Wird freier Mediaplayer zum Opfer der EU-Softwarepatente?

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Die EU kämpft auf der einen Seite um einen Markt und prozessiert gegen Microsoft wegen dessen kostenlosen Mediaplayers, auf der anderen Seite scheint sie genau das Gegenteil zu bewirken: Die Entwickler des freien Players VideoLAN sehen durch EU-Software-Patente ihr Projekt vor dem Aus.

Die Entwickler des freien Mediaplayers VideoLAN sind besorgt: Sie glauben, dass sie wegen des “Minenfelds der Multimedia-Patente” aufgeben müssen. Denn “sämtliche wichtigen Technologien in dem Bereich werden durch – zumeist triviale – Patente geschützt”, heißt es in einer Stellungnahme der Programmierer.

Weil es mit dem bisherigen Urheberrecht möglich ist, mit Open-Source-Projekten wie VideoLAN die Videocodecs anderer nachzubilden (nicht zu kopieren), aber durch das neue Patentverfahren selbst Mediaformate wie Windows Media oder Apples Musikformat nur mit teurer Lizenz abgespielt werden dürfen, sehen die Entwickler schwarz.

Nur offene Standards wie Ogg Vorbis könnten so noch dargestellt werden, ohne dabei arm zu werden. In ihrer Stellungnahme führen die Entwickler auch Open Source-Projekte im Multimedia-Bereich wie die Konvertersammlung FFmpeg und die Software-Player MPlayer, Xine, Freevo, MythTV und Gstreamer als Beispiel für die bedrohte Spezies an. Zahlreiche dieser Dienste wettern auf ihren Webbsites mit den Worten “The end draws near” gegen die EU-Kommission.

Die VideoLAN-Programmierer rufen die Nutzer ihres Programms auf, den Widerstand gegen die neue Regelung zu verstärken. Die Europäische Kommission versuche entgegen aller demokratischen Regeln die Direktive durchzukämpfen, egal, wie das EU-Parlament und die beteiligten Länder agieren. Petitionen zu unterschreiben reiche nicht aus. (mk)

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