Vergleichstest: Handy-Navigation
Per Handy auf Kurs

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PDAs sind schon seit langem auf allen Straßen Westeuropas richtungsweisende Beifahrer. Doch nun bekommen sie Konkurrenz: Die Navi-Software leitet jetzt auch Handy-Besitzer sicher ans Ziel.

Diese Produkte haben wir verglichen

Vergleichstest: Handy-Navigation

Route 66 Route 66 Mobile Deutschland 2005
Gate 5 Smart 2 Go
Wayfinder Systems Wayfinder Euro Navigator
Destinator Europe Destinator SP
Jentro Tech Falk Active Pilot


Telefonische Voraussetzungen

Vergleichstest: Handy-Navigation

Pocket PCs und Palm-Organizer sind schon seit Jahren auf allen Straßen Westeuropas richtungsweisende und preiswerte Beifahrer. Doch die nützlichen Helfer bekommen Konkurrenz: Mobiltelefone werden immer leistungsfähiger und ihre Displays detailreicher, so dass sie sich ebenfalls bestens als Navigationsinstrument eignen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ein Mobiltelefon hat man heutzutage sowieso dabei. Zur Navigation ist dann nur noch ein GPS-Empfänger nötig.

Sind die Programme dann auch noch so gut sind wie Route 66, der Testsieger des aktuellen Vergleichstests, dann wird schnell klar: Die große Zeit der PDA-Navis dürfte schon bald zu Ende gehen.

Vor dem Kauf einer Handy-Software muss zunächst geprüft werden, ob das eigene Mobiltelefon überhaupt unterstützt wird. So gibt es Navigationsprogramme für das Symbian-Betriebssystem, für Windows Mobile und solche, die auf Java-Basis quasi unabhängig vom Betriebssystem arbeiten. Alle Hersteller bieten Listen mit konkreten Handy-Modellen an. Diese sind vor dem Kauf genau zu prüfen, inklusive der Anmerkungen zu den einzelnen Handys. So kann beispielsweise das Nokia 6230 durchaus navigieren. Allerdings enttäuscht der navigierende Begleiter, denn die Sprachausgabe per Freisprechanlage beherrscht das Handy gar nicht.

Damit ein Mobiltelefon auch als Navigationsgerät taugt, muss es Daten mit einem externen GPS-Receiver austauschen können. Dazu gibt es verschiedene Varianten: Per Infrarot (Irda), mit einem Kabel oder via Bluetooth. Infrarot scheidet von vornherein aus, weil die Verbindung ebenfalls Sichtkontakt benötigt und durch zu große Helligkeit im Auto etwa an einem sonnigen Tag komplett zum Erliegen kommt.


Route 66 Mobile Deutschland 2005

Vergleichstest: Handy-Navigation

Route 66 setzt sich wegen der hervorragenden Leistungsmerkmale des Royaltek-GPS-Empfängers und der optimal auf die Handytastatur ausgelegten Bedienung an die Spitze. Für Route 66 sprechen auch die klaren Sprachanweisungen, mit denen der Fahrer knifflige Verkehrssituationen ohne Blick aufs Display meistert.

Handy-Navigationslösungen
1.Route 66 Mobile Deutschland 2005: 88,8
2.Gate 5 AG Smart 2 Go: 86,4
3.Wayfinder Systems Euro Navigator: 82,1
4.Destinator SP Destinator Europe: 80,0
5.Falk Aktive Pilot Jentro Tech: 71,3
(maximal 100 Punkte)


Inbetriebnahme und Systemwechsel

Vergleichstest: Handy-Navigation

Alle Tests werden bei den auf Symbian basierenden Navigationsprogrammen auf einem Siemens SX1 und auf einem Nokia 6600 ausgeführt. Für die Windows-Mobile-Variante Destinator SP wird das Smartphone SDA von T-Mobile verwendet. Alle Mobiltelefone werden im Test mit Standard-Herstellervorgaben betrieben.

Noch mehr als bei Palm oder Pocket PC muss bei einem Handy-basierten Navigationssprogramm Wert auf Benutzerfreundlichkeit und leichte Installation gelegt werden. Daher nimmt die Ergonomie im Test einen großen Stellenwert ein. Entscheidend sind hier die erste Inbetriebnahme nach dem Kauf sowie der morgendliche Start, bis die Route berechnet ist und zur Verfügung steht.

Wer morgens ins Auto steigt, möchte die Adresse eingeben und losfahren. Hier ist es wichtig, dass das Bluetooth-GPS-Modul nach dem Einschalten möglichst schnell die geografische Position ortet. Im Test wird jedes Modul nach zwölfstündiger Pause eingeschaltet und mit einem Palm One Tungsten T5 und der Software Coto-GPS gekoppelt. Gemessen wird die Zeit vom Einschalten bis zu dem Zeitpunkt, an dem mindestens drei Satelliten erkannt werden. Beim aktuellen Test umfasst die Zeitspanne alles zwischen 20 Sekunden und über 11 Minuten.

Die GPS-Module von Royaltek, die bei Route 66 und Destinator zum Lieferumfang gehören, scheinen sofort die korrekte Position zu erkennen. Dies wird über einen Trick erreicht: So verfügen die Module über einen Speicher, der sich die zuletzt gemessene geografische Position merkt und vorab ans Handy liefert. Aber auch insgesamt sind diese GPS-Empfänger mit 20 Sekunden die schnellsten im Test. Wird der GPS-Empfänger hingegen nach halbstündiger Pause wieder in Betrieb genommen, liegen alle Ergebnisse unter einer Minute.

Beim Systemwechsel wird bewertet, wie einfach das Navigationssystem auf ein neues Handy zu bringen ist. Dies ist bei Destinator, Active Pilot und Wayfinder unbegrenzt per Webinterface möglich. Route 66 hingegen lässt maximal drei Re-Installationen zu. Smart 2 Go ist momentan noch auf keine befriedigende Weise zu portieren.


Testergebnisse im Überblick

Vergleichstest: Handy-Navigation