Apache Foundation entwickelt OpenSource-Java

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Aus Mangel eines Angebots von Sun hat sich die Apache-Foundation nun selbst auf den Weg gemacht, eine offene Java-Version zu entwickeln. “Project Harmony” soll ein voll kompatibles Java für Desktop-Computer bereitstellen.

Sun bietet bislang kein OpenSource-Java an; Apache programmiert nun eine Version der Java 2 Standard Edition (J2SE) Runtime-Plattform, die kompatibel mit Suns Java ist. Dieses Projekt, Codename Harmony, wurde erst möglich, weil Sun kürzlich seine Lizenzregeln für J2SE 5.0 veränderte und den “Java Community Process” liberalisiert hat, berichtet der Service “Betanews”.

Die Projektleiter bei Apache betonen, dass dieses Java nicht mit Sun in Konkurrenz treten will; Sun hatte bislang OpenSource-Pläne aus rechtlichen Bedenken verweigert. Harmony soll kompatibel mit allen Standard-Spezifikationen von Sun sein und wird mit Suns Kompatibilitätstest-Produkten geprüft. Die Test-Tools von Sun sind für Non-Profit-Organistionen kostenlos – und Apache ist eine solche gemeinnützige Einrichtung.

Die Entwickler von Kaffe and Classpath (OpenSource-Produkte für virtuelle Maschinen und Java-Bibliotheken) sollen zu Harmony beitragen. Suns Vizechef Graham Hamilton kommentierte in seinem Weblog, dass er froh über diese Entwicklung ist, denn “Apache war immer eine starke Unterstützung bei der Durchsetzung des Java Kompatibilitäts-Programms in der Industrie. Kompatibilität ist ein Fundament für eine starke Java-Entwickler-Community”.

Hamilton bekräftigt, dass die neuen Lizenzregeln für J2SE 5.0 auch dazu gedacht waren, unabhängige, aber kompatible Java-Implementationen auf OpenSource-Basis zu entwickeln. Sun will sich in irgendeiner Form am Projekt beteiligen – vermutlich, weil man durch die Implementation Dritter die eigenen rechtlichen Bedenken beiseite wischen kann. (mk)

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