E-Commerce komfortabler als Einkaufszentren?
Weshalb Online-Geschäfte die Nase vorn haben

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Online-Shopping ist so bequem geworden, dass es rätselhaft ist, weshalb irgend jemand sich noch auf realen Einkaufsstraßen drängeln möchte. Oder nicht? Eine Diskussion, die ich sicher gewinnen werde!

E-Commerce komfortabler als Einkaufszentren?

In der kommenden Woche erwarte ich schon ganz aufgeregt die Ankunft einer Set-Top-Box, ein neues Gerät für meinen Haushalt, das für mein Sozialleben sicher den gleichen Effekt haben wird wie eine Anzeige in einer überregionalen Tageszeitung, dass ich eine ansteckende Krankheit hätte.

Für Uneingeweihte: Set-Top-Boxen sind – wie der Name schon sagt – Boxen, die auf den Fernseher gestellt werden. Sie sind der Torweg zu digitalen und interaktiven Diensten, zu denen eine aufregende Masse von Home-Shopping-Kanälen gehört, die eine breite Palette begehrenswerter Produkte offerieren.

Aber, wie gesagt, noch ist die Set-Top-Box nicht da, so dass ich von aufregenden Visionen wie chinesisches Drachenwetten und Glitzerware, die dann real vor mir auftauchen werden, nur träumen kann.

Als ich zum ersten Mal über diese aufregende neue Option für das Home-Shopping nachdachte, erinnerte ich mich an das “Dotcomguy-Experiment”. Das fand in der Frühzeit des Webs statt. Ein Typ hatte sich mit nichts als einem PC und einer Internet-Verbindung in einem Raum eingeschlossen und verkündet, dass er alles, was er benötigte, online bestellen wolle. Digital-Fernsehen und Home-Shopping-Kanäle hätten sein Leben wesentlich einfacher gemacht, wie ich fand, vor allem hinsichtlich von Mehrzweck-Küchengeräten.

Experiment umgedreht: Können Sie einen Tag lang ohne das Internet leben?
Aber wäre heutzutage eine Wiederholung dieses Experiments nicht zu einfach? Inzwischen kann man fast alles schnell und mühelos online bestellen. Also habe ich mir letzte Woche eine wesentlich härtere Aufgabe gestellt: Ich wollte versuchen, sieben Tage zu überleben, ohne das Internet zu benutzen.

Das ist nicht so leicht, wie es klingt. Es fing schon schlecht an mit einem Besuch im Supermarkt, wo ich ein paar persönliche Dinge kaufen wollte.

Nachdem ich einige Cremes, Tinkturen und sonstige Hilfsmittel für Unpässlichkeiten gefunden hatte, die zwar hässlich, schmerzhaft und peinlich sind, aber fast jeden von uns treffen könnten, fand ich einen geeigneten Kassierer und bezahlte in bar. Ich gebe zu, dass ich leicht errötete – so wie ein dicker Mann, der eine Treppe hinaufläuft -, aber als ich den Supermarkt verließ, war ich mit mir selbst ziemlich zufrieden.

Danach kaufte ich ein paar andere Dinge, unter anderem CDs und DVDs. Die Preise trieben mir Tränen in die Augen. Schließlich begab ich mich zu einer der größten nationalen Institutionen, einem Handy-Laden. Dort suchte ich nach einer Hülle für meinen MP3-Player. Anders als im Internet waren die Optionen limitiert. Der Laden hatte nur ein paar Hüllen in der Auslage, und ich fragte eine der Ursachen der weltweiten Haargel-Verknappung (die Bedienung), ob es noch mehr gebe. Ich hörte etwas wie “Nghrhh” und erfuhr, dass “beim iPod die Hülle dabei ist”.

E-Commerce-Seiten sind wenigstens nicht unfreundlich – und bieten größere Auswahl
Wenn ich Amazon oder eine ähnliche Website besuche, werde ich persönlich begrüßt. Ich werde willkommengeheißen, erhalte einige Empfehlungen und erfahre sogar, wie viel Geld ich verdienen könnte, wenn ich einige der Produkte wieder verkaufe, die ich bereits erworben habe.

Im typischen Geschäft in der Fußgängerzone werde ich mit dem selben Enthusiasmus empfangen, den man empfindet, wenn man jemanden grüßt, der einem mit der einen Hand Zucker in den Benzintank gekippt und mit der anderen einen Schnurrbart auf das Bild der eigenen Mutter gemalt hat.

Wer hätte gedacht, dass das Internet jemals persönlicher und freundlicher werden würde als die Geschäfte in den Einkaufsstraßen, die von echten Menschen bevölkert werden?

Wer anderer Meinung ist, kann einen Kommentar zum Thema in unserem Insider-Weblog “IT Frontal” abgeben. Na ja, wenn sich die herkömmlichen Einzelhändler dazu durchringen, selbst mal überhaupt ins Internet zu gehen. Aber das könnte sie schockieren.