Mobilfunk-Strategie
Das Upload Potential ist zu bedeutend, um ignoriert zu werden

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Guy Kewney behauptet, dass die Mobilfunkprovider einem Irrtum unterliegen, wenn sie glauben, dass die Zukunft im Download liegt.

Mobilfunk-Strategie

Ich werde nie die grauenhaften Bilder der brennenden Concorde im Jahre 2000 vergessen – ein Feuerball, der durch den Pariser Himmel schoss mit Kurs auf ein kleines Hotel. Aber als ich das Filmmaterial im Fernsehen sah, war ich überrascht, dass es überhaupt existierte.

Jemand war zufällig in der Nähe gewesen und hat gefilmt, als sich die Tragödie ereignete. Entweder war es Schicksal oder was wahrscheinlicher ist – die Tatsache, dass Videokameras zu so verbreiteten persönlichen Gegenständen geworden sind – führte dazu, dass ein ahnungsloser Zuschauer gerade eine auf den Himmel richtete, als die Concorde zerstört wurde. Die Möglichkeit, dass so etwas passiert, kommt jetzt an die 50-Prozentmarke heran. In der Tat ist es so, dass die Menge an Filmmaterial, die von der Flugzeugkatastrophe vorhanden ist, zeigt, dass man von dieser Zahl nicht weit entfernt ist.

Evolution der Aktualität

Vor zweihundert Jahren verließen sich die Zeitungen auf Augenzeugenberichte irgendeines Ereignisses. Vor hundert Jahren wurden Fotos die Norm, vorausgesetzt ein professioneller Fotograf konnte schnell genug losgeschickt werden. Aber das änderte sich nochmals vor ungefähr 40 Jahren als mit der Einführung von privaten Fotoapparaten ein Augenzeuge häufig Fotos von einem Ereignis und seinen Folgen anbieten konnte. Und heute sehen wir den Durchbruch des Fototelefons.

Eines Tages werden wir uns vielleicht in einer Welt wieder finden, wo alles von Webcams aufgezeichnet wird. Eine Welt in der “Hut-Cams” – eine kleine mobile Webcam, die dem menschlichen Auge folgt – alles aufzeichnen könnte, was ihr Träger gesehen hat. Ich könnte Filmmaterial auf ihrer Speicherkarte speichern, das Netzwerke dann downloaden, um später ausgestrahlt zu werden.

Auf der diesjährigen 3 GSM Ausstellung für mobile Datensysteme in Cannes, wurde es offensichtlich, dass der Grad an Fortschritt bei den heutigen Kamerahandys dies tatsächlich Realität werden lassen könnte. Es gab Kamerahandys mit mehr als einem Megapixel Auflösung und Prototypen mit 2 und 3 Megapixel. Sogar Ausführungen mit 6 Megapixel, die später im Jahr eingeführt werden sollen, konnte man dort betrachten.
Ich hatte immer geglaubt, dass es wenig Sinn macht, diese Geräte zu benutzen, abgesehen vom reinen Vergnügen.

Anwendungsbeispiele

Aber Kamerahandys sind extrem nützlich. In Cannes haben Softwareentwickler eine Reihe von Ideen aufgezeigt, die man auf Mobiltelefonen anwenden kann. Einige davon sind im Folgenden aufgeführt.
-Ein Nokia 60 Telefon wurde als Scanner für Business Cards verwendet. Es war einfach: Man richtet es auf die Karte und klickt und die Software in dem Telefon schickt das Bild zum Service Provider, der es in Text umwandelt und es in eine Datei konvertiert, die dann von Outlook importiert werden kann.
-Ein Videospiel , das angreifenden Doppeldecker zeigt, die aus der Landschaft kommen. Aber nicht aus der imaginären Landschaft eines Rollenspielszenarios, sondern aus der Landschaft, die ich vor mir sehen konnte. Die Flugzeuge konnten nur auf dem Display des Kamerahandys gesehen werden, aber wenn man sie entdeckt hatte, konnte man sie abschießen. Noch ein paar Entwicklungszyklen weiter und sie werden sich auch hinter realen Objekten verstecken können.
-Ein Faxgerät in einem Megapixel Kamerahandy. Der mühsamste Job hierbei ist, die Telefonnummer des Faxgerätes einzutippen. Ansonsten richtet man das Handy auf den Text, klickt und lässt die Software die Daten in Monochrome Pixel umwandeln.
-Ein Barcode Scanner Programm, das auf jedem Kamerahandy läuft, sogar auf denen mit schauderhafter Auflösung. Man scanne den Barcode und erhält entweder ein Menü auf dem Bildschirm oder die Daten werden gesendet. Wenn der Barcode auf einem Erfrischungsgetränk oder einem Kinoposter aufgebracht ist, kann daraus ein Bezahlvorgang werden.
-Ein Übersetzer, der arbeitet, wenn man die Kamera auf ein Dokument richtet. Das Bild wird an der Sprachdienstprovider weitergeleitet und auf dem Bildschirm erscheint eine Reihe möglicher Bedeutungen.
-Man kann das Telefon auch als Maus verwenden. So wie Sie Ihr Telefon mit der Hand durch die Luft bewegen, registrieren Softwarebilder, die von der Kamera gesendet werden, Veränderungen in der Position des Telefons und bewegen dann den Kursor auf dem PC Bildschirm im Verhältnis dazu.

Diese Ideen wurden oft von mehreren Entwicklern für Telefonsoftware zur Schau gestellt. Es hatte irgendwie den Anschein, als hätten sie sich während ihrer Entwicklungsarbeit untereinander ausgetauscht und sich gegenseitig mit Ideen bereichert.

Ich glaube nicht, dass das Mobiltelefon Handset dazu ausersehen ist, der einzige Computer zu werden, den wir haben. Ich denke, dass es in den nächsten Jahren noch so sein wird, dass die Daten, die wir von diesen Kamerahandys bekommen, das sein werden, was wir auf unseren Heimserver zurück übertragen haben wollen.

In Zukunft Upload

Aber ich glaube, eins ist klar: Die Telefongesellschaften sind auf dem völlig falschen Dampfer. Sie haben Recht, wenn sie darauf vertrauen, dass wir mehr Geld bei ihnen lassen werden, wenn wir Hochgeschwindigkeitsdaten haben, aber wie die Zukunft aussehen wird, verstehen sie nicht.
Sie planen für eine Zukunft, in der wir downloaden, was sie uns anbieten: Klingeltöne, Musikaufnahmen, Videoclips von Toren, die geschossen worden sind und so weiter. Sie denken so, weil ihre Ideen auf dem Model der Fernsehübertragung basieren, wo jemand im Zentrum etwas entwickelt und alle anderen sehen es sich an.

Aber die Realität ist das ganze Gegenteil, wie die 3GSM Ausstellung gezeigt hat. In der Zukunft werden wir uploaden anstelle von downloaden. Wir werden Videoclips von unseren Ferien senden oder Faxe, wir werden Barcode-Aktionen auslösen, Spiele spielen und weiß der Himmel was noch, um einen High-speed Bit Strom von unserem Handset zu erzeugen.

In Cannes sprach jeder über high-speed Downlink für 3G (HSDPA) und fast niemand hat sich um die Kehrseite der Medaille gekümmert: HSUPA für Uploads. Ich wette, dass dies bei der Ausstellung in Barcelona im nächsten Jahr umgekehrt sein wird.

Autor: fritz
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