12 Farblaser im Test
Im Preis gefallen

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Adieu Monochromie! Die grauen Zeiten im Büro sind vorbei. Finanzierbare Farblaser überzeugen mit schneller Leistung und officetauglicher Qualität.

Farbe wirkt

12 Farblaser im Test

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Lyra Research nehmen wir farbig aufbereitete Informationen um bis zu 78 Prozent besser auf als Dokumente in Schwarzweiß. Ob Briefe und Prospekte zur Lektüre reizen oder im Papierkorb landen, hängt stark von der Farbgestaltung ab. Trotzdem drucken viele Firmen ihre Briefköpfe, Logos und Präsentationen immer noch grau in grau und verschenken so die Chance, mit Farbe auf den Inhalt neugierig zu machen.

Ab 370 Euro gibt es Laserfarbe
Egal ob Ich-AG oder Mittelstand: Der Grund für den sparsamen Einsatz von Buntem sind oft ökonomische Überlegungen. Farblasern hängt immer noch der Ruf an, dass sie viel zu teuer sind. Kein Wunder! Vor drei Jahren kostete ein guter Farblaser rund 2000 Euro. Doch inzwischen gibt es über ein Dutzend Modelle unter 800 Euro. Im Handel sind günstige Geräte wie der Konica Minolta 2400W schon für 370 Euro zu haben.
Während der Markt für Monochromdrucker in den nächsten Jahren stagnieren wird, explodiert die Nachfrage an Farblasern. Und dank hoher Stückzahl und hartem Preiskampf im Massenmarkt purzeln die Preise.
So kostete beispielsweise der Konica Minolta 2300DL noch vor rund neun Monaten über 1000 Euro. Heute gibt es ihn für knapp die Hälfte. Und noch nach Abschluss der Testphase senkte Brother den Preis für den HL-2700CN auf unter 800 Euro leider zu spät für die Wertung. Der allgemeine Preisverfall wird sich nächstes Jahr allerdings kaum fortsetzen, denn die Gerätepreise decken kaum noch die Produktionskosten, so die Hersteller.


Seitenpreis 6 Cent

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Kaum ein Mitarbeiter im Büro weiß, wie viel eine Druckseite wirklich kostet. Das PC-Direkt-Testlabor ermittelte einen Schnitt von rund 2 Cent pro Farbseite, etwa für einen Brief der vorzugsweise Text mit farbigen Markierungen enthält. Inklusive der Verschleißkosten, die bei einem Farblaser mit anfallen, kommt man so auf 6 Cent. Zum Vergleich: Die gleiche Textseite auf einem Tintenstrahldrucker kostet im Schnitt 10 Cent. Zudem haben Farblaser eine wesentlich höhere Lebensdauer ein Tintenstrahler wird nicht repariert, sondern gleich entsorgt.
Farblaser wie der Oki C5200N spucken ohne Probleme 5000 Seiten im Monat aus. Normale Tintengeräte sind für derartige Mengen gar nicht ausgelegt. Sie wären nach wenigen Monaten mechanisch am Ende.

Bild: Konica Minolta Magicolor 2400W


Verschleiß und Zusatzkosten

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Zu den Verbrauchs- und Verschleißteilen eines Farblasers gehören beispielsweise Bildtrommel, Transferband und Fixieröl. Je nach Preis und Lebensdauer der Ersatzteile erhöht sich der Seitenpreis damit um über 6 Cent. Besonders die günstigen Konica-Minolta-Geräte haben hohe Verschleißkosten. Immerhin bietet die Firma überhaupt Reparaturteile an. Für den Canon Lasershot LBP-2410 sucht man hingegen vergeblich eine Fixiereinheit. Der Grund: Sie hält ein Druckerleben lang laut Hersteller. Das Gleiche gilt für den HP Laserjet 2550LN. Kein Wunder, schließlich steckt auch im HP ein Canon-Druckwerk.

Lebensdauer
Die Lebensdauer der Geräte liegt bei ungefähr 100 000 Seiten. Wer mehr druckt, sollte einen Zusatzvertrag abschließen, der den Austausch von Verschleißteilen abdeckt. Dell zum Beispiel bietet derzeit für den 3100cn keine Fixiereinheit an. Deshalb empfiehlt der Hersteller den Abschluss einer Servicevereinbarung für 212 Euro. Mit diesem Vertrag übernimmt Dell drei Jahre lang die Kosten aller Wartungsarbeiten. Die normale Garantie reicht für derartige Leistungen nicht. Sie müssten Sie ebenso aus eigener Tasche zahlen wie die Bremsbeläge beim Auto.

Vorsicht Kostenfalle
Eine weitere Kostenfalle: Manche Hersteller legen ihren Geräten immer noch Tonerkartuschen bei, die nicht ganz gefüllt sind. Sie nennen das ?Starter-Tonersets?. Solche Tricks können den Anwender schnell mehrere hundert Euro kosten. Der Vorrat des Samsung CLP-500 reicht zum Beispiel nur für 1500 Farbseiten. Ein neuer Satz Toner kostet alleine schon 540 Euro, fast so viel wie das Gerät für 600 Euro (UVP). Wer viel druckt und einen Samsung will, sollte daher zum CLP-550 greifen. Für 750 Euro (UVP) bekommt der Anwender gleich einen vollen Satz Patronen für bis zu 5000 Farbseiten.

Bild: HP Color Laserjet 2550LN


Die Druckgeschwindigkeit

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Nicht jeder Farblaser eignet sich auch als Ersatz für einen Monochrom-Laserdrucker. Manche brauchen für Textdokumente eine kleine Ewigkeit. Speziell auf Office-Druck abgestimmt ist zum Beispiel der C510 von Lexmark für 600 Euro. Mit über 20 Textseiten pro Minute legt er ein ordentliches Tempo hin.
Im Test stellt sich außerdem heraus, dass Geräte mit flottem Schwarzweißdruck nicht automatisch ebenso schnell farbige Texte ausgeben. Schon eine bunte Markierung im Text bremst einige Testkandidaten aus. So braucht der HP Laserjet 2550LN für Farbtext mehr als das dreimal länger. Der Grund für den Geschwindigkeitseinbruch liegt zum einen in der Bauart des Druckwerks, zum anderen in der Aufbereitung der Daten. Revolverdruckwerke brauchen in etwa die vierfache Zeit bei Farbdokumenten, da die Farbkartusche erst in Position gebracht werden muss. Inline-Systeme verarbeiten dieselben Proben dagegen in einem Rutsch, weil sie ohne Drehen der Trommel auskommen.
Eine weitere Bremse beim Farbdruck: Zum Teil wird farbiger Text als Bild behandelt. Da die Aufbereitung von Bilddateien mehr Zeit und Daten erfordert, verzögert sich die Ausgabe. Wer einen Farblaser für Textmarkierungen, Briefköpfe oder allgemein farbige Texte braucht, für den empfehlen sich der HP Laserjet 3500 und der Oki C5200N. Bei bunten, vollformatigen DIN-A4-Fotos und Grafiken sind die Oki-Geräte richtig: Der C3100 druckt teilweise etwas schneller, dafür liefert der C5200N die bessere Bildqualität, besonders bei Grafiken.

Bild: Lexmark C510n


Fotos mit Tintenstahlern

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Die Druckqualität der Laserprinter hat inzwischen ein hohes Niveau erreicht und ist bei allen Testkandidaten officetauglich. Im Fotodruck können die Farbgeräte aber nicht mit den Tintenmodellen konkurrieren. Das liegt daran, dass sich Tonerpartikel bei weitem nicht so gut mischen wie flüssige Tinte. Zudem verfügen Farblaser nicht über spezielle Fotofarben.
Die Textdruckqualität ist, außer bei den Samsung-Geräten, ohne Makel. Qualitätseinbußen muss man beim Wechsel von Monochromlaser zu Farblaser also nicht befürchten. Im Vergleich zu Tintenstrahlern liefern Farblaser-Geräte das deutlich bessere Textbild auf Papier.
In Sachen Grafik sind im Testfeld deutliche Unterschiede zu erkennen, zum einen in der Detaildarstellung, zum anderen bei der Farbwiedergabe. Eine Herausforderung sind sanfte Farbverläufe wie sie häufig in Business-Präsentationen zu sehen sind. In dieser Disziplin schlug sich der Oki 5200N am besten. Ebenfalls gut: Feine Details und kleine Schriften bildet er sauber ab. Das Trikot für den Etappensieg in Sachen Printqualität trägt aber der Konica Minolta 2350. Er druckt Grafiken mit recht großer Farbtreue und hohem Detailgrad.


Seitenbeschreibungssprachen

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Die meisten hochwertigen Drucker unterstützen zwei Seitenbeschreibungssprachen: PCL (Printer Command Language) und PS (Postscript). Besonders im professionellen Bereich gilt PS noch als Standard, da beispielsweise Lithographen sich häufig nur mit PS problemlos verstehen. Der Hauptunterschied zwischen PCL und PS liegt in der Art, wie die Daten gerendert werden. Wählt man den PCL-Treiber aus, wird
die Hauptrechenarbeit auf dem Computer erledigt. Ein PS-Treiber hingegen sendet die vollständige Druckdatei ans Gerät, das sie selbst optimal aufbereitet. Deswegen arbeitet PCL meist schneller als PS. Zudem ist die Windows-Treiberoberfläche in der Regel unter PCL besser gestaltet. Die Bildqualität zwischen PS und PCL ist vergleichbar.
Allerdings gibt es immer wieder Software wie Photoshop oder Quark Xpress, die Funktionen nutzt, welche ausschließlich via Postscript originalgetreu umgesetzt werden können. Im Test unterstützen die meisten Geräte Postscript 3 und PCL 5e oder PCL 6. Günstige Modelle wie der Samsung CLP-500 reagieren dagegen nur über die Windows-Schnittstelle GDI.
Der Hersteller Canon verwendet beim LBP-2440 eine eigene Druckersprache namens CAPT. Der Oki C5200N zeigt, daß GDI-Drucker mit PCL- oder PS-Konkurrenten mithalten können, wenn es um bloße Geschwindigkeit geht.

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Günstiges Verbrauchsmaterial

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Verbrauchsmaterial für Farblaser ist teuer. Die Recherche im Internet stellt jedoch eine Preisspanne von über 25 Prozent fest. So kostet die schwarze Tonerkartusche Q2670A für den Laserjet 3500 beim günstigsten Händler 102 Euro (www.mindfactory.de), beim teuersten 139 Euro (www.pckauf2000.de). Da kann der Kunde ganze 37 Euro sparen ein Blick auf die einschlägigen Preisvergleichsseiten im Internet lohnt sich also. Bewährt gute Ergebnisse bei der Toner-Recherche werfen die Preissuchmaschinen www.preistrend.de und www.preissuchmaschine.de aus. Als Suchbegriff empfiehlt sich die genaue Typenbezeichung des Herstellers für den Toner. Einige sehr günstige Angebote entpuppen sich nämlich auf Nachfrage beim Shop als Tonerkartuschen mit geringer Befüllung.

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Papierwahl

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Der Einsatz von speziellem Farblaser-Papier rentiert sich. Es garantiert nicht nur bessere Ausgabequalität, sondern sorgt auch dafür, dass der Drucker länger lebt. Schon gestrichenes Papier mit einer Dicke von etwa 90 Gramm bringt eine deutlich bessere Farbwirkung. Minderwertige Kopierware hat dagegen einen erhöhten Abrieb. Der Papierstaub setzt sich im Gerät fest und verschlechtert oft schon nach rund 10 000 Durchläufen das Ergebnis sichtbar.
Sobald Sie Farbstörungen erkennen oder häufige Papierstaus bemerken, steht eine Gerätereinigung an. Ein trockenes Staubtuch eignet sich gut für die Säuberung der Transportrollen. Von Flüssigreinigungsmitteln raten die Hersteller ab: Die feinen Partikel verschmieren und dringen tiefer in die Oberfläche ein. Zur Sicherheit sollte der Drucker nur im gut gelüfteten Raum gereinigt werden, da der Toner leicht in die Atemwege gelangt.
Manche Hersteller behaupten, dass ihre Produkte auch auf minderwertigen Fasern tadellose Ergebnisse bringen. Canon verwendet zu diesem Zweck einen speziellen Polymertoner, dessen Partikel mit Fixierwachs umgeben sind. Der Hersteller spart sich dadurch das Fixieröl und senkt somit die Verbrauchskosten. Der im Canon Lasershot LBP-2410 verwendete Polymertoner wird aber von allen Testern als zu matt und farblos beurteilt besonders auf Kopierpapier.
Überhaupt arbeiten keineswegs alle Testgeräte mit jedem Papier zusammen. So hat der HP Color Laserjet 2550LN Mühe, glattes 90-Gramm-Papier von Neusiedler einzuziehen. Weniger wählerisch ist der Oki C5200n. Er bedruckt sowohl Billig- als auch Spezialpapier problemlos.

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