Voice over IP setzt Telefontarife unter massiven Druck

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Einer aktuellen Studie von Mummert Consulting zufolge könnten die Telefontarife durch den VoIP-Angriff aus der Internet-Branche um bis zu 50 Prozent fallen.

Die Unternehmensberater von Mummert Consulting schätzen, dass die Telekommunikations-Kosten durch Voice over IP um bis zu 50 Prozent fallen könnten – auch wenn die herkömmlichen Anbieter noch dagegen ankämpfen. Doch statt die Belegung von Leitungen über die Gesprächszeit abzurechnen, erlaubt die Internet-Telefonie, Sprache als Datenpakete von mehreren Gesprächen gleichzeitig durch die Leitung zu senden. Der verringerte Bandbreitenbedarf bei den Telekomfirmen senkt die Kosten – abgerechnet wird dann über eine Flatrate, wie es bereits 13 Prozent der Internet-Nutzer tun. Mummert zufolge könnte bis 2010 könnte schon jeder Zweite per VoIP telefonieren.

Durch den Einstieg der Internet-Provider in die Telefonie drückt die neue Konkurrenz auch auf die Preise. Je mehr Kunden die DSL-Angebote nutzen, desto wirtschaftlicher gestaltet sich für die Internet-Carrier der Betrieb qualitativer Backbones. Die Ersparnisse geben die Provider teilweise an die Kunden weiter. Surfen und Telefonieren wird also noch preiswerter.

Bei DSL ist Deutschland zwar noch das Europa-Schlusslicht, doch werde bis 2007 jeder dritte deutsche Haushalt via DSL surfen und telefonieren, geht aus der Studie hervor: Drei von vier potenziellen Nutzern würden aufgrund des günstigeren Preises ihre klassische Telefonleitung gegen das Telefonieren via Web eintauschen. Dabei ist die Sprachqualität heute mit der Qualität eines ISDN-Telefonats vergleichbar.

Neben dem Festnetz könnte Voice over IP auch UMTS kannibalisieren, glauben die Unternehmensberater. Denn WLAN-Hotspots in Unternehmen oder Städten bieten eine kostengünstige Alternative zum klassischen Mobilfunknetz bei oftmals schnellerer Datenübertragung. WLAN-Handys können Voice-over-IP-Technik nutzen und so auch die Mobilfunk-Angebote unter Druck setzen. (mk)

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