Hardware-Upgrade
Ein Missgeschick, das zum Glücksfall wurde

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Kelvin Taylor hat entdeckt, dass sich die Ausgaben für ein jährliches Motherboard-Upgrade tatsächlich lohnen, was die Erhöhung der Leistung anbelangt.

Hardware-Upgrade

Sogar nach vielen Jahren, die ich mit dem Zusammenbau und dem Testen von PCs zugebracht habe, gibt es doch noch Dinge, die selbst mich überraschen. Vor ein paar Wochen habe ich es geschafft, mein Motherboard zu zerstören, als ich die 3GHz Pentium Northwood CPU wieder in ihre Buchse eingestöpselt habe – einfach weil ich beim Frühjahrsputz nicht aufgepasst habe. Eigentlich hatte ich gedacht, der Prozessor wäre zerstört, weil einer der Pins sich verbogen und einige andere kurzgeschlossen hatte, aber nach einem kurzen Check stellte sich heraus, dass er noch funktionstüchtig war.

Also musste ich ein neues Motherboard finden, um mein zwei Jahre altes Modell auf Intel 845E-Basis, das ich zerschossen hatte, zu ersetzen. Das 845E war ein kurzlebiges, etwas exzentrisches Chipset, das die 400/533 MHz Front-Side Busgeschwindigkeit unterstützte und einen DDR Arbeitsspeicher. Es hat sein Geld verdient, ohne Macken und Probleme und hatte all die Eigenschaften, von denen ich dachte, dass ich sie brauche.

Upgrade mit beschränkten Mitteln

Aber das ist Geschichte und ich musste in den sauren Apfel beißen. Da meine Mittel begrenzt waren, landete ich zu einem vernünftigen Preis bei einem Motherboard, das auf dem wesentlich neueren, wenn auch nicht gerade innovativsten Intel 875P (Canterwood) Chipset basierte. Dieses bietet einen zweikanaligen DDR Memory Support, einen Sata Controller und IDE Raid Fähigkeiten sowie noch ein paar andere Schmankerl, wie Gigabit Ethernet, Firewire und mehrkanaliges integriertes Audio und kostet doch nicht mehr als 100 Euro einschließlich Mehrwertsteuer.

Nach der Installation präsentierte mir Windows XP nicht mehr als einen toten blauen Bildschirm – also war eine Reparaturinstallation von XP notwendig. Ganz nebenbei, wenn Sie das tun, benutzen Sie eine optimierte XP Installations-CD, die alle Service Packs beinhaltet, die Sie zurzeit installiert haben. Ich hatte eine optimierte CD mit Service Pack 1 verwendet, aber auf einem System, das auf Service Pack 2 aufgerüstet war, und es hat mich unendlich viel Zeit und Nerven hinsichtlich der Komponenten und Treiber gekostet. Wie man so eine optimierte CD – auch ?slipstream-CD? genannt – erstellt, findet man im Internet unter dem Begriff ?slipstream?. Es gibt viele Webseiten, die Informationen zu dem Verfahren anbieten.

Beachtlicher Leistungsgewinn

Wie dem auch sei, als das System funktionierte und ein paar Treiber neu installiert worden waren, habe ich das Benchmarking durchgeführt und dafür Cinebench 2003 Benchmark verwendet (ein kostenloser Download von www. cinebench.com). Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass die CPU-Leistung und der Open GL Test um 25-30 Prozent zugenommen hatten, was darauf hinwies, dass in meinem alten System einige wesentliche Engpässe hinsichtlich Verarbeitung und Graphik vorhanden gewesen sind. Cinebench testet die Leistung Ihres CPU/Memory Subsystems und Ihre Graphikkarte, so dass ich zuerst vermutete, dass es bei meinem alten System an dem einkanaligen DDR266 Memory Controller und dem 4X AGP Grafikbus gelegen hatte. Ich hatte während der Aufrüstung weder den Datenspeicher noch die Grafikkarte ausgewechselt, hatte aber zusätzlich einen DDR333 Datenspeicher und eine 8X Geforce FX9600 Ultra AGP Karte verwendet, wobei beide ganz offensichtlich nicht optimal gelaufen sind.

Bei anderen Benchmarks, die ich durchführte, stellte ich das gleiche fest und mein PC war merklich flotter, insbesondere für grafikintensive Anwendungen, wie Spiele, wobei meine Grafikkarte die Daten von der CPU jetzt so schnell bekommen konnte, wie sie sie brauchte, ohne von einem 4X AGP Interface gelähmt zu werden.
Ich war nicht darüber überrascht, dass ich etwas mehr Leistung bekam, sondern über die Menge an Mehrleistung. Wenn ich in der Vergangenheit die Entscheidung getroffen habe, etwas aufzurüsten, kam das Motherboard gewöhnlich als letztes an die Reihe, denn ich habe es nie als das Teil betrachtet, das im Gegensatz zu den offensichtlicheren Komponenten den wahren Unterschied ausmacht. Jetzt allerdings würde ich argumentieren, dass zuerst das Motherboard ausgewechselt werden sollte, nicht nur weil damit solche Extras wie SATA Support oder Gigabit Ethernet mitgeliefert werden, sondern weil Sie sich eine Menge Geld sparen können, die Sie sonst für eine wesentlich teurere CPU oder ein Grafik Upgrade ausgeben müssten.

Es kommt ein Punkt, an dem Sie gar keine Wahl mehr haben, als das Motherboard aufzurüsten. Dies trifft beispielsweise zu, wenn Sie neuere CPU Buchsen oder PCI Express Karten unterbringen wollen. Ich schätze aber, dass es sein Geld wirklich wert ist, wenn man das Motherboard jährlich aufrüstet, schon um sicherzustellen. dass man von den anderen Komponenten, die Ihren PC ausmachen, die bestmögliche Leistung erhält.

Meine nächste größere Aufrüstung wird in 9-12 Monaten stattfinden, wenn wir die erste Generation von Intels mehrkernigen Prozessoren zu sehen bekommen werden, wie die Smithfield-Dual-Core Desktop CPU. Das ist eine Entwicklung, die mich wirklich in Aufregung versetzt, da ich immer ein Fan von Multiprozessor-Systemen gewesen bin.

Ausblick: Dual-Prozessoren

Wenn Sie noch nie einen PC mit dualen Prozessoren verwendet haben, sollten Sie es einfach mal versuchen. Wenn Sie einen Pentium 4 mit Hyperthreading haben, könnten Sie eine Verbesserung hinsichtlich der Reaktion Ihres PCs bei multiplen Aufgaben festgestellt haben, aber das ist nur ein schwaches Abbild der echten Technik. Mit Software, die für Multithreading ausgelegt ist, – und das ist eine wachsende Anzahl von neuen Anwendungen – kann Ihr System wirklich fliegen. Man kann es schlecht beschreiben, aber es ist ein bisschen wie ein Dieselauto mit einem riesigen Drehmoment – was immer man ihm zumutet, es lässt einen nicht in Stich.

Im Büro läuft bei mir ein halbes Dutzend Anwendungen mit mehreren prozessor-intensiven Hintergrundaufgaben, wie z.B. der Virenschutz und Seti@Home, aber mein bescheidener 1 GHz Pentium III erscheint wesentlich flinker, als das System zuhause, das ich weiter oben beschrieben habe.
Klar, für Spiele oder Video Playback ist es hoffnungslos, aber für normale Büroanwendungen ist es großartig.

Ich kann es also nicht erwarten, meine Finger nach einem zweikernigen Smithfield-System auszustrecken, sollte so ein Biest jemals auftauchen, schon allein wegen der Befriedigung, dass man den Task Manager öffnet und vier
CPU-Kurven auf dem Display erscheinen. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass es dann doppelt so viele Gelegenheiten geben wird, mein Motherboard kaputt zu machen.