Grafik- und Design-Paket: Adobe Creative Suite 2
Schatztruhe für Kreative

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Kein Profi kommt an ihr vorbei: Adobes Creative Suite 2 bietet Zugriff auf innovative Photoshop-Funktionen, Online-Fotoarchive und viele weitere Neuerungen.

Testbericht

Grafik- und Design-Paket: Adobe Creative Suite 2

Neben Photoshop, Illustrator, Indesign und Version Cue enthält die Ende Mai 2005 verfügbare Creative Suite 2 Standard gleich zwei neue Komponenten: den visuellen Dateibrowser Adobe Bridge und den Foto-Service Adobe Stock Photos.

Adobe Bridge ist eine stark verbesserte, sehr gelungene Variante des alten Photoshop-File-Browsers und verbindet die einzelnen Programme der Suite miteinander. Von hier aus lassen sich nicht nur alle Anwendungen starten, sondern auch Dateien zu Gruppen zusammenfügen, benutzte Ordner, Schriften und Bilder inklusive aller Metadaten und Stichwörter verwalten und anzeigen. Umgekehrt kann Adobe Bridge auch aus Photoshop und den anderen Programmen der Suite aufgerufen werden. Dies ist etwa dann hilfreich, wenn ein Designer ein Hintergrundbild austauschen muss und schnell auf die passenden Assets (Design-Elemente) zugreifen muss.

Digifotos werden in Adobe Bridge in Form von Miniaturen oder Filmstreifen dargestellt und auf Wunsch per Drag and Drop in Photoshop, Indesign oder Illustrator platziert. Praktisch: Die Größe der Thumbnails lässt sich per Schieberegler ändern. Auch die Vorschau von mehrseitigen PDF-Dokumenten ist hier möglich. Umfassend sind die Suchfunktionen, unter anderem kann der Anwender nach allen Metadaten suchen. Dabei können Änderungen am Bild als Metadaten gespeichert und in die Suche aufgenommen werden. Doch Adobe Bridge leistet noch mehr: Im Bridge Center lassen sich die Farbeinstellungen für alle Anwendungen der Suite synchronisieren. Wer sich gerne über News-Feeds informiert, wird sich über den Feed-Reader im Bridge Center freuen.:

Neuer Foto-Service für Kreative

Für die Suche nach dem richtigen Foto begeben sich Grafiker und Webdesigner oftmals auf eine Odyssee durch diverse Webseiten. Mit dem neuen Service »Adobe Stock Photos« will Adobe der zeitintensiven Suche ein Ende bereiten: Per Klick auf das gleichnamige Icon in Adobe Bridge kann man verschiedene Fotoarchiv-Datenbanken zeitgleich nach qualitativ hochwertigen, lizenzfreien Fotos durchsuchen. Zum Testzeitpunkt stehen 230 000 Bilder zur Verfügung. Adobe arbeitet mit den Providern Amana, Comstock, Digitalvision, Getty Images und Zefa Images zusammen. Die Suche erfolgt in Kategorien wie Tiere, Sport und Industrie per Stichwort oder Bild-ID-Eingabe. Sie lässt sich per Detailangaben wie beispielsweise Farbe, Schwarzweiß, Hochformat, Panorama, Fotografie oder Illustration präzisieren. Im Betatest werden die Fotos in Sekundenschnelle angezeigt.

Unpraktisch ist allerdings, dass der Suchvorgang nicht abgebrochen werden kann. Hat der Anwender ein Motiv ausgewählt, so kann er den Preis dafür abfragen, sich die Stichwörter für das Foto anzeigen lassen und daraufhin nach ähnlichen Bildern suchen. Dies funktioniert in der Beta-Version jedoch noch nicht. Die gewünschten Kompositionen lassen sich in niedriger Auflösung herunterladen und umbennen. Adobe Stock Photo speichert den Link zum Original, das dann bei Gefallen mit hoher Auflösung gekauft werden kann bezahlt wird erst, wenn sich der Kunde dann endgültig für ein Foto entschieden hat.

Photoshop CS2

Photoshop CS2 enthält unzählige neue Funktionen, von denen hier nur einige vorgestellt werden können. Zu den Highlights der Bildbearbeitung gehört das neue Fluchtpunkt-Werkzeug, das aufwändige Design- und Retuscheaufgaben überflüssig macht. Mit diesem Feature, das in der zum Test vorliegenden englischen Betaversion Vanishing Point heißt, lassen sich Bildelemente kopieren, entfernen, zeichnen und transformieren und dabei automatisch an die Perspektive des Bildes anpassen.

Soll also zum Beispiel ein Fenster von der linken Wand perspektivisch korrekt in die rechte eingefügt werden, wird zunächst mit dem Befehl Filter/Vanishing Point die Perspektive anhand eines Gitternetzes festgelegt. Dann wird einfach das Fenster markiert und per [Shift + Alt] auf die rechte Wandseite verschoben. Um mehrere Fenster einzufügen, lässt sich dieser Vorgang beliebig oft wiederholen. Wird dann die Option Heal auf Luminance eingestellt, lassen sich die kopierten Fenster zusätzlich an Kontrast und Dunkelheit/Helligkeit der Umgebung anpassen. Schriftzüge werden so ebenfalls perspektivisch einwandfrei in ein Bild eingepasst.

Herausragend ist zudem das neue Verkrümmungs-Werkzeug (Englisch: Warp), mit dem sich flache Bilder in geformte Objekte umwandeln lassen. Der Anwender kann die Grafiken also direkt auf der Arbeitsfläche verdrehen, strecken, biegen oder umhüllen. Zum Beispiel erhält eine Dose auf diese Weise ihre Verpackung. Eine Reihe vordefinierter Verkrümmungseffekte beziehungsweise Warps hilft dabei. Im Test gelingt dies problemlos. Zu den weiteren neuen Besonderheiten zählt die so genannte Smart-Objects-Technologie, die es dem User ermöglicht, aus Adobe Illustrator CS2 importierte Vektorgrafiken ohne Qualitätsverlust zu skalieren und zu editieren.

Produktivitätssteigernd: Wird der Quellcode eines Smart Objects geändert, so gelten die Änderungen für alle Kopien des Smart Objects. Der Quellcode lässt sich über das Kontextmenü der Ebenenpalette mit dem Befehl Inhalt bearbeiten auf komfortable Weise ändern. Die neue Mehrfachauswahl von Ebenen hilft zusätzlich beim Bearbeiten von Smart Objects.

Den Verflossenen oder die Schwiegermutter vom Foto verbannen wer hat nicht schon mal mit dem Gedanken gespielt? Mit dem neuen Werkzeug Spot Healing Brush einem Sofort-Reparaturpinsel steht dem nichts mehr im Weg: Während über das zu entfernende Objekt gemalt wird, analysiert der Spot Healing Brush automatisch die umliegenden Areale und wählt die am besten passenden Pixel aus, um das Objekt spurlos zu entfernen. Im Test funktioniert das jedoch nicht immer die besten Erfolge werden bei einem möglichst einheitlichen Hintergrund und bei kleineren Objekten erzielt.

Illustrator und Indesign CS2

Die neue Version des Illustrationsprogramms zeichnet sich vor allem durch das Feature Interaktiv abpausen (Englisch = Live trace) aus: Eingescannte Strichzeichnungen oder Bitmap-Bilder sowie handgezeichnete Skizzen wandelt das Programm jetzt allein mit dem Befehl Objects/Live Trace in veränder- und skalierbare Vektorpfade und Ankerpunkte um. Ein Klick auf die Schaltfläche Expand konvertiert das abgepauste Objekt in editierbare Pfade. Über das Dialogfeld Tracing Options behält der Anwender die Kontrolle über den Konvertierungsvorgang.

Beispielsweise hat er die Möglichkeit festzulegen, ob das Bitmap in eine Schwarz-Weiß-Illustration, eine Grauzeichnung oder eine Farbillustration umgewandelt wird. Dabei kann er sogar die Anzahl der maximalen Farben festlegen. Mit dem Befehl Interaktiv malen wendet der User danach Farben intuitiv auf Flächen und Konturen der Vektorzeichnung an. Sich überschneidende Elemente teilt Illustrator dabei automatisch in Regionen auf, die sich einfärben lassen.

Im Layoutprogramm Indesign CS 2 hat der Anwender jetzt die Möglichkeit, genau zu steuern, welche Ebenen und Ebenenkompositionen in importierten Photoshop-Bildern sichtbar sein sollen. Zudem können markierte Text- und Grafikelemente inklusive ihrer relativen Position, also der ursprünglichen Positionierung, als so genannte Snippets gespeichert und per Drag and Drop in andere Layouts eingefügt werden. Dies ist beispielsweise sehr praktisch, wenn Designelemente mit Kollegen ausgetauscht werden sollen.

Wenig Neues bietet der Webeditor, der wie auch Acrobat 7 Pro nur in der Premium Edition enthalten ist: Textkästen und Layout-Gitter setzt Go Live CS2 jetzt nicht mehr in Tabellen, sondern in CSS-Ebenen um.

Creative Suite 2 hinterlässt einen ausgezeichneten ersten Eindruck. Dank Adobe Bridge funktionieren das Zusammenspiel und der Datenaustausch zwischen den einzelnen Anwendungen wesentlich besser als in der Vorgängerversion. Vor allem wurde Photoshop C
S2 um geniale Funktionen wie das Fluchtpunkt-Werkzeug erweitert.


Testergebnis

Grafik- und Design-Paket: Adobe Creative Suite 2

Hersteller: Adobe
Produktname: Adobe Creative Suite 2 (Beta)

Internet: Adobe Homepage
Preis: 1630 (Standard), 2100 Euro (Premium) (Aktuelle Software im testticker.de-Softwareshop)

Das ist neu
– Adobe Bridge mit Camera-Raw-Plug-in
– Adobe Stock Photos
– Photoshop: Fluchtpunkt-, Verkrümmungswerkzeug
– Illustrator: Bitmaps vektorisieren
– Indesign: Text- und Grafikelemente als Snippets speichern und in andere Layouts exportieren

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme : Windows 2000 SP 3, SP 4/XP SP 1, SP 2
Prozessor: Pentium 4/600
Arbeitsspeicher: 1 GByte empfohlen (für mehrere parallel laufende Anwendungen)

Pro & Contra
+ Bildelemente perspektivisch korrekt kopieren, transformieren
+ gelungener neuer Dateibrowser

Erster Eindruck: sehr gut

Autor: natalie
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