Kapazitätssteigerung bei Festplatten
Ein Terabyte auf 3,5 Zoll

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In drei bis sieben Jahren soll es 3,5-Zoll-Festplatten mit einer Speicherkapazität von einem Terrabyte geben. Welche Technik hier zum Einsatz kommen soll, erfahren Sie im folgenen Bericht.

Hochkant statt quer

Kapazitätssteigerung bei Festplatten

3,5-Zoll-Festplatten mit einer Speicherkapazität von einem Terabyte (1024 GByte) könnten bereits in fünf bis sieben Jahren Wirklichkeit werden. Anlass für diese optimistische Prognose ist ein Rekord in puncto Speicherdichte, den Hitachi im April aufgestellt hat: 230 Gigabit hat der Laufwerks-Spezialist nach eigenen Angaben auf einem Quadratzoll untergebracht.

Herkömmliche Festplatten halten maximal rund 100 Gigabit Daten auf einem Quadratzoll. Und das ist erst der Anfang: Die Hitachi-Ingenieure wollen die Datendichte noch verzehnfachen. Damit ließen sich nicht nur 3,5-Zoll-Terabyte-Drives bauen, 1-Zoll-Microdrives etwa könnten rund 60 GByte Daten fassen.

Hitachi setzt auf das so genannte Perpendicular Recording. Der Begriff beschreibt die Magnetisierungsrichtung des Platter-Materials. Dabei werden die Datenbits senkrecht statt wie bislang horizontal (longitudinal) zur Oberfläche ausgerichtet. So entsteht auf der Medienoberfläche mehr Platz für mehr Bits pro Quadratzoll, so dass auch weniger Platter pro Gehäuse nötig sind. Höhere Speicherdichte und weniger Platter ermöglichen flexiblere Formfaktoren für Magnetspeicher. Näher aneinander gestellte Bits erlauben einen kürzeren Abstand zwischen dem Schreib-/Lesekopf und dem Platter. Bei Hitachi beträgt dieser 10 Nanometer ein Zehntausendstel des Durchmessers eines Haares.

Will Hitachi mit der Technik Erfolg haben, müssen sich die Ingenieure beeilen. Denn auch Toshiba und Seagate experimentieren mit Perpendicular Recording. Bisheriger Rekordhalter bei der Speicherdichte war Toshiba mit 206 Gigabit pro Quadratzoll. Der Hersteller will bis Jahreshälfte mit den Modellen MK4007GAL und MK8007GAH erste 1,8-Zoll-Festplatten mit Perpendicular Recording auf den Markt bringen. Hitachi plant ab 2007 mit der neuen Speichertechnik nachzuziehen.

Aus für Longitudinal Recording

Longitudinal Recording wird nach Meinung von Brancheninsidern nur noch wenige Produktzyklen überstehen. Die Längsaufzeichnung hat nämlich den Nachteil, dass sich die Datendichte nicht beliebig steigern lässt. Ab 120 Gigabit pro Quadratzoll ist Schluss. Ab diesem Wert, dem so genannten superparamagnetischen Limit, liegen die Körner des Datenträgermaterials zu eng aneinander und verlieren ihre magnetische Ausrichtung. Datenverlust ist die Folge.

Das superparamagnetische Limit ist kein ferner Schwellwert, sondern bereits jetzt die Ursache für die zunehmend langsamere Kapazitätssteigerung bei Festplatten: Am nächsten herangewagt an den Wert hat sich Seagate mit der Barracuda-7200.7-Reihe. Diese arbeitet mit einer Datendichte von über 100 Gigabit pro Quadratzoll. Eine noch größere Festplatte wie etwa Hitachis Deskstar 7K500 mit 500 GByte ist also mit Longitudinal-Technik nicht möglich.