

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Eine geniale Idee hat das Medienhaus Amazon umgesetzt: Gelesene Bücher oder Musik-CDs, die ein Fehlgriff waren, wollen viele Kunden wieder verkaufen. Zumeist lohnt sich jedoch bei einem Taschenbuch, das im Verkauf vielleicht noch drei Euro bringt, noch nicht einmal die Formulierung des Verkaufstextes, geschweige denn die Aufnahme eines Produktfotos.

Nun verfügt Amazon aber bereits über all diese Angaben. Was liegt also näher, als den Kunden mit dem eigenen Marketplace (www.amazon.de/marketplace) eine Plattform zur Verfügung zu stellen, um die eigenen Bücher, CDs und mittlerweile sogar Artikel aus artfremden Bereichen wie Fotografie, Elektronik oder sogar Küchengeräte per Knopfdruck zu verkaufen?

Dazu muss der Verkäufer lediglich bei einer Amazon-Artikelbeschreibung auf Diesen Artikel verkaufen klicken, den Zustand der Ware angeben und einen Verkaufspreis festlegen. Die so eingestellte Ware erscheint in der normalen Artikelansicht rechts im Kasten Alle Angebote. Das Angenehme für den Verkäufer ist nicht nur, dass beim Einstellen der Bücher, CDs und DVDs kaum Arbeit anfällt. Vielmehr wird auch das Geld direkt vom Käufer eingezogen und dem Verkäufer überwiesen.

Das lässt sich Amazon jedoch auch gut bezahlen. 11,5 Prozent beim Verkauf von Elektronik- und Fotoartikeln und 17,25 Prozent bei den übrigen Kategorien sowie zusätzlich 1,14 Euro behält Amazon direkt ein. Allerdings werden die Versandkosten mit einer je nach Kategorie unterschiedlichen Pauschale vergolten, die zusätzlich zum Erlös mitüberwiesen wird. Auch wird für das Anbieten selbst keine Gebühr fällig: Gut für den Fall, dass von hundert Büchern nur einige wenige einen Käufer finden.


Der Medien-Gebrauchtmarkt

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Auf Bücher, Musik und Filme spezialisiert ist der Medien-Gebrauchtmarkt Booklooker. Das Einstellen eines Mediums ist ein wenig umständlicher als beim Amazon Marketplace. Nach Eingabe der ISBN-Nummer sind alle Felder bereits vorbelegt und nur wenige Mausklicks zum Einstellen nötig.

Wurde aber ein Artikel bislang noch nicht auf Booklooker angeboten, müssen alle Angaben händisch gemacht werden. Auch tritt Booklooker nur als Vermittler auf. Somit ist die Bezahlung und ordnungsgemäße Lieferung der Ware eine Sache zwischen Käufer und Verkäufer. Dafür fallen aber auch nur 8 Prozent Provision an.


Tauschen statt kaufen

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Statt gebrauchte Bücher zu kaufen, kann man diese bei Buchticket tauschen. Da aber in der Regel der Interessent für das eigene Buch nicht gleichzeitig ein zum Tausch geeignetes Gegenstück besitzt, erhält man für jedes versendete Werk ein so genanntes Buchticket. Damit wiederum hat man die freie Wahl aus momentan knapp 170 000 Büchern. Ein Nachteil dieses angenehm einfachen Systems: Egal ob Taschenbuch oder umfangreicher Bildband, es findet keine Wertunterscheidung statt.

Daher sind hochwertige Buchausgaben eher selten zu finden. Optimal ist das System jedoch für den unkomplizierten Tausch von Taschenbüchern. Wie bei den vorgestellten Auktionshäusern wird auch bei Buchticket jede Transaktion von beiden Seiten bewertet. Auf diese Weise kann man sich ein Bild vom jeweiligen Tauschpartner machen.


Private Büchereien und Videotheken

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Einen sehr interessanten Weg beschreiten die Betreiber des Marktplatzes Boogg. Einerseits können hier Bücher, CDs und Filme getauscht werden ebenfalls ohne Berücksichtigung des Wertes. Allerdings muss man beim Tauschen innerhalb einer Kategorie bleiben. So erhält man VHS-Gutscheine beim Anbieten von Videos und Buchgutscheine bei Büchern.

Andererseits kann man ein Medium auch ausleihen. Nach gewisser Zeit schickt man es auf eigene Kosten wieder zurück. Diese Form der virtuellen Internet-Bibliothek wird auch kräftig genutzt. Insbesondere höhererpreisige Medien erscheinen in der Übersicht ausschließlich als Leihobjekte.


Cleverer Hörbuch-Tausch

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Der 1:1-Tausch einer Hui-Buh-CD gegen ein Hörbuch von Harry Potter kommt wohl selten zustande: Zu groß ist die Wertdifferenz. Dieses Manko ungleicher Tauschgeschäfte will der Hörbuchtausch beheben. Hörbücher wechseln hier bargeldlos ihren Besitzer, »bezahlt« wird mit der Tauschwährung des »Hörby«. Die Anzahl gutgeschriebender Hörbys orientiert sich dabei immer am Preis des jeweiligen Hörbuchs bei Amazon. Die Versandkosten übernimmt der Versender.


Kleinanzeigen-Märkte online

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Als Pendant zu den wöchentlich erscheinenden Anzeigenblättern gibt es auch entsprechende Online-Portale. Über 600 000 Inserate finden sich etwa im Anzeigenmarkt dhd24.de und dessen Ableger www.miorico.de. Wer privat verkauft und bis 200 Euro verlangt, kommt gänzlich kostenlos davon.

Gewerbliche Anbieter hingegen berappen pro Annonce fünf Euro. Mit knapp 88 000 aktuellen Inseraten etwas kleiner, dafür gänzlich kostenlos ist kleinanzeigen-landesweit. de. Allerdings scheint hier keine Redaktion die eingehenden Angebote zu überprüfen, von denen einige doch recht obskur sind, wie zum Beispiel unseriöse Job-Angebote.

Ab 2 Euro kostet eine private Kleinanzeige bei Web.de für zwei Wochen, ein Bild inbegriffen eindeutig zu teuer, was sich auch in der geringen Akzeptanz widerspiegelt. Ganz anders bei Quoka, dem Online-Auftritt der Anzeigenblätter Sperrmüll, Alles, Pinnwand sowie Kurz & Fündig. Aus den vielen hunderttausend Anzeigen lassen sich bequem nur die Angebote und Suchanfragen aus der näheren Region herausfiltern. Private Inserate sind kostenlos, egal ob sie nur im Web oder auch in der jeweiligen Printausgabe erscheinen.

Gegen geringes Entgelt können die Anzeigen noch aufgepeppt werden. Und um die Kontaktdaten zu einem Online-Inserat zu erhalten, muss der Interessent zum Beispiel über eine Service-Rufnummer oder eine SMS einen kleinen Obolus entrichten.


Feilschen wie auf dem Bazar

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Wie auf dem türkischen Basar geht es zu bei Intoko.de. Zunächst sieht das Portal wie ein herkömmlicher Kleinanzeigenmarkt aus. Dies ist auch bedingt richtig, weil jeder, egal ob Privatperson oder gewerbsmäßiger Händler, ko
stenlos Kaufgesuche und Verkaufsanzeigen aufgeben kann.

Wer an einem Angebot Interesse zeigt, muss keineswegs den geforderten Preis zahlen. Stattdessen kann man ein niedrigeres Angebot machen. Dieses erhält der Inserent per E-Mail und kann dann dazu Stellung nehmen. So nähern sich Käufer und Verkäufer wie auf einem Basar schrittweise an den für beide Seiten attraktiven Preis an.


Neu: Regionale Angebote auf Kijiji

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Kijiji ist ein erst 2005 aus dem Mutterkonzern eBay heraus gegründetes Start-up-Unternehmen. Der »Kidschidschi« gesprochene Firmenname bedeutet auf Suaheli »Dorf«, und eben eine solche Dorfgemeinschaft sollen die mittlerweile in 21 Regionen untergliederten Inserate schaffen: Neben den üblichen Verkaufsangeboten finden sich auch Wohnungs-, Job- und Kontaktanzeigen. Einen großen Platz nehmen auch Dienstleistungen von der Kinderbetreuung bis zur Autolackierung ein. Auch Handwerker bieten hier ihre Dienste an.


Sparen bei Handwerker-Auktionen

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Große staatliche Aufträge werden öffentlich ausgeschrieben, um durch den entstehenden Konkurrenzkampf ein günstiges Angebot zu erhalten. Dieses bewährte Mittel setzen Sie bei Jobdoo.de für die Vergabe handwerklicher Tätigkeiten ein: Sie beschreiben die zu erledigenden Aufgaben möglichst detailliert und legen einen Höchstpreis fest.

Handwerksbetriebe und andere Dienstleister können sich bis zum Ende der Auktion dann gegenseitig im Preis unterbieten deren Angebote sind dann bis zu 14 Tage nach Auktionsende verbindlich.

Der Auftraggeber kann sich nun anhand bisheriger Bewertungen oder auch bei Jobdoo.de hinterlegter Meisterbriefe oder ähnlicher Zeugnisse das gewünschte Angebot aussuchen, ist also nicht an das billigste Angebot gebunden. Handwerksbetriebe und Ich-AGs profitieren auf diese Weise von zusätzlicher Arbeit in auftragsschwachen Zeiten, der Kunde hingegen hat die Wahl aus mehreren Angeboten und spart so noch den einen oder anderen Euro.
Das Dienstleistungs-Portal UnderTool funktioniert ähnlich und verlangt zur Qualitätssicherung der angebotenen Dienstleistungen von gewerblich angemeldeten Mitgliedern zunächst eine gültige Unbedenklichkeitsbescheinigung sowie eine Kopie des Gewerbescheins.


Themenorientierte Anzeigenportale

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Kleinanzeigenmärkte müssen allen möglichen Arten von Produkten gerecht werden. Individuelle Angaben, wie bei einem Fahrzeug die Kilometerleistung, gibt es nicht. Hier bietet es sich an, themenorientierte Anzeigenportale zu nutzen. Diese finden Sie wahlweise über Vergleichsportale, wie zum Beispiel www.autoboersen-im-vergleich.de für KFZ. Dort gibt es auch gleich Links auf weitere »Im-Vergleich«-Portale.


Vorsicht: Keine Prüfung

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Nachteil bei Kleinanzeigenmärkten ist, dass der Handelspartner bis zum Abschluss der Transaktion ein Unbekannter bleibt. Hier sind keine Sicherungsmechanismen wie das Postident-Verfahren oder die Zertifizierung per Ausweis gefordert. Jeder kann zum Teil sogar ohne E-Mail-Bestätigung Anzeigen aufgeben. Deshalb sollte man versuchen, Angebote in Fahrtnähe zu suchen und die Ware abzuholen. Das spart Postgebühren und ist sicherer, weil der Austausch von Ware und Geld persönlich vorgenommen und die Qualität geprüft werden kann.