Falsche Euro-Umrechnung: O2 verliert Prozess

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Das Mobilfunkunternehmen unterliegt vor Gericht gegen die Verbraucherzentrale Hamburg. O2 muss nun anders rechnen.

Seit der Umrechnung von DM in Euro schwelt der Streit schon. Nun hat die Verbraucherzentrale Hamburg gegen O2 gewonnen. Der Vorwurf, bei bestimmten Telefontarifen die Euro-Umrechnung zu Preiserhöhungen genutzt zu haben, wurde jetzt vom Landgericht München bestätigt: Es verurteilte die Mobilfunker dazu, die bisher genutzte Umrechnungspraxis bei den strittigen Tarifen zu unterlassen.

O2 darf nun nicht mehr den Minutenpreis in Euro umrechnen, sondern muss zu den vor der Umstellung abgeschlossenen Verträgen die gesamte Rechnung in DM erstellen und erst die Endsumme in Euro umrechnen. Im Rechtsstreit ging es um Verträge, die 10-Sekunden-Takte in DM abrechneten. O2 zufolge sind dies weniger als 10 Prozent der rund 7,4 Millionen Verträge. Die Verbraucherschützer argumentierten, die Art der Umrechnung habe die Preise um ein Sechstel erhöht – teuer für Vieltelefonierer.

Der Fall war bis zum Europäischen Gerichtshof gegangen. Ein Gerichtssprecher in München teilte mit, dass es sich daher um eine verbindliche Auslegung europäischen Rechts in ganz Europa handele und dies auch für andere Mobilfunkkonzerne gelte. (mk)

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