China setzt Cyber-Propaganda-Offiziere ein

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Nachdem die Regierung der Volksrepublik China sich mit ihrer Zensurpolitik im Internet ein negatives Image erarbeitet hat, sollen professionelle Schönredner dafür sorgen, dass sich die Stimmung im Lande bessert.

In einer Reihe von chinesischen Städten sollen laut AFP spezielle ?Online-Propagenda-Truppen? aufgestellt worden sein. Sie rekrutieren sich vor allem aus Regierungsangestellten mit Propagandaerfahrung und schleichen sich in Chatrooms und Foren als ?ganz normale? Bürger ein.

Wird etwa in einem Forum das harte Auftreten der Polizei kritisiert, sollen die Gutwettermacher die andere Seite der Medaille darstellen und berichten, wie gefährlich das Leben der Ordnungshüter doch sei. Insgesamt sollen bis Ende 2004 127 Spezialbeamte aus allen Teilen Chinas in Peking eine Ausbildung erhalten haben, wie sich im Internet die öffentliche Meinung bilden und steuern lässt.

Die neue Strategie der offensiven Beeinflussung könnte eine Abkehr von der harschen Zensur bedeuten, die bislang Kennzeichen der chinesischen Internet-Politik war: Offenbar hat man erkannt, dass sich durch die Schließung von Websites und Internet-Cafés die Ausbreitung von Informationen nicht stoppen lässt. (dj/fe)

Autor: fritz
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