Linux-Vollversion
Lin DVR 0.7

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Auf der bootfähigen Heft-DVD befindet sich die Linux-Distribution Lin VDR 0.7, die einen Rechner mit DVB-Karte in einen funktionstüchtigen Festplattenvideorekorder verwandelt. Mit Installations-Workshop!

Video Disk Recorder

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Herzstück von Lin VDR ist der Video Disk Recorder, kurz VDR. Die Linux-basierte Software ist eine der flexibelsten Lösungen, um den Rechner mit den Funktionen eines digitalen Fernsehers und Videorekorders auszurüsten.
Im Vergleich zu Lin VDR Version 0.6 in PC Direkt 09/2004 gibt es einige Neuerungen: Die Unterstützung diverser Skins ermöglicht es, das Aussehen der Bedienoberfläche dem eigenen Geschmack anzupassen. Besitzer einer Media-MVP-Box von Hauppauge können einen Lin-VDR-0.7-Rechner als Server für Videos, Musik und Bilder verwenden.
Die Hardware-Anforderungen sind gering. Für Lin VDR ist aber zwingend eine DVB-Karte mit integriertem MPEG-2-Decoder nötig (etwa eine Techno Trend DVB-S oder DVB-T). Diese haben eigene Ausgänge für Ton und Bild, die die Verbindung mit dem Fernseher und bei Bedarf mit der Stereoanlage herstellen.

Bild:
Die Programmübersicht listet alle Kanäle mit den laufenden Sendungen auf. Auf Knopfdruck erscheint eine Beschreibung.


Infrarotfernbedienung

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Außer zur Installation benötigt der Rechner weder Monitor noch Tastatur, die Steuerung erfolgt wohnzimmertauglich per Infrarotfernbedienung. Eine geeignete DVB-Karte gibt es ab 150 Euro, die Ansprüche an den Rest der Hardware sind minimal. Da für DVB- und DVD-Wiedergabe der MPEG-2-Decoder auf der Karte den größten Teil der Arbeit übernimmt, genügen bereits ein 200-MHz-Prozessor und 32 MByte Arbeitsspeicher. Die Festplatte sollte auf jeden Fall groß sein, denn Aufnahmen aus dem Fernsehen benötigen pro Stunde etwa 2 GByte.
Das neue DVD-Burn-Plug-in brennt Aufzeichnungen schließlich auf handelsübliche DVD-Rohlinge, die von den meisten Playern abspielbar sind.

Bild:
Beim Umschalten zeigt VDR Informationen aus der elektronischen Programmzeitschrift (EPG) zur laufenden Sendung an.


Gehäuse mit Passivkühlung

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Das E-Otonashi-Mini-ITX-Gehäuse leitet die Wärme über eine Heatpipe am Gehäuseboden ab

Das 28 x 9 x 19 Zentimeter kleine Gehäuse ist für den Einbau eines VIA-EPIA-Mini-ITX-Mainboards geeignet. Die Abwärme eines VIA-C3-Prozessors mit beispielsweise 1,2 GHz wird über eine Heatpipe an den Gehäuseboden abgeführt, der aus einem großflächigen Kühlkörper besteht. Da auch das externe Netzteil ohne Lüfter auskommt, hört man außer dem leisen Surren einer eventuell eingebauten 2,5-Zoll-Festplatte nichts. Die Leistung der C3-Prozessoren kann zwar in keiner Weise mit aktuellen Prozessoren von Intel oder AMD konkurrieren, reicht aber unter Linux für die Funktion eines DVR vollkommen aus. Insbesondere dann, wenn eine externe TV-Karte mit Hardware-MPEG-Encoder über USB 2 zum Einsatz kommt. Wer auch DVDs mit dem System wiedergeben möchte, der muss ein Slimline-Laufwerk (Notebook) einbauen. Die Wiedergabe klappt dank MPEG-optimiertem Prozessor hervorragend.
www.alternate.de


Installations-Workshop

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Festplatte vorbereiten
Am einfachsten ist die Installation auf einer ansonsten ungenutzten Festplatte, die am besten am ersten IDE-Kanal als Master angeschlossen ist. Wer noch andere Partitionen auf der Platte hat, sollte vorab alle wichtigen Daten sichern. Die Partitionierung für Lin VDR ist in diesem Fall von Hand durchzuführen. Um die Installation von der Heft-DVD zu starten und später SVCDs und DVDs anzusehen, ist natürlich auch ein DVD-Laufwerk notwendig. Unter Umständen müssen Sie im Bios-Setup die Bootreihenfolge anpassen, damit das System versucht, von der CD zu starten. Zwar kommen neuere Versionen von VDR auch mit den günstigeren Budgetkarten ohne MPEG-2-Decoder zurecht, die Distribution Lin VDR setzt aber eine ?full-featured? DVB-Karte voraus, die Ausgänge für Fernseher und Sound hat.

Setup starten
In dieser Anleitung gehen wir davon aus, dass der Video-PC eine Festplatte hat, die ausschließlich für Lin VDR genutzt werden soll. Legen Sie die Heft-DVD ins Laufwerk und starten Sie den Rechner neu. Nach einem Begrüßungsbildschirm öffnet das Lin-VDR-Setup ein Menü zur Auswahl der gewünschten Sprache. Die im Anschluss angezeigten Installationshinweise sollten Sie genau lesen, da sie wichtige Hinweise auf mögliche Probleme enthalten. Wählen Sie nun die Festplatte zur Installation von Lin VDR aus. Die Setup-Routine bietet eine automatische Installation an (siehe das Bild), die alle Daten auf der Festplatte löscht, eine große Partition für Lin VDR einrichtet und die Distribution installiert.


Partitionieren

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Wenn Sie sich gegen die automatische Installation entschieden haben, startet das Tool fdisk. Lin VDR benötigt nur eine einzige Partition, nicht wie sonst bei Linux üblich je eine für Boot, Swap und System. Nach dem Anlegen der Lin-VDR-Partition verlassen Sie fdisk; das Setup-Programm fragt dann nach der Partitionsnummer und bietet an, sie zu formatieren.

Plug-ins wählen
Nach erfolgreicher Installation nehmen Sie die DVD aus dem Laufwerk und starten den Rechner neu. Ein Konfigurationsprogramm zeigt dann eine Liste der zur Auswahl stehenden Plug-ins an, beispielsweise für DVD- und SVCD-Wiedergabe. DivX, Xvid, MP3 & Co. spielt der Mplayer ab. Das Kalender-Plug-in zeigt Sendungen in einer scrollbaren Zeitleiste an, Videotext dekodiert OSD-Teletext, und auch ein Plug-in zum Abrufen eines POP3- oder Imap-Postfachs ist mit von der Partie. Das Text-2-Skin-Plug-in dient der Auswahl verschiedener Designs für die Benutzeroberfläche.


Bedienung ausprobieren

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Jetzt startet die eigentliche Software, der Video Disk Recorder. Einige Fernbedienungen sind bereits konfiguriert, so etwa die der Hauppauge Nexus-S. Falls die Remote nicht auf Anhieb funktioniert, lässt sich VDR auch per Tastatur steuern. Hierzu schalten Sie mit [Alt F10] auf die VDR-Konsole; die Pfeiltasten wechseln durch die TV-Kanäle. Das Erscheinungsbild des Onscreen-Displays ist im Einstellungsmenü anpassbar.

Lin VDR basiert auf der Busybox und kommt in der Vollinstallation mit weniger als 128 MByte Platz aus. Das bootbare CD-Image ist nur 31 MByte groß.

Lin VDR nutzt die Video-Disc-Recorder-Software von Klaus Schmidinger, mit der das System gleichzeitig mehrere Sender aufzeichnen kann.

Aktuelle Informationen zu Lin VDR 0.7:
http://www.linvdr.org/wiki/index.php?pagename=LinVDR-0.7

Häufig gestellte Fragen:
http://www.linvdr.org/wiki/index.php?pagename=LinVDR-FAQ