Software-Kritik
Es ist schon recht gut, aber es könnte besser sein

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Barry Fox fragt sich, warum nach 20 Jahren Windows noch immer die intuitive Funktionalität fehlt, die die Nutzer brauchen.

Software-Kritik

Der Jazzpianist und Bassspieler Red Mitchel sang früher ein Lied, das er geschrieben hatte und das “Simple is not Easy ” (Einfach ist nicht leicht”) hieß. Es hatte eine eingängige Melodie und einen intelligenten Liedtext. Der Hauptinhalt des Liedes war, dass es nicht einfach ist, Musik zu machen, die leicht ins Ohr geht, aber dass es wesentlich leichter ist, einen Wust an Noten zu schreiben, die gut klingen aber sofort in Vergessenheit geraten.

Mit der Computersoftware ist es das Gleiche. Für die Entwickler war es wesentlich leichter, immer mehr neue Features an eine alte knirschende Struktur anzuhängen als eine logische Struktur zu entwickeln, die es den Menschen leicht macht, die Dinge, die sie zumeist tun wollen, auch durchzuführen.

Von wegen Help-Files…

Anstelle darauf zu reagieren, dass wir jahrelang mit dem Versuch verhöhnt worden sind, Betriebsanleitungen verständlicher zu machen, dürfen wir nun entweder Help Files verwenden, die häufig nicht helfen oder mindestens 20 Pfund für ein Buch ausgeben. Eine andere Möglichkeit ist noch, einen ganzen Karton Papier und eine vollständige Tintenpatrone zu verschwenden, um gewaltige PdF-Files auszudrucken, die einen ganzen Ordner füllen. Die Folge ist, dass Vieles, was wir heutzutage mit einem PC machen, das Ergebnis von Versuch, Irrtum und glücklichem Zufall ist.

Einige Leser waren sehr dankbar, dass ich durch puren Zufall herausgefunden hatte, wie man alte, überholte Word Pro Dateien in Word laden kann, ohne dass der Bildschirm mit Müll von unerkannten Steuerzeichen voll gestopft wird. Man muss nur auswählen. “Recover from any file” (Wiederherstellung aus jeder Datei). Jetzt bleibt mir nur noch herauszufinden, wie man Word davon abhalten kann, Nur-Text in Fontgrößen einzubetten, die zu klein sind, trotz meiner bevorzugten Voreinstellungen. Ich möchte, dass Word mir eine einfache Frage stellt. Welchen Font möchten Sie, bis Sie hier klicken, um ihn zu ändern.

Ich weiß auch, was ich will, wenn ich Däumchen drehe und an den Fingernägeln knabbere, während das Licht der Festplatte blinkt, der Cursor flackert und eingetippte Texte einige Sekunden brauchen, bevor sie auf dem Bildschirm erscheinen.
Der Prozessor macht eindeutig etwas sehr intelligentes und Anspruchsvolles im Hintergrund, was alles andere auf Schneckentempo herunterschraubt. Ich vermute, dass diesbezüglich Iomega Backup der Übeltäter an meinem PC ist. Aber warum sagt er mir das nicht, wie z.B. Norton, wenn er neue Textdateien auf Viren absucht ?

Ja, ja, ich weiß, dass die Profis Control-Alt-Del verwenden können, um den Task Manager auf den Bildschirm zu holen und dann die Prozesse wegzuklicken. Aber die Liste der Programme kann leicht die Hundert erreichen und es gibt keinen klaren Hinweis darauf, wie wichtig sie sind.

Wo bleiben die Konsequenzen?

Ist es nach 20 Jahren Windows wirklich zu viel verlangt, dass ein einfaches Pop-Up erscheint, das besagt, dass der Prozessor zu beschäftigt ist, um ordnungsgemäß zu arbeiten, was er macht , ob es sicher ist, ihn zu stoppen, und wie er gestoppt oder verzögert werden kann, wenn es sicher ist ?

Wenn Fehlermeldungen mit langen Codes auf dem Bildschirm erscheinen, ist es offensichtlich nützlich, sie zu kopieren oder per Knopfdruck auszudrucken, damit sie an den Support weitergegeben werden können. Zu den Zeiten von DOS brachte ein Druck auf die Taste Print Screen den gesamten Bildschirminhalt aufs Papier. Jetzt brauchen wir Software von Dritten, die angehängt wird und dabei gibt es eine Menge von Optionen, die für ein ziemliches Durcheinander sorgen. Einfach auf Copy oder Print zu klicken bringt gar nichts sondern wirft höchstens die nutzlose Frage auf : “Was ist das”?

Für USB wurde als Plug-and-Play geworben – ein Geschenk des Himmels. Weshalb also verlangt Windows XP die originale Installations-CD, wenn ich den USB TV Tuner und den Corex Card Scanner trenne, egal für wie kurze Zeit? Warum kann XP nicht alle wichtigen Installationsdateien während der Erstinstallation speichern? Die Menschen verlieren oder beschädigen CDs nun mal. So geht es in der realen Welt einfach zu.

Datei nicht gefunden

Wenn Windows nach einer bestimmten Datei von der Setup CD fragt, warum kann es nicht intelligent alle Ordner und Verzeichnisse auf der CD durchsuchen, anstelle zu vermelden “Datei nicht gefunden”, bis ich Browse verwende, um Windows an die richtige Stelle zu steuern und auf auswählen klicke?

Der standardmäßige Ratschlag, einen PC schneller zu machen, ist, unerwünschte Programme zu löschen. Ich habe WinDVD gelöscht, da ich es nicht verwende, um mir DVDs anzuschauen.
Mein TV-Tuner hörte auf zu funktionieren. Alles was notwendig gewesen wäre, war eine Warnung über die Nebenwirkung: ‘Wenn Sie dieses Programm löschen, könnte es sein, dass die folgenden Programme und Anwendungen nicht ordnungsgemäß funktionieren.’ Die Informationen bezüglich derartiger Warnungen müssten alle im Windows Registry vorhanden sein, wenn Windows sich nur die Mühe machen würde, sie zu verwenden.

Auch wird uns gesagt, dass es eine gute Möglichkeit ist, den PC schneller zu machen, wenn man ungenutzte Fonts deinstalliert oder löscht. OK. Man gebe uns also eine Option, die diejenigen Fonts, die nicht genutzt werden, anzeigt, mit dem Hinweis, dass die Leistung sich mit Sicherheit verbessern wird, wenn man sie loswird.

Wozu gibt es eine Registry?

Wenn man Zugang zu Patenten aus der Onlinebibliothek des US-Amerikanischen Patentamtes haben möchte, muss man einen speziellen Tiff-Leser haben. Kürzlich hörte er auf zu funktionieren. Eine neue Version von Quicktime, installiert von einem Editierungsprogramm für Filme, hatte die Verantwortung an sich gerissen, alle Tiff-Dateien zu öffnen, aber mit diesen speziellen Tiffs konnte es nichts anfangen .
Eine intelligente Nutzung des Registries hätte eine Warnung oder Erklärung aufpoppen lassen können.

Viele von diesen Problemen könnten gelöst werden, wenn Windows (und jetzt das absolut aufgeblähte Office) eine einfache Option für den Startup Mode bieten würde. Nicht so etwas drastisches wie Safe Mode, das CD-Laufwerke außer Gefecht setzt, sondern einen Mittelweg , der die Intelligenz besitzt, zu lernen, welche Programme, Features, Fonts und Einstellungen der Nutzer häufig verwendet und dann nur diese Features lädt.

Klickt man dann auf etwas, was nicht geladen ist, würde ein Pop-up mit der Aufforderung zur Aktivierung erscheinen. Das würde die Leistung verbessern und wäre ein Segen für das Finden und Beseitigen von Problemen.

Die Entwickler bei Microsoft werden mit den Händen gen Himmel zeigen und sagen, wie kompliziert das alles ist. Aber wie Red Mitchel schon sang: Einfach ist nicht leicht.